Nach der umstrittenen Festnahme von Venezuelas Ex-Präsident Nicolás Maduro durch US-Truppen am vergangenen Wochenende bleibt die Lage in dem südamerikanischen Land äußerst angespannt. In der Hauptstadt Caracas wurden in der Nacht Schüsse sowie Flugabwehrfeuer gemeldet, Sicherheitskräfte patrouillieren verstärkt. Offizielle Stellen betonen jedoch, es habe „keine Konfrontation“ gegeben.
Während in Venezuela Unsicherheit über die politische Zukunft herrscht, richtet sich der Blick auch auf Greenland (Grönland): US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die USA „brauchten“ die strategisch gelegene Insel. Dies löste scharfen Protest bei europäischen Staaten aus. In einer gemeinsamen Erklärung unterstützten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und andere die Souveränität Dänemarks und Grönlands. Das Weiße Haus hingegen behauptete, die Insel sei „unter US-Schutz besser aufgehoben“.
Spannungen in der US-Politik
Innenpolitisch wächst in den USA der Widerstand gegen Trumps Vorgehen. Senator Ruben Gallego kündigte eine Resolution an, um eine mögliche US-Invasion in Grönland gesetzlich zu verhindern. Auch die geplante militärische Präsenz in Venezuela steht unter Kritik. Nach einer vertraulichen Sitzung des US-Senats zeigte sich insbesondere die demokratische Minderheit besorgt über mangelnde Planung und fehlende Kostenschätzungen. Die Regierung habe, so Senator Chuck Schumer, „keine klaren Antworten“ geliefert.
Internationale Reaktionen
Russland verurteilte das Vorgehen der USA als „neokolonial“ und betonte seine Unterstützung für die neue Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez. Man werde Venezuela helfen, „ohne äußere Einmischung seine Zukunft zu bestimmen“. Auch Mexiko äußerte scharfe Kritik: Präsidentin Claudia Sheinbaum forderte ein „faires Verfahren“ für Maduro, der sich in den USA wegen Drogen- und Waffenhandels verantworten muss. Mexiko verurteilte die Intervention als Bruch des Völkerrechts.
Sorge um regionale Stabilität
Auch Kuba ist betroffen: Laut Regierungsangaben kamen bei der Operation 32 kubanische Staatsangehörige ums Leben. Die kubanische Führung zeigt sich alarmiert und befürchtet, selbst ins Visier Washingtons zu geraten.
Die Lage bleibt instabil. Während sich oppositionelle Stimmen in Venezuela für einen demokratischen Neuanfang aussprechen, beansprucht Trump offen die Kontrolle über das Land. Gleichzeitig wächst international der Druck auf Washington, seine außenpolitische Linie zu überdenken.
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