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Kritik an Timothée Chalamet nach Aussagen über Ballett und Oper

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Der Oscar-nominierte Schauspieler Timothée Chalamet hat mit abfälligen Bemerkungen über Ballett und Oper Kritik aus der Kulturszene ausgelöst. In einem Gespräch mit Schauspielkollege Matthew McConaughey an der University of Texas im Februar sagte Chalamet, er wolle nicht in Bereichen arbeiten, bei denen es darum gehe, eine Kunstform künstlich am Leben zu erhalten.

„Ich möchte nicht im Ballett oder in der Oper arbeiten oder in Dingen, bei denen man sagt: Lasst uns das am Leben halten, obwohl sich eigentlich niemand mehr dafür interessiert“, sagte der Schauspieler. Kurz darauf fügte er hinzu: „Mit allem Respekt gegenüber allen Leuten aus Ballett und Oper.“

Der Ausschnitt aus dem Gespräch, den das Branchenmagazin Variety auf YouTube veröffentlichte, verbreitete sich rasch im Netz. Chalamet selbst schien bereits während des Gesprächs zu ahnen, dass seine Aussage kontrovers sein könnte. „Ich habe gerade 14 Cent an Zuschauerzahlen verloren“, scherzte er.

Aus der Welt der darstellenden Künste kam jedoch schnell Kritik. Die kanadische Mezzosopranistin Deepa Johnny bezeichnete die Aussage als „enttäuschend“. Schauspielerin Jamie Lee Curtis fragte auf Instagram, warum Künstler überhaupt andere Kunstformen angreifen müssten. Kunstschaffende sollten stattdessen zusammenarbeiten und verschiedene Disziplinen gegenseitig stärken.

Auch aus der Ballettszene kam Widerspruch. Der Choreograf Martin Chaix betonte, Ballett sei „sehr lebendig“. Gerade in einer Zeit, in der Technologien wie künstliche Intelligenz die Filmbranche verändern, werde die unmittelbare menschliche Präsenz auf der Bühne immer wichtiger. Er hoffe, dass Chalamet irgendwann selbst den Weg ins Theater finde.

Das English National Ballet erklärte ebenfalls, die Kunstform sei keineswegs am Verschwinden. Allein ihre Produktionen hätten mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher erreicht, zudem hätten Inhalte in sozialen Netzwerken über 65 Millionen Aufrufe erzielt.

Manche reagierten mit Humor auf die Debatte. Die Seattle Opera nutzte Chalamets Aussagen sogar für eine Werbeaktion. Für ihre kommende Aufführung von Carmen bot das Opernhaus einen Rabattcode mit dem Namen „TIMOTHEE“ an – der 14 Prozent Preisnachlass auf ausgewählte Tickets gewährt. In einem Instagram-Post schrieb das Opernhaus augenzwinkernd: „Timmy, du darfst den Code auch verwenden.“

Chalamet selbst hat sich bislang nicht weiter zu der Kritik geäußert. Der Schauspieler war zuletzt für seine Rolle als Tischtennisspieler Marty Mauser im Film Marty Supreme für einen BAFTA nominiert worden.

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