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Ich ließ Künstliche Intelligenz meinen Sommerurlaub planen – das kam dabei heraus

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay
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 Immer mehr Reisende überlassen die Planung ihres Urlaubs inzwischen der Künstlichen Intelligenz. Ob Reiserouten, Ausflugsziele oder Tagespläne – Programme wie ChatGPT sollen helfen, Zeit zu sparen und perfekte Empfehlungen zu liefern. Doch funktioniert das wirklich?

Drei britische Familien erzählen, wie ihr Sommerurlaub verlief – geplant von einer KI.


Alan Smith: Ein Zufallstreffer in Nordspanien

Für Alan Smith aus Kent wurde die KI zum echten Reiseberater. Der 62-Jährige bat ChatGPT, eine Reiseroute durch Nordspanien mit kurzen Fahrtstrecken vorzuschlagen – und stieß dabei auf Castro Urdiales, eine kleine Hafenstadt mit gotischer Kirche und Fischmarkt, von der er zuvor noch nie gehört hatte.

„Es war der Höhepunkt unseres Urlaubs“, sagt Smith. „Ein bisschen wie San Sebastián, nur kleiner, authentischer und mit weniger Touristen.“

Gemeinsam mit seiner Frau und der Tochter samt Freund fuhr er mit dem Wohnwagen nach Spanien – alle Orte auf der Route hatte ChatGPT vorgeschlagen.
Die Vorschläge überprüfte Smith mit Google Maps und Reiseblogs, bevor er Unterkünfte buchte.

Laut einem Bericht des britischen Reiseverbands ABTA nutzen inzwischen acht Prozent aller Urlauber KI-Tools bei der Planung, in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sogar 18 Prozent. In Smiths Altersklasse sind es erst drei Prozent.

Trotz seiner Begeisterung bleibt Smith vorsichtig:

„ChatGPT liefert beeindruckende Ergebnisse – aber manchmal auch völligen Unsinn.“


Hannah Read: Als die Fähre ins Nichts führte

Weniger glücklich verlief das KI-Experiment von Hannah Read aus Nordwales.
Die 37-Jährige wollte mit ihrer Familie mit dem Auto nach Norwegen reisen und fragte ChatGPT, ob es eine Fähre von Großbritannien nach Bergen gebe.

„Es sagte mir, es gäbe eine Verbindung von Newcastle nach Bergen. Ich war begeistert – bis ich nachsah.“

Denn die Route wurde bereits 2008 eingestellt. Auf einem Reiseportal fand Hannah schnell heraus, dass es keine direkte Fährverbindung mehr gibt.

„Ich war enttäuscht. Ich hatte die Reise im Kopf schon geplant. Mein Fazit: Vertraue KI nicht blind – man muss alles nachprüfen.“

Selbst ChatGPT weist Nutzer darauf hin, wichtige Informationen selbst zu verifizieren – ein Hinweis, den Hannah nun wörtlich nimmt.


David Harris: Effizient durch New York

Ganz anders erging es David Harris aus London. Der 46-Jährige nutzte KI, um den Städteurlaub seiner Familie in New York zu strukturieren.

„Ich wusste, wohin wir wollen – aber nicht, wie viel wir in viereinhalb Tagen schaffen.“

Er bat ChatGPT, Sehenswürdigkeiten nach Stadtteilen zu ordnen, damit die Familie zu Fuß zwischen ihnen wechseln konnte.
Die KI stellte eine kompakte Tagesplanung zusammen – vom Rockefeller Center bis zu Taylor Swifts Haus.

„Nach ein paar Nachfragen war der Plan perfekt. Wir konnten fast alles unterbringen.“

Erst später kam Harris die Idee, auch Flug- und Hotelpreise mit der KI zu vergleichen – was er für die nächste Reise in den Mittelmeerraum testen will.

„Man muss wissen, wie man die Tools richtig nutzt – dann sind sie ein echter Gewinn.“


Experten warnen vor falschen Erwartungen

Alistair Berry, Moderator des britischen Reise-Forums UK Travel auf Reddit, sieht in der KI ein nützliches Werkzeug – aber mit Grenzen:

„Manche Chatbots geben schlicht unrealistische Tipps. Wir sehen viele Amerikaner, die glauben, sie könnten London, Edinburgh und die Cotswolds in vier Tagen schaffen – weil ChatGPT ihnen das sagt.“

Er warnt, dass KI-Modelle dazu neigen, optimistische und zustimmende Antworten zu liefern – oft ohne Rücksicht auf Machbarkeit oder aktuelle Daten.

„KI kann inspirieren, aber sie ersetzt keine echte Reiseplanung. Sonst steht man am Ende an einem Hafen – ohne Fähre.“


Fazit: Hilfreich, aber nicht unfehlbar

Künstliche Intelligenz kann Reisenden helfen, Ideen zu finden, Zeit zu sparen und Routen zu strukturieren.
Doch sie ersetzt nicht das eigene Nachdenken und Recherchieren – insbesondere bei Flügen, Hotels oder Fährverbindungen, wo Fehlinformationen teuer werden können.

Oder wie Alan Smith es formuliert:

„ChatGPT war unser bester Reiseberater – solange ich den letzten Check selbst machte.“

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