Die iranischen Behörden haben die geplante Trauerzeremonie für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei verschoben. Grund sind die weiterhin intensiven Luftangriffe der USA und Israels auf Ziele im Iran.
Die dreitägige Trauerfeier sollte ursprünglich am Mittwochabend in einem großen Gebetskomplex in Teheran beginnen. Laut iranischen Behörden habe es jedoch so viele Anfragen von Menschen gegeben, die an der Zeremonie teilnehmen wollen, dass zusätzliche Infrastruktur vorbereitet werden müsse. Deshalb werde die Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Nachfolger für Chamenei bald erwartet
Unterdessen erklärte ein Mitglied des Expertenrats, dass das Gremium kurz davor stehe, einen Nachfolger für Chamenei zu bestimmen. Der 86-jährige Geistliche war zu Beginn der US-israelischen Luftoffensive am Samstag bei einem Angriff auf seinen Wohnkomplex in Teheran getötet worden. Dabei starben auch seine Ehefrau, ein Sohn und mehrere hochrangige Regierungsvertreter.
Der Expertenrat, ein religiöses Gremium mit 88 Mitgliedern, ist laut iranischer Verfassung dafür zuständig, den neuen Obersten Führer zu bestimmen. Medienberichten zufolge gilt Mojtaba Chamenei, einer der Söhne des getöteten Führers, als möglicher Favorit.
Krieg weitet sich aus
Währenddessen dauern die militärischen Angriffe an. Die USA und Israel führen weiterhin Luftschläge gegen militärische Ziele im Iran durch. Ein US-U-Boot versenkte nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministers Pete Hegseth eine iranische Fregatte im Indischen Ozean vor Sri Lanka. Von der Besatzung wurden 80 Tote geborgen, 32 Menschen konnten gerettet werden, weitere gelten als vermisst.
Hegseth erklärte außerdem, dass die USA und Israel innerhalb weniger Tage die vollständige Lufthoheit über Iran erreichen könnten.
Iran reagiert mit Gegenangriffen
Iran reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf Staaten im Nahen Osten, in denen sich US-Militärstützpunkte befinden.
Die Angriffe haben auch Nachbarländer getroffen:
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In Kuwait wurde ein elfjähriges Mädchen durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete getötet.
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In Saudi-Arabien gab es einen Drohnenangriff auf eine große Ölraffinerie.
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In der Türkei wurde eine iranische Rakete von Nato-Abwehrsystemen abgefangen.
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In Katar wurden zehn mutmaßliche Mitglieder iranischer Spionagezellen festgenommen.
Hohe Opferzahlen
Nach Angaben iranischer Medien sind seit Beginn der Angriffe über 1.000 Menschen getötet worden, darunter sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten. Menschenrechtsorganisationen sprechen von mehr als 1.090 zivilen Todesopfern, darunter 181 Kinder unter zehn Jahren.
Auch in Israel gab es Opfer durch iranische Raketenangriffe. In den vergangenen Tagen wurden dort zehn Menschen getötet.
Unterschiedliche Reaktionen im Iran
In Teheran versammelten sich Unterstützer der Regierung zu Protesten gegen die Angriffe der USA und Israels. Gleichzeitig zeigten Videos in sozialen Medien auch Szenen von Menschen, die den Tod Chameneis feierten – ein Zeichen für die tiefen politischen Spannungen im Land.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, Iran habe „keine andere Wahl als sich zu verteidigen“, nachdem diplomatische Bemühungen gescheitert seien.
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