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Der karibische Inselstaat Jamaika steht vor einer beispiellosen Naturkatastrophe: Der Hurrikan „Melissa“, inzwischen zu einem Kategorie-5-Sturm herangewachsen, wird voraussichtlich in den frühen Morgenstunden des Dienstags (Ortszeit) auf die Südküste treffen. Meteorologen sprechen vom stärksten Sturm, der Jamaika je getroffen hat – und vom heftigsten Hurrikan weltweit in diesem Jahr.
„Niemand in Jamaika hat so etwas erlebt“
Der US-Meteorologe und Sturmforscher Matthew Cappucci sagte der BBC, dass Melissa „eine völlig neue Dimension“ habe. Zum Vergleich: Der Hurrikan Gilbert, der 1981 (andere Quellen nennen 1988) über Jamaika hinwegfegte, war damals ein Sturm der Kategorie 3 und forderte 49 Todesopfer. Melissa sei „um ein Vielfaches stärker“, erklärte Cappucci – denn die Kraft eines Hurrikans steige nicht linear, sondern exponentiell.
„Niemand in Jamaika hat jemals etwas Vergleichbares erlebt“, so Cappucci. Kategorie-5-Stürme gebe es zwar, „aber sie treffen fast nie auf Land – das hier ist extrem selten“.
Regierung ordnet Zwangsevakuierungen an
Premierminister Andrew Holness hat eine verbindliche Evakuierung für alle tiefer gelegenen Regionen angeordnet. Öffentliche Schulen wurden geschlossen und der Unterricht auf Onlinebetrieb umgestellt.
Auch die beiden internationalen Flughäfen, der Norman Manley International Airport in Kingston und der Sangster International Airport in Montego Bay, haben den Betrieb vollständig eingestellt. Landesweit wurden 881 Notunterkünfte geöffnet, die laut Informationsministerin Dana Morris Dixon für alle Bürger kostenlos zugänglich sind.
Regenmengen „wie nie zuvor“
Laut dem US National Hurricane Center (NHC) werden in Jamaika Regenmengen von bis zu 1.000 Millimetern (40 Zoll) erwartet – Werte, „die das Land noch nie erlebt hat“, so Dixon. Der Oktober gilt ohnehin als der regenreichste Monat des Jahres, die Böden seien bereits „völlig durchnässt“. Nun drohten massive Überschwemmungen und Erdrutsche, vor allem in den Bergregionen der Insel.
Lebensgefährliche Fluten und Zerstörung erwartet
Das NHC warnt vor „katastrophalen, lebensbedrohlichen Sturzfluten“ und Sturmfluten von bis zu vier Metern Höhe. Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h werden Häuser zerstören, Stromleitungen abreißen und ganze Gemeinden von der Außenwelt abschneiden.
Auch in Kuba, Haiti und der Dominikanischen Republik wurden bereits Überschwemmungen und Todesopfer gemeldet. Der Sturm bewege sich nur langsam, was bedeute, dass die Sintflut-ähnlichen Regenfälle über Stunden oder gar Tage andauern könnten.
„Ein Sturm, wie wir ihn noch nie gesehen haben“
„Die Regierung hat alles getan, um uns vorzubereiten – aber das ist ein Sturm, wie wir ihn noch nie gesehen haben“, sagte Ministerin Dixon. „Das Land muss sich auf großflächige Überflutungen und Hangrutsche einstellen. Jetzt zählt jede Minute.“
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