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Kommentar: Insolvenzen in der Industrie – Politik muss jetzt handeln

olenchic (CC0), Pixabay
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Mit dem Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf gerät ein weiteres traditionsreiches Industrieunternehmen in Leipzig in akute wirtschaftliche Not. 240 Beschäftigte bangen um ihre Zukunft, obwohl ihre Produkte weltweit gefragt sind – ob in der Londoner U-Bahn oder im chinesischen Bergbau. Diese Diskrepanz zwischen internationaler Nachfrage und wirtschaftlicher Schieflage wirft grundlegende Fragen zur Industriepolitik in Deutschland auf.

Die Ursachen sind bekannt: steigende Energiepreise, hohe Lohnkosten, sinkende Nachfrage in Kernbranchen wie dem Maschinenbau – Probleme, die viele Unternehmen treffen, nicht nur die SHB. Doch die politischen Konsequenzen bleiben aus. Was fehlt, ist ein entschlossener industriepolitischer Kurs, der sowohl kurzfristige Hilfen als auch langfristige Perspektiven bietet. Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist zwar ein erster Rettungsschritt, doch sie reicht nicht aus, um Arbeitsplätze und industrielle Kompetenz dauerhaft zu sichern.

Die Politik ist jetzt in der Pflicht: Es braucht gezielte Unterstützungsprogramme für energieintensive Industrien, Steuererleichterungen für den Mittelstand, Investitionsanreize für moderne Produktionstechnologien und den raschen Abbau von bürokratischen Hürden. Vor allem aber braucht es ein klares Bekenntnis zur Industrie in Ostdeutschland – auch und gerade in Zeiten der Transformation.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen keine Schuld an der Krise. Sie verdienen Sicherheit, Perspektive und politische Rückendeckung. Eine Neuaufstellung des Unternehmens darf nicht auf ihrem Rücken geschehen. Stattdessen muss sie Teil einer umfassenden Strategie sein, die den Industriestandort Leipzig und ganz Deutschland stärkt.

 

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