In der US-amerikanischen Stadt New Orleans gelang zehn Häftlingen – darunter mehrere wegen Mordes Angeklagte – ein spektakulärer Ausbruch aus dem Orleans Parish Jail. Ermittler vermuten, dass die Gefangenen Unterstützung von innen hatten.
Ausbruch mitten in der Nacht
Der Gefängnisausbruch fand offenbar gegen Mitternacht statt, entdeckt wurde er jedoch erst am nächsten Morgen bei einer Zählung um 08:30 Uhr. Einer der Ausbrecher wurde mittlerweile gefasst – die anderen neun gelten als „bewaffnet und gefährlich“.
Sheriff Susan Huston betonte in einer Pressekonferenz:
„Ohne Hilfe kommt hier keiner raus.“
Die Behörden vermuten, dass Gefängnismitarbeiter in den Ausbruch verwickelt sein könnten.
„To Easy LoL“ – Hohn und Spott an der Gefängniswand
Die mutmaßlich mit Insiderhilfe geplante Flucht verlief filmreif:
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Die Häftlinge rissen die Schiebetür ihrer Zelle aus der Verankerung.
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Anschließend brachen sie eine Toilette aus der Wand und zerstörten die dahinterliegenden Metallgitter, die als Rohrleitungsschutz dienten.
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Sie zwängten sich durch das entstandene Loch in der Wand und kletterten anschließend eine Mauer hinunter.
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Schließlich rannten sie über eine nahegelegene Schnellstraße davon.
Besonders makaber: An der Wand hinterließen die Ausbrecher eine Nachricht, die Hohn und Spott ausdrückte:
„To Easy LoL“ – daneben ein Pfeil, der auf das Loch zeigt.
Eine Smiley-Zeichnung mit herausgestreckter Zunge rundet das freche Kunstwerk ab.
Die Verfolgung beginnt
Einer der Entflohenen, Kendall Myles, konnte bereits wieder festgenommen werden. Mithilfe von Gesichtserkennungstechnologie wurde er in der Nähe des French Quarter identifiziert. Er versuchte zu Fuß zu flüchten und versteckte sich schließlich unter einem Auto in einem Parkhaus.
Die Orleans Parish Sheriff’s Office korrigierte später die Zahl der Ausbrecher von 11 auf 10. Laut Sheriff Hutson seien die Häftlinge vermutlich nicht mehr in ihren Gefängnisuniformen unterwegs.
Die restlichen neun Ausbrecher sind weiterhin auf freiem Fuß. Das FBI und die US Marshals unterstützen die örtliche Polizei bei der Fahndung.
Insiderhilfe? Verdächtige Hinweise
Die Ermittler gehen von einer geplanten Aktion mit Unterstützung aus dem Inneren des Gefängnisses aus. Besonders die sauber durchtrennten Metallgitter an der Toilettenöffnung geben Rätsel auf. Solch präzise Schnitte lassen darauf schließen, dass die Ausbrecher Zugang zu professionellem Werkzeug hatten.
Anne Kirkpatrick, Polizeichefin von New Orleans, machte deutlich:
„Sollte jemand den Häftlingen geholfen haben, wird er strafrechtlich verfolgt.“
Gefahr für die Bevölkerung
Die Polizei hat die Opfer einiger Ausbrecher bereits benachrichtigt, da einige von ihnen wegen Mordes und anderen Gewalttaten angeklagt sind. Die Behörden warnen die Bevölkerung und rufen dazu auf, verdächtige Personen oder Aktivitäten sofort zu melden.
Flucht oder PR-Aktion?
Der Ausbruch wirft viele Fragen auf: War es wirklich ein gut geplanter Coup mit Insiderhilfe? Oder handelt es sich um eine Kombination aus schlampiger Sicherheitsüberwachung und dem ungeheuren Glück der Häftlinge?
Die dreiste Nachricht an der Wand, „To Easy LoL“, wirkt jedenfalls wie eine gezielte Provokation gegenüber den Behörden – als wollten die Ausbrecher sagen: „Ihr kriegt uns nicht.“
Die Zeit wird zeigen, ob die neun Flüchtigen die Freiheit tatsächlich genießen können – oder ob die Schnitzeljagd bald ein Ende findet.
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