Litauen will seine Bevölkerung im Umgang mit Drohnen fit machen – und zwar nicht nur im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich. Ab Herbst startet das Verteidigungsministerium in Vilnius ein neues Ausbildungsprogramm, das sich an Erwachsene und Schulkinder richtet.
Geplant ist die Eröffnung von zunächst drei Drohnen-Trainingszentren im September. In den kommenden Jahren soll das Netzwerk schrittweise auf neun Standorte erweitert werden. Verteidigungsministerin Dovile Sakaliene erklärte, Ziel sei es, bis 2028 rund 15.500 Erwachsene und 7.000 Kinder mit den nötigen Fähigkeiten zum Bau und zur Steuerung unbemannter Fluggeräte auszustatten.
Das Programm soll praxisnah sein: Die Teilnehmer lernen nicht nur, Drohnen sicher zu steuern, sondern auch deren Technik, Wartung und Einsatzmöglichkeiten – von Luftaufnahmen und Vermessungen über Katastrophenschutz bis hin zu taktischen Anwendungen für die Landesverteidigung. Besonderer Wert wird auf den sicheren und verantwortungsvollen Betrieb gelegt, einschließlich der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und der Abwehr potenzieller Gefahren durch unbefugte Drohnennutzung.
Hintergrund der Initiative ist die wachsende Bedeutung von Drohnen in militärischen Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine, aber auch im zivilen Alltag, etwa in der Landwirtschaft, Logistik oder bei Rettungseinsätzen. Litauen betrachtet die Technologie sowohl als wirtschaftliche Chance als auch als sicherheitspolitische Notwendigkeit.
Das Verteidigungsministerium betont, dass die Schulungen nicht nur die technische Kompetenz in der Bevölkerung erhöhen, sondern auch die Resilienz des Landes im Krisenfall stärken sollen. Durch die Einbindung von Schülern will die Regierung zudem frühzeitig technisches Interesse fördern und Fachkräfte für einen wachsenden Zukunftsmarkt gewinnen.
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