Startseite Allgemeines Ikea muss blechen – wegen neugieriger Kameras am Westbahnhof
Allgemeines

Ikea muss blechen – wegen neugieriger Kameras am Westbahnhof

CopyrightFreePictures (CC0), Pixabay
Teilen

Die Möbelfirma mit dem bekannten Imbiss für 1-Euro-Hotdogs hat nun ein teureres Menü zu verdauen: 1,5 Millionen Euro Strafe wegen unerlaubter Videoüberwachung. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht /Wien(BVwG) nach einer Datenschutz-Panne in der Wiener Ikea-Filiale am Westbahnhof.


🎥 Big Brother im Billy-Regal?

Alles begann 2022 mit einer anonymen Anzeige: In der Ikea-Filiale sollen Kameras nicht nur Kund:innen, sondern auch zufällig vorbeigehende Passant:innen ins Visier genommen haben. Besonders brisant: Eine der Kameras filmte sogar PIN-Eingaben an der Kassa – und das gleich 72 Stunden lang. Datensicherheit adé.

Ermittlungen der Datenschutzbehörde ergaben: Von neun installierten Kameras waren gleich mehrere nicht datenschutzkonform. Das Urteil: 30 Verstöße, 28 davon wurden vom BVwG nun bestätigt. Ikea hatte Einspruch eingelegt, verlor aber weitgehend.

❌ Schneeräumung oder Spitzel-Show?

Einige Kameras sollten laut Ikea eigentlich nur den Winterdienst dokumentieren – blöderweise fingen sie auch Nachbarn, Kundschaft und wahrscheinlich das Wetter am ganzen Westbahnhof ein. Sieben Kameras hatten ein viel zu großes Blickfeld, sechs überwachten Bereiche ohne gesetzliche Grundlage.

Besonders peinlich: Ikea behauptete im Verfahren, ein Ex-Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma habe aus Rache die digitale Verpixelung entfernt. Laut Gericht hatte dieser aber weder die Befugnis noch das technische Know-how, das überhaupt zu tun. Ikea versäumte es zudem, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das Verhalten? „Grob fahrlässig“, sagt das Gericht.

📸 Ein teures Missverständnis?

Trotz der klaren Worte will Ikea das nicht auf sich sitzen lassen. In einer ersten Reaktion kündigte der Möbelriese Revision beim Verwaltungsgerichtshof an. Sprecherin Christina Strauss betonte, dass „niemand zu Schaden gekommen“ sei – die Aufnahmen seien weder angesehen noch verwendet worden.

Die Strafe sei unverhältnismäßig, verglichen mit anderen DSGVO-Fällen. Außerdem, so Ikea sinngemäß: „Ohne personenbezogene Daten keine Datenschutzverletzung.“ Klingt fast wie: Wenn niemand’s gesehen hat, ist’s auch nicht passiert.

📋 Fazit: Datenschutz ist kein Möbelbaukasten

Ikea Österreich betont zwar, Datenschutz sehr ernst zu nehmen – doch das BVwG sah das anders. Die Kameras haben jedenfalls mehr gesehen, als sie durften – und das kommt Ikea jetzt teuer zu stehen.

Bleibt abzuwarten, ob der Verwaltungsgerichtshof die Revision durchwinkt. Bis dahin heißt es: PIN verdecken, bevor du Pax bezahlst.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Trumps neue Weltordnung wird Realität – Europa muss sich rasch neu ausrichten

Norwegen gewinnt. Wieder. Und wieder. Und wieder. Vier Wettbewerbe, viermal Gold –...

Allgemeines

„Es ist nie zu spät“: Savannah Guthrie bittet erneut um Freilassung ihrer Mutter – FBI untersucht DNA-Spur

Zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Kidnapping ihrer 84-jährigen Mutter hat die US-Fernsehmoderatorin...

Allgemeines

Israel: Soldatinnen nach Verfolgung durch Ultraorthodoxe von Polizei gerettet

In der israelischen Stadt Bnei Brak sind zwei Soldatinnen der israelischen Armee...

Allgemeines

Kritik an Google: Gesundheits-Hinweise bei KI-Antworten zu unauffällig platziert

Der Technologiekonzern Google steht in der Kritik, weil er Warnhinweise bei KI-generierten...