Mit dem Tod von Reverend Jesse Louis Jackson verliert Amerika eine seiner prägendsten Stimmen im Kampf für Bürgerrechte, soziale Gerechtigkeit und politische Teilhabe. Der charismatische Prediger, Aktivist und Politiker starb im Alter von 84 Jahren im Kreis seiner Familie, wie die von ihm gegründete Rainbow PUSH Coalition mitteilte.
Jackson war mehr als ein Bürgerrechtler – er war ein Wegbereiter. Als enger Weggefährte von Martin Luther King Jr. trat er in den 1960er-Jahren ins Licht der nationalen Öffentlichkeit. Nach Kings Ermordung 1968 entwickelte er sich zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung – leidenschaftlich, wortgewaltig und oft unbequem.
Geboren 1941 im von Rassentrennung geprägten South Carolina, wuchs Jackson unter schwierigen Umständen auf. Doch aus den Erfahrungen von Ausgrenzung und Demütigung formte er eine unerschütterliche Überzeugung: dass Würde, Gleichheit und Hoffnung keine Privilegien, sondern Rechte sind. Sein Leitsatz „Keep hope alive“ wurde zum moralischen Kompass für Millionen.
Mit seinen beiden Präsidentschaftskampagnen in den 1980er-Jahren schrieb Jackson Geschichte. Er inspirierte eine Generation Schwarzer Amerikaner – und gewann zugleich Unterstützung weit über ethnische Grenzen hinaus. Seine „Rainbow Coalition“ vereinte Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Lebensweise. Damit veränderte er die Demokratische Partei nachhaltig und bereitete indirekt den Weg für Barack Obamas historischen Wahlsieg 2008.
Jacksons Leben war geprägt von Mut, Engagement und auch persönlichen Herausforderungen. Doch sein Wirken reichte weit über politische Ämter hinaus. Er vermittelte in internationalen Krisen, setzte sich für politische Gefangene ein und blieb bis ins hohe Alter eine moralische Instanz.
Jesse Jackson hinterlässt seine Ehefrau Jacqueline, sechs Kinder und ein Vermächtnis, das weit über Generationen hinausreicht: den Glauben daran, dass Veränderung möglich ist – wenn Hoffnung lebendig bleibt.
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