Der Deutsche Fußball-Bund hat wieder einmal gezeigt, dass er für Überraschungen gut ist. Julian Nagelsmann bekommt einen neuen Assistenten – und der kommt ausgerechnet aus den Niederlanden.
Ja, richtig gelesen. Ein Niederländer im Trainerstab der deutschen Nationalmannschaft.
Man reibt sich kurz die Augen, schaut nochmal hin – und denkt: Haben wir jetzt wirklich alle deutschen Trainer verbraucht?
Natürlich, die Niederlande sind ein großartiges Fußballland. Taktisch stark, technisch fein, orangefarbene Fanmeere – alles wunderbar. Aber bei vielen deutschen Fußballfans meldet sich sofort das historische Bauchgefühl: Seit wann holen wir uns eigentlich taktische Hilfe ausgerechnet von unseren liebsten Rivalen?
Man stelle sich kurz die Szene im DFB-Hauptquartier vor:
„Wir brauchen frischen Wind.“
„Vielleicht einen neuen Blick von außen?“
„Perfekt – holen wir einen Niederländer!“
Und irgendwo im Raum sitzt einer, der vorsichtig fragt:
„Ähm… haben wir eigentlich schon alle Trainer aus Bayern, Baden-Württemberg und dem Ruhrgebiet angerufen?“
Historische Rivalität – jetzt als Teamarbeit
Deutschland gegen Holland – das war jahrzehntelang mehr als nur Fußball.
1974. 1988. Unzählige Duelle voller Emotionen, Grätschen und gegenseitiger Sticheleien.
Und jetzt?
Jetzt steht plötzlich ein Niederländer neben Nagelsmann am Spielfeldrand und erklärt vermutlich deutschen Nationalspielern, wie man gegen die Niederlande gewinnt.
Das hat fast schon etwas philosophisches.
Empörung mit einem Augenzwinkern
Natürlich ist das Ganze nicht wirklich ein Drama. Im modernen Fußball arbeiten Trainer längst international zusammen. Kompetenz kennt schließlich keine Landesgrenzen.
Trotzdem bleibt ein kleines, humorvolles Stirnrunzeln:
Ein Niederländer als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft –
das fühlt sich ein bisschen so an, als würde Bayern München plötzlich von einem Dortmunder Sportdirektor beraten werden.
Geht bestimmt.
Aber man braucht einen Moment, um sich daran zu gewöhnen.
Vielleicht ist es ja genial
Wer weiß – vielleicht ist genau dieser Perspektivwechsel der Trick.
Vielleicht sitzt Nagelsmann jetzt neben seinem neuen Assistenten und denkt sich:
„Wenn wir wissen, wie die Holländer denken, können wir sie endlich wieder schlagen.“
Und falls nicht, haben wir zumindest etwas gelernt:
Im modernen Fußball ist sogar das möglich, was früher als fußballkulturelles Sakrileg gegolten hätte.
Ein Niederländer im Trainerstab der deutschen Nationalmannschaft.
Man kann sich darüber aufregen.
Man kann darüber lachen.
Oder – ganz deutsch – beides gleichzeitig tun.
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