Der Gerichtssaal platzt aus allen Nähten, Kameras klicken wie bei einer royalen Hochzeit, und mittendrin schreitet er ein: Rene Benko, der einstige Immobilien-Messias mit Yacht-Abo und Elbtower-Ambitionen – jetzt in der Rolle des Angeklagten. Der Anlass? Eine knackige Krida-Anklage wegen 660.000 Euro, die angeblich in Benkos persönlichem Bermuda-Dreieck verschwunden sind – zwischen Villa, Mutti und Stiftung.
🧊 „Nicht schuldig“ – sagt der Mann, der nicht einmal seine Immobilie bezogen hat
In der wohl teuersten Wohngemeinschaft Österreichs, der Untersuchungshaft Wien, hat der Selfmade-Milliardär nun genug Zeit, sich auf sein Comeback vorzubereiten – als Star der Justiz-Soap „Signa – der letzte Turm fällt“. Vor Richterin Wegscheider gibt sich Benko wortkarg, aber bestimmt: „Nicht schuldig.“ Natürlich, was auch sonst. Der Anwalt hat schließlich gesagt, dass man das immer zuerst sagen muss.
🕵️♀️ Die Anklage: Von Villen, Millionen und Mutterliebe
Laut WKStA hat Benko kurz vor dem finalen Signa-Salto rückwärts ein Häuschen für 360.000 Euro angemietet – „unbewohnbar“, sagt die Staatsanwältin. „Bewohnbar deluxe“, kontert Benko später via Anwalt: Die Betten seien schon aufgeklappt gewesen – da müsse doch jemand einziehen wollen!
Und als wäre das nicht genug Herzenswärme im kalten Insolvenzsturm, spendierte er Mutti auch noch 300.000 Euro. Als „Darlehensrückzahlung“ getarnt – oder wie die Staatsanwältin sagt: „Rückschenkung der Schenkung“. (Wem jetzt der Kopf raucht, keine Sorge – dem Gericht ging’s ähnlich.)
🧠 Verteidiger Wess: „Ich versteh die Anklage nicht – juristisch oder emotional“
Benko hat zum Glück Norbert Wess, seinen rhetorischen Rettungsschwimmer, dabei. Der kontert die Vorwürfe mit einem Argumentationsfeuerwerk zwischen juristischer Haarspalterei und stilvoller Schnappatmung:
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„Das Mietrecht sichert man sich durch einen Vertrag, nicht durch Vorauszahlung!“
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„Der Wasserschaden war erst 2024!“
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„Das Geld gehörte gar nicht Benko – das war nur geliehen!“
Kurz: Wenn Schulden Geld wären, wäre Benko immer noch Milliardär.
👨👩👧👦 Familiendrama meets Zivilprozess
Geladen waren auch Mutter, Schwester und Ehefrau – ein ganzes Familienquartett auf der Zeugenliste. Doch alle drei zogen die Trumpfkarte: „Wir sagen nix – Familie ist Familie.“ Vielleicht, weil sie auf Staffel 2 der Netflix-Serie „Benko Confidential“ warten. Oder weil sie wissen: Bei zu vielen Aussagen kann man sich auch ein weiteres Verfahren einhandeln.
💰 Signa – der Konzern, der nie wirklich einer war
In Zahlen liest sich das Benko-Debakel wie ein kafkaesker Börsenroman:
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Über 1.000 Gesellschaften
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Mehr als 150 Insolvenzen
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Gläubigerforderungen in Milliardenhöhe
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Und ein Ex-Chef, der auf einmal sagt: „Ich habe das alles gar nicht wirklich geleitet.“
Das ist, als würde man den Kapitän der Titanic im U-Boot finden – und der sagt: „Ich war eigentlich nur Passagier.“
🎬 Was kommt als Nächstes?
Das Verfahren wurde nach zwei Stunden vertagt – offenbar war der Zeuge nicht auffindbar. Vielleicht im Elbtower, vielleicht in der Signa-Dimension zwischen Realität und PowerPoint. Mittwoch geht’s weiter – mit noch mehr Medienrummel, juristischen Volten und der ewigen Frage: Wird Rene Benko in der Villa Hungerburg einziehen oder in der Zelle von Block B?
ORF III liefert am Abend das passende TV-Programm: „Zur Sache – Benko live“ und „Benko – die Doku“. Fehlen nur noch die Zuschauer-Votings und Dieter Bohlen als Gastjuror.
Fazit:
Der erste Akt ist gespielt. Das Skript verspricht Spannung, Intrigen und ein bisschen Alpen-Glamour. Man darf sich auf den zweiten Prozesstag freuen – oder wie Benko sagen würde: „Ich seh das sportlich – und ich wohne eh nicht mehr da.“
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