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Karstadt Leipzig:Die Katze ist aus dem Sack

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Irgendwie haben wir seit Wochen damit gerechnet, dass Karstadt Leipzig im nächsten Jahr um diese Zeit „Geschichte“ ist, denn der Einigungsdruck zwischen dem Konzern und dem Vermieter der Karstadt-Immobilie war sehr niedrig.

Das resultiert daraus, dass sich Kaufhof und Karstadt in einer Deutschen Warenhaus AG zusammenschließen wollen. Zwei Standorte, 100 m voneinander entfernt, braucht man dann wirklich nicht mehr.

Nun hört man, dass Karstadt Leipzig seinen Mitarbeitern kündigt. Das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit Verweis auf die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Am Standort Leipzig werden derzeit noch 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Wie wir aus Verhandlungskreisen schon vor ein paar Tagen erfahren haben, hat Karstadt Leipzig offenbar gar kein Interesse in den derzeitigen Verhandlungen mit dem Vermieter Even Capital eine Einigung zu finden. Verhandlungen, in die sich sogar Oberbürgermeister Jung eingeschaltet hatte. Warum sich Jung überhaupt in diese Verhandlungen eingemischt hat, ist uns bis zum heutigen Tage „schleierhaft“.

OB Jung hätte sich besser mehr für die Arbeiter der Neuen Halberg Guss einsetzen sollen, deren Arbeitsplätze unwiderruflich verschwinden werden. Von den Karstadt-Arbeitnehmern wird kaum jemand in die Arbeitslosigkeit gehen müssen, denn das Karstadt-Gebäude wird sicherlich nicht leer stehen bleiben.

Mittlerweile soll auch der Katzenjammer bei „OB Jung“ über diese Aktion schon etwas größer sein.

Seit fast einem Jahr wird über die Situation Karstadt in Leipzig eine große öffentliche Diskussion geführt, der Vermieter immer als „böser Bube“ dargestellt. Even Capital, der Vermieter, will eine Mieterhöhung von 68% erreichen, so stellt man das der Öffentlichkeit dar.

Keiner hat aber bis zum heutigen Tage einmal gesagt, wie hoch die derzeitige IST-Miete für Karstadt Leipzig ist, denn dann könnten sich die 68% Mieterhöhung als „Sturm im Wasserglas“ entpuppen. Unserer Kenntnis nach wäre die Miete nach der Erhöhung um 68% immer noch als „marktgerecht“ zu bezeichnen.

Karstadt kann nun ganz entspannt, und mit Hilfe von Oberbürgermeister Jung, den schwarzen Peter an das Unternehmen Even Capital in Luxembourg weitergeben in der Öffentlichkeit. Ich bin überzeugt davon, dass, wenn die Fakten einmal auf dem Tisch liegen, Karstadt enormen Erklärungsbedarf haben könnte.

Nicht sonderlich angenehm ist die Situation natürlich für die 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Karstadt Leipzig, die zum Teil fast 20 Jahre für Karstadt arbeiten und für die Karstadt Leipzig ein Teil ihres Lebens ist. Mitarbeiter, die viele Kompromisse in den letzten 20 Jahren eingegangen sind, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Sie lässt Karstadt Leipzig jetzt im Regen stehen. Natürlich werden nahezu alle Mitarbeiter nicht arbeitslos werden, sondern einen neuen Arbeitgeber am gleichen Standort finden, denn das Gebäude wird sicherlich nicht „leer stehen bleiben“, und es wird mit absoluter Sicherheit wieder ein Handelshaus werden. Ob es ein Kaufhaus bleibt, dürfte dabei fraglich sein.

Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass man hier ein Einkaufszentrum plant mit vielen kleinen Geschäften und einem größeren Ankermieter. Nun gut, Tatsache ist nun einmal, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, auch wenn sie nicht arbeitslos werden, einen Neuanfang haben werden. Sicherlich auch mit Abstrichen auf der finanziellen Seite. Es wird aber auch da bestimmt Gewinner geben.

Als Quintessenz bleibt sicherlich auch, dass ein Oberbürgermeister noch lange keine Garantie dafür ist, das sich Alles zum Guten wendet. Zukünftige Oberbürgermeister der Stadt Leipzig sollten sich aus solchen Dingen heraushalten. Kämpfen sie mehr für Menschen wie bei der Neuen Halberg Guss, deren Zukunftsperspektive viel beschissener ist, Herr Oberbürgermeister Jung, viel beschissener.

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