Die rechtskonservative Aktivistin Laura Loomer, die über direkten Zugang zu Ex-Präsident Donald Trump verfügt, hat erneut mit gezielten Kampagnen Einfluss auf Personalentscheidungen in dessen Umfeld genommen. In den letzten Wochen reklamierte sie öffentlich die Verantwortung für mehrere prominente Entlassungen innerhalb der Trump-Administration – darunter hochrangige Fachleute im Gesundheits-, Sicherheits- und Verteidigungsbereich.
Trotz ihres triumphalen Tons zeigte sich Loomer in einem Interview mit CNN zunehmend frustriert über mangelnde Rückmeldungen seitens der Trump-nahe stehenden Regierungsmitarbeiter. „Wenn ich das alles von außen erledigen muss, weil es intern Widerstände gibt, dann sei es so“, sagte sie am Telefon.
Mit über 1,7 Millionen Followern auf der Plattform X (ehemals Twitter) und direktem Draht zu Trump hat sich Loomer zur selbsternannten „Loyalitätswächterin“ erklärt. Sie durchleuchtet Lebensläufe von Regierungsbeamten auf frühere Kritik an Trump und veröffentlicht ihre Recherchen online – oft mit erheblichem Druck auf das Weiße Haus. Dabei ist Loomer innerhalb der Administration umstritten: Ein Berater bezeichnete sie gegenüber CNN als „lose Kanone“, räumte jedoch ein, dass sie über eine beachtliche Anhängerschaft verfüge.
Trotz mehrfacher Versuche der Trump-Berater, Loomers Einfluss zu begrenzen, scheint sie zunehmend in der Lage zu sein, personelle Entscheidungen maßgeblich zu beeinflussen – von außen. Dies spiegelt die anhaltenden Personalprobleme und internen Spannungen innerhalb der Trump-Regierung wider.
Trump selbst lobte Loomer kürzlich öffentlich als „Patriotin“ und stärkte ihr damit demonstrativ den Rücken.
Zielscheiben und Einflussbereiche
Zu Loomers derzeitigen Hauptkritikpunkten gehören unter anderem Generalstaatsanwältin Pam Bondi, Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins sowie Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums unter Robert F. Kennedy Jr., dessen Zusammenarbeit mit Trump sie skeptisch betrachtet. Loomer wirft diesen Personen mangelnde Loyalität und „Verweichlichung“ gegenüber politischen Gegnern vor.
Einer der wenigen Regierungsmitarbeiter, der das Gespräch mit Loomer suchte, war Verteidigungsminister Pete Hegseth. Laut Pentagon-Sprecher Sean Parnell „schätzt [Hegseth] Loomers Engagement von außen“, insbesondere bei der Identifikation potenziell illoyaler Beamter im Verteidigungsministerium.
Der Fall Prasad: „Loomered“ werden
Ein besonders aufsehenerregender Fall betrifft Vinay Prasad, den damaligen Leiter des Zentrums für Biologika im US-Gesundheitsministerium (FDA). Loomer startete eine öffentliche Kampagne gegen Prasad, nachdem sie alte Tweets und Tonaufnahmen aus einem Podcast veröffentlichte, in denen er Trump verspottete. Zehn Tage später war Prasad seinen Posten los – laut Insidern auf Druck des Weißen Hauses und unter dem Eindruck der wachsenden öffentlichen Kritik durch Loomer.
Selbst prominente Unterstützer Prasads wie Robert F. Kennedy Jr. konnten die Entscheidung nicht abwenden. Loomer wurde damit zur zentralen Figur bei der Personalentscheidung – ein Phänomen, das in Washington inzwischen als „Loomered“ werden bekannt ist.
Wachsende Macht, wachsender Widerstand
Kritiker werfen Loomer vor, mit aggressiven Taktiken politische Gegner mundtot zu machen und damit das Regierungshandeln zu destabilisieren. Unterstützer hingegen sehen in ihr eine konsequente Kämpferin für Trumps Agenda. Loomer selbst bestreitet, mit externen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, und erklärt, ihre Motivation sei rein ideologischer Natur – insbesondere im Zusammenhang mit der Impfpolitik der USA.
Trotz mehrfacher Versuche, selbst eine offizielle Rolle in der Regierung zu übernehmen, blieb Loomer bisher außen vor. Dennoch konnte sie bereits eine Reihe von Entlassungen erzwingen, darunter im Nationalen Sicherheitsrat, bei der NSA sowie in Führungspositionen an der Militärakademie West Point.
Fazit
Laura Loomer ist zu einer einflussreichen Akteurin im Umfeld von Donald Trump geworden – trotz, oder vielleicht gerade wegen, ihrer umstrittenen Methoden. Ihre Aktionen zeigen nicht nur die Macht von sozialen Netzwerken in politischen Entscheidungsprozessen, sondern auch die fragile Struktur innerhalb der Trump-Regierung, in der Loyalität offenbar wichtiger ist als Fachkompetenz.
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