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Interview: „Behörden fordern niemals Garantiezahlungen“ – Rechtsanwalt Niklas Linnemann zur aktuellen BaFin-Warnung

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Die BaFin warnt aktuell gleich vor mehreren Betrugsmaschen: einer gefälschten „Garantieerklärung“ im Namen der britischen Finanzaufsicht FCA – versehen mit dem Logo des Bundesfinanzministeriums – sowie vor einem gefälschten Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF), in dem 550 Euro zur angeblichen Entsperrung eines Bankkontos gefordert werden. Wir sprechen mit Rechtsanwalt Niklas Linnemann.

Herr Linnemann, was steckt hinter diesen neuen Betrugsfällen?

In beiden Fällen nutzen Kriminelle die Namen und Logos staatlicher Institutionen, um Seriosität vorzutäuschen. Einmal geht es um eine angebliche „Garantieerklärung“ der britischen FCA, bei der Verbraucher Geld überweisen sollen, um eine Transaktion durchführen zu können. Im anderen Fall wird ein gefälschtes BMF-Schreiben mit dem Titel „Formal Notice of Final Statutory Tax Clearance Requirement and Reinstatement Assurance“ verschickt. Dort sollen Betroffene 550 Euro zahlen, um eine angebliche Kontosperrung aufzuheben. Beides ist frei erfunden.

Das BMF-Schreiben wirkt sehr offiziell – sogar mit Unterschriften?

Ja, laut BaFin tragen die Schreiben gefälschte Unterschriften des Bundesfinanzministers Lars Klingbeil und des Parlamentarischen Staatssekretärs Dennis Rohde. Genau das zeigt, wie professionell diese Täter vorgehen. Sie kopieren Logos, Layouts und Namen, um maximalen Druck aufzubauen.

Woran erkennt man, dass es sich um Betrug handelt?

Ein ganz klares Warnsignal ist jede Zahlungsaufforderung im Namen einer Aufsichts- oder Finanzbehörde. Weder die BaFin noch die FCA oder das Bundesministerium der Finanzen fordern von Privatpersonen Geld, um Transaktionen freizugeben oder Konten zu „entsperren“. Behörden verschicken keine solchen Rechnungen per E-Mail oder Brief.

Was sollten Betroffene tun?

Erstens: Nicht zahlen. Zweitens: Nicht antworten. Drittens: Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten. Zusätzlich sollte man die BaFin informieren. Wer unsicher ist, kann direkt bei der Behörde nachfragen.

Und wenn bereits Geld überwiesen wurde?

Dann sollte umgehend die eigene Bank kontaktiert werden, um eine Rückholung der Zahlung zu prüfen. Parallel ist eine Strafanzeige wichtig. Je schneller reagiert wird, desto größer ist die Chance, zumindest einen Teil des Geldes zu sichern.

Wie bewerten Sie die Entwicklung insgesamt?

Die Täter werden immer dreister und internationaler. Sie kombinieren Identitätsdiebstahl, gefälschte Dokumente und psychologischen Druck. Mein Rat ist eindeutig: Sobald eine angebliche Behörde Geld fordert, sollten alle Alarmglocken schrillen. Staatliche Stellen fordern keine „Garantien“ oder Gebühren zur Kontofreigabe.**

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