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Hunger, Kälte, Hoffnungslosigkeit: Die düstere Realität in US-Einwanderungshaft

diema (CC0), Pixabay
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Ehemalige Häftlinge und Aktivisten schlagen Alarm über miserables Essen, fehlende medizinische Versorgung und systematische Unterernährung – in einem System, das keine Strafe sein soll.


„Wir hatten ständig Hunger“ – Bericht einer ehemaligen Insassin

Camila Muñoz, eine junge Frau aus Lateinamerika, schildert ihren Aufenthalt in einem US-Einwanderungslager als demütigend, entwürdigend und vor allem: hungrig.

  • Mahlzeiten ungenießbar: Tiefgekühlte Bologna-Wurstscheiben, sauer gewordene Bohnen, geleeartige Marmelade mit Kristallen – das war Alltag.

  • Portionen zu klein, Mahlzeiten unregelmäßig: Frühstück manchmal um 4 Uhr morgens, Mittagessen um 10 Uhr, Abendessen viele Stunden später.

  • Frisches Obst? Fehlanzeige.

  • Körperliche Folgen: Magenprobleme, Durchfall, Gewichtsverlust – selbst bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Nierenproblemen.

ICE und Betreiber verteidigen sich – doch die Fakten sprechen eine andere Sprache

  • Das Richwood-Zentrum wird vom privaten Anbieter LaSalle Corrections betrieben, unter Vertrag mit der US-Behörde ICE (Immigration and Customs Enforcement).

  • ICE behauptet, die Einrichtungen würden den nationalen Standards entsprechen.

  • Doch offizielle Inspektionsberichte zeigen wiederholt Verstöße, etwa bei fehlenden Speiseplänen oder unzureichender Ernährung.

  • Die Anbieter wechseln zu billigeren Lieferanten wie „Shaver Foods“, einem Unternehmen, das sich selbst als „führend in kostengünstiger Verpflegung“ bezeichnet.

System mit Systemfehler – oder Geschäftsmodell?

Forscher und Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass schlechte Ernährung ein bewusstes Geschäftsmodell sei:

  • Geringe Ausgaben für Essen = höhere Profite.

  • Der Hunger zwingt Häftlinge, in der Gefängnis-Kantine (Commissary) zu überteuerten Preisen einzukaufen.

  • Ironie des Systems: Der Kiosk wird von derselben Firma betrieben, die auch das Essen stellt – ein klassischer Fall von Doppeltverdienern am Leid.

Kein Verbrechen – trotzdem wie im Gefängnis

Wichtig: Einwanderungshaft ist keine Strafhaft – sie ist rechtlich als „nicht-punitiv“ (nicht strafend) definiert.

Doch:

  • Die Menschen sind nicht verurteilt, wissen aber oft nicht, wie lange sie bleiben müssen.

  • Inzwischen mehr als 60.000 Menschen in ICE-Haft – mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt seit den Internierungslagern für japanischstämmige Amerikaner im Zweiten Weltkrieg.

Zynisches Fazit eines Häftlings: „Dienstag ist Festtag – da gibt’s Hähnchen.“

Diese Aussage unterstreicht die Verzweiflung: Einmal pro Woche gibt es ein Viertel Hähnchen – das Highlight.

  • Ansonsten: Warten, Hunger, Scham.

  • Einige denken sogar daran, Essen von anderen zu stehlen, so groß ist die Not.

Fazit: Hunger als Haftpolitik?

Was als „nicht-strafende“ Verwahrung gedacht war, entwickelt sich zunehmend zu einem unmenschlichen System – geprägt von Unterversorgung, Privatisierungsprofiten und mangelnder Kontrolle.

Eine Zivilhaft mit kriminellen Bedingungen.

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