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IAEA-Chef: Iran könnte Urananreicherung binnen Monaten wieder aufnehmen

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er Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat erklärt, dass der Iran seine Urananreicherung innerhalb weniger Monate wieder hochfahren könnte. Dies widerspricht den Aussagen von Ex-Präsident Donald Trump, der nach US-Luftangriffen auf iranische Atomanlagen behauptet hatte, das iranische Nuklearprogramm sei „für Jahrzehnte zurückgeworfen“ worden.

In einem Interview mit dem US-Sender CBS News sagte Grossi: „Es ist klar, dass schwerer Schaden entstanden ist – aber kein vollständiger. Die technischen Kapazitäten Irans bestehen weiterhin.“ Laut Grossi könnten binnen kurzer Zeit wieder Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb genommen werden.

Die Aussagen stützen die erste Einschätzung der US-Militärgeheimdienste, wonach die US-Schläge auf drei iranische Atomanlagen nur begrenzten Einfluss auf die nuklearen Fähigkeiten des Landes hatten. Satellitenbilder vom 22. Juni zeigen zwar Zerstörungen – laut Grossi seien aber wichtige industrielle Strukturen intakt geblieben.

Unklare Antworten und fehlende Transparenz

Grossi kritisierte außerdem die unzureichende Kooperation Irans mit der IAEA vor und nach den Angriffen. „Es gab Funde von angereichertem Uran an Orten, die nicht deklariert waren – und wir haben nie glaubhafte Erklärungen erhalten,“ so Grossi. Die Agentur habe „in sensiblen Bereichen wie der Anzahl von Zentrifugen und der Menge an Material“ bis zuletzt Einblick gehabt, jedoch blieben andere Aspekte im Dunkeln.

Der IAEA-Chef betonte, dass die internationale Kontrolle über das iranische Nuklearprogramm zunehmend gefährdet sei. Das iranische Parlament habe kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das die Zusammenarbeit mit der Atomaufsichtsbehörde einschränke. Außenminister Abbas Araghchi sprach zudem von einer möglichen Aufkündigung des Atomwaffensperrvertrags (NPT).

Spannungen nach 12-tägigem Konflikt

Die aktuelle Entwicklung folgt auf einen zwölf Tage andauernden militärischen Schlagabtausch zwischen Israel, dem Iran und später auch den USA. Israel hatte erklärt, mit seinen Luftschlägen einen iranischen Durchbruch zur Atombombe verhindern zu wollen. Die USA griffen daraufhin drei wichtige iranische Nuklearanlagen an. Die Effektivität dieser Angriffe wird nun in Frage gestellt.

Unklare Lage, wachsende Besorgnis

Die IAEA fordert weiterhin vollen Zugang zu allen relevanten iranischen Einrichtungen. Die Frage, ob der Iran derzeit an Atomwaffen arbeitet oder kurz davor war, ließ Grossi offen. „Wir haben kein aktives Waffenprogramm gesehen – aber es gab zu viele unbeantwortete Fragen,“ so der UN-Beamte.

Obwohl die US-Regierung bislang nicht offiziell auf Grossis Aussagen reagiert hat, wächst international die Sorge, dass der Iran sich weiter vom internationalen Atomabkommen entfernt – und in absehbarer Zeit erneut nukleare Schwellenwerte überschreiten könnte.

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