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Larry regelt das – TikTok, Hollywood und ein Hauch Weltherrschaft

Rosiette-Stock (CC0), Pixabay
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Im großen Tauziehen zwischen Washington und Peking um TikTok zeichnet sich „endlich“ eine Lösung ab: Oracle soll’s richten. Wer sonst? Schließlich braucht Amerikas Datenliebling nur drei Dinge fürs Glück: Texanische Rechenzentren, einen chinesischen Algorithmus – und Larry Ellison auf Kurzwahl.

Gnadenfrist, die Vierte

Nach mehrfachem „TikTok ist morgen weg! … okay, übermorgen“ hat Präsident Trump der App erneut Luft bis 16. Dezember verschafft. Offiziell heißt es, es gebe „einen Rahmen“ für den Deal, inoffiziell: Man wartet, bis Trump und Xi am Freitag den Segen per Telefon erteilen. So läuft moderne Regulierung: FaceTime statt Gesetzestext.

Deal-Logik à la 2025

  • Oracle stellt die technische Basis; die Daten der US-User wandern brav in Rechenzentren in Texas. Yeehaw.

  • Ein US-Konsortium – Oracle, Silver Lake, Andreessen Horowitz – bekommt laut WSJ 80 % an der neuen US-TikTok-Gesellschaft; ByteDance behält 20 %.

  • Kleiner Haken: Die Kontrolle über den Algorithmus bleibt in China. TikTok nutzt ihn in den USA einfach weiter. Das US-Gesetz, das chinesische Kontrolle über den Algorithmus eigentlich verbietet, winkt freundlich aus der Ferne. Souveränität, aber bitte praktisch.

Ellison, der Familienunternehmer

Während Larry im Hintergrund die TikTok-Statik ausrichtet, schraubt die Familie am nächsten Milliardendeal: Skydance-Chef David Ellison (Larrys Sohn) bastelt am Zusammenschluss mit Warner Bros Discovery – frisch, nachdem Skydance Paramount Global für 8,4 Mrd. $ eingesackt hat.
Kartellrecht? Laut Reuters ein „Thema“. Aber keine Sorge: Unter Trump schaut das Justizministerium da vielleicht etwas „kreativer“ drauf als unter Biden. Synergien nennt man das, wenn zwei Medienriesen und ein Telefonbuch an Lobbykontakten zusammenfinden.

Freundschaftsdienst deluxe

Trump nennt Ellison einen „Freund“ – und Freunde helfen eben: mal beim Datenhosting für TikTok, mal beim Hausbesuch in Mar-a-Lago, mal beim politischen Rückenwind. Ellison hat das schon in den 70ern gelernt: „Oracle“ war anfangs nur der CIA-Codename für eine Datenbank. Heute heißt so zufällig die ganze Firma. Kann man sich nicht ausdenken.

Cloud, KI – und eine ganze Insel

Oracle verdient längst nicht mehr nur mit Datenbanken, sondern mit Cloud und – natürlich – KI-Infrastruktur für Amerika. Larry selbst investiert nebenbei in Elon Musk (eine Milliarde für Twitter/X), besitzt eine der größten Segelyachten, ein englisches Pub und – eine hawaiianische Insel. Weil warum auch nicht.

Reich & reicher

Neulich war Ellison kurz reichster Mensch der Welt, dann zog Musk wieder vorbei. 383,2 Mrd. $ vs. 384,2 Mrd. $ – quasi Unentschieden in der Disziplin „Portfolios, die ganze Staaten in den Schatten stellen“.


Kurzfazit

Daten made in Texas, Algorithmus made in China, Deal made in Mar-a-Lago.
Und Oracle mittendrin. Wenn das die digitale Souveränität ist, dann ist Larry Ellison ihr inoffizieller Außenminister.

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