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Iran meldet schwere Luftangriffe – zahlreiche Tote und massive Zerstörungen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat sich weiter verschärft. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte für Dienstag den bislang „intensivsten Tag der Luftschläge“ seit Beginn des Krieges an. Kurz darauf berichteten iranische Behörden über schwere Angriffe auf mehrere Ziele im Land.

Nach Angaben des Iranischen Roten Halbmonds wurden allein im Osten der Hauptstadt Teheran mindestens 40 Menschen getötet. Staatsmedien meldeten zudem Bombardierungen in Wohngebieten im Norden, Westen und Osten der Stadt sowie im Vorort Merschahr. Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

Auch außerhalb der Hauptstadt wurden Ziele getroffen. Berichtet wurde unter anderem über Angriffe auf das Hafenareal Haghani in Bandar Abbas im Süden des Landes, auf eine Polizeiwache in Isfahan sowie auf den historischen Tschehel-Sotun-Palast, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Hinweise auf geschwächte Luftabwehr

Augenzeugen in Teheran berichteten, dass US- und israelische Kampfflugzeuge inzwischen deutlich niedriger fliegen als zu Beginn der Angriffe. Beobachter werten dies als mögliches Zeichen dafür, dass die iranische Luftabwehr zunehmend geschwächt ist.

Hegseth erklärte zuvor, die USA würden ihre Operationen fortsetzen, „bis der Feind vollständig und endgültig besiegt ist“. Gleichzeitig ist es ungewöhnlich, dass militärische Planungen während eines laufenden Krieges öffentlich so konkret angekündigt werden.

Nach Angaben der US-Regierung wurden bisher mehr als 5.000 Ziele im Iran angegriffen. Gleichzeitig seien iranische Gegenangriffe stark zurückgegangen: Raketenangriffe seien um über 90 Prozent, Drohnenattacken um rund 85 Prozent gesunken. Auch diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Debatte über mögliches Kriegsende

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran am Wochenende mit einer weiteren Ausweitung der Angriffe gedroht und von möglichen Zielen gesprochen, die „komplette Zerstörung“ erfahren könnten. Am Montag stellte er jedoch auch ein mögliches baldiges Ende des Krieges in Aussicht.

Israels Außenminister Gideon Saar erklärte nach einem Treffen mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul, dass Israel über den Zeitpunkt eines möglichen Endes der Angriffe gemeinsam mit den USA entscheiden werde.

Berichten zufolge hat Washington Israel außerdem gebeten, Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur vorerst zu stoppen. Hintergrund seien Überlegungen, nach dem Krieg wieder mit dem iranischen Ölsektor zusammenzuarbeiten und eine weitere Eskalation im Persischen Golf zu vermeiden.

Zehntausende Menschen fliehen aus Teheran

Die humanitäre Lage verschlechtert sich zunehmend. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind Zehntausende Menschen aus Teheran geflohen, um den Bombardements zu entkommen.

Ein Vertreter der iranischen Gesundheitsbehörden berichtete zudem, dass neun Krankenhäuser ihren Betrieb einstellen mussten, nachdem sie beschädigt oder zerstört worden waren. Auch zahlreiche Rettungsstationen, Krankenwagen und medizinische Einrichtungen seien getroffen worden.

Der Rote Halbmond spricht von massiven Schäden an der Infrastruktur: Rund 16.000 Wohnungen, etwa 30 Schulen und 3.300 Geschäfte seien zerstört oder beschädigt worden. Zudem kommt es laut Berichten aus dem Land zu Störungen im Bankensystem, wodurch Geldabhebungen, Onlinebanking und Kartenzahlungen teilweise nicht möglich sind.

Angriffe auch im Libanon und Israel

Der Konflikt hat sich inzwischen auf weitere Länder ausgeweitet. Israel setzt seine Angriffe gegen die proiranische Hisbollah im Libanon fort. Nach Angaben des UNHCR sind dort inzwischen mehr als 667.000 Menschen auf der Flucht.

Der Iran reagierte wiederum mit Drohnen- und Raketenangriffen auf Israel, unter anderem auf Treibstofflager in der Hafenstadt Haifa. In mehreren Städten, darunter Tel Aviv, wurde erneut Raketenalarm ausgelöst.

Drohung um Straße von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden drohten zudem, keinen Liter Öl mehr durch die Straße von Hormus passieren zu lassen, falls die Angriffe weitergehen. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport.

Die USA prüfen derzeit, Öltanker mit Kriegsschiffen zu eskortieren, um den Schiffsverkehr zu sichern. Das Weiße Haus stellte jedoch klar, dass bisher noch keine Eskorteinsätze durchgeführt wurden, nachdem zuvor widersprüchliche Angaben aus der US-Regierung für Verwirrung gesorgt hatten.

Internationale Warnungen

UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte vor einer gefährlichen Eskalationsspirale. Der Konflikt entwickle sich zunehmend zu einer „Auge-um-Auge-Dynamik“, die vor allem die Zivilbevölkerung treffe.

„Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen nach dem Kriegsrecht unter allen Umständen geschützt werden“, betonte Türk. Alle Konfliktparteien müssten sich daran halten – die Welt schaue zu.

Verletzte US-Soldaten

Nach Angaben des Pentagons wurden seit Beginn des Krieges rund 140 US-Soldaten verletzt, die meisten nur leicht. 108 von ihnen sind bereits wieder im Dienst, während acht Soldaten schwerer verletzt wurden. Insgesamt sind bislang sieben US-Soldaten ums Leben gekommen.

Der Krieg hatte am 28. Februar mit gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels auf Iran begonnen. Seitdem liefern sich beide Seiten gegenseitige Raketen- und Drohnenangriffe, die den Konflikt zunehmend auf die gesamte Region ausweiten.

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