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HMS Bergbau: 95 Millionen Euro Anleihekapital – wie solide ist die Bilanz hinter dem 10-Prozent-Kupon?

daninthepan1 (CC0), Pixabay
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Die HMS Bergbau AG gehört zu den interessantesten Anleiheemittenten, die in dieser Woche neue Finanzzahlen veröffentlicht haben.

Am 30. September 2026 legte der international tätige Rohstoffhändler seinen vollständigen Halbjahresbericht für die ersten sechs Monate 2026 vor.

Für Anleihegläubiger ist dieser Bericht besonders interessant.

Denn HMS hat seine Finanzierung über den Kapitalmarkt inzwischen erheblich ausgeweitet.

Die Unternehmensanleihe 2025/2030 ist mit 10 Prozent jährlich verzinst und wurde im Juli 2026 nochmals um 25 Millionen Euro aufgestockt.

Inzwischen beträgt das platzierte Nominalvolumen 95 Millionen Euro.

Damit stellt sich eine naheliegende Frage:

Wie viel wirtschaftliche Substanz und wie viel laufender Cashflow stehen hinter 95 Millionen Euro Anleihekapital mit einem Kupon von zehn Prozent?

Die Antwort fällt differenziert aus.

HMS präsentiert zum Halbjahr erhebliches Wachstum, einen positiven Konzerngewinn, steigendes Eigenkapital und knapp 50 Millionen Euro Liquidität.

Gleichzeitig ist die Bilanz innerhalb von sechs Monaten massiv gewachsen, die Forderungen sind auf fast 218 Millionen Euro gestiegen und die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich nahezu verdoppelt.

Für Anleihegläubiger lohnt deshalb der Blick hinter Umsatz und EBITDA.

Zunächst die Anleihe: 10 Prozent Zinsen bis 2030

Die HMS-Bergbau-Anleihe 2025/2030 besitzt einen ungewöhnlich hohen Kupon von 10,0 Prozent pro Jahr.

Die Zinsen werden halbjährlich am 2. Juni und 2. Dezember gezahlt.

Endfällig ist die Anleihe am 2. Juni 2030.

Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2026 waren nominal 78 Millionen Euro ausstehend.

Der bilanzielle Buchwert betrug 77,91 Millionen Euro.

Nach dem Bilanzstichtag erfolgte jedoch eine weitere Aufstockung.

Im Juli wurden zusätzliche Schuldverschreibungen platziert.

Damit stieg das tatsächlich platzierte Nominalvolumen auf 95 Millionen Euro.

Daraus resultieren rechnerisch 9,5 Millionen Euro Zinsen pro Jahr

Bei einem Nominalvolumen von 95 Millionen Euro und einem Kupon von zehn Prozent ergibt sich bei unverändert vollständig ausstehendem Volumen eine rechnerische jährliche Kuponbelastung von:

9,5 Millionen Euro.

Das ist eine erhebliche laufende Verpflichtung.

Bis zur Endfälligkeit 2030 muss HMS damit nicht nur die operative Entwicklung finanzieren.

Das Unternehmen muss jährlich Millionenbeträge für die Anleihezinsen bereitstellen und am Ende grundsätzlich auch das Anleihekapital refinanzieren oder zurückzahlen.

Die Anleihe ist nicht nachrangig – aber auch nicht besichert

Für Anleger ist die rechtliche Struktur wichtig.

Nach den Angaben im Halbjahresbericht handelt es sich um eine nicht nachrangige, unbesicherte Anleihe.

Die Schuldverschreibungen stehen untereinander gleichrangig.

Eine spezielle dingliche Besicherung zugunsten der Anleihegläubiger besteht nicht.

Dafür enthalten die Anleihebedingungen bestimmte finanzielle Schutzklauseln.

Dazu gehören insbesondere ein Mindest-Eigenkapital von 25 Millionen Euro, eine Mindest-Eigenkapitalquote von 7,5 Prozent und eine Negativverpflichtung.

Zum Halbjahresstichtag lag HMS deutlich oberhalb dieser Schwellen.

507 Millionen Euro Bilanzsumme

Die Bilanzsumme des HMS-Konzerns betrug zum 30. Juni 2026 rund 507,18 Millionen Euro.

Ende 2025 waren es lediglich 357,64 Millionen Euro.

Innerhalb von sechs Monaten ist die Bilanz damit um knapp 150 Millionen Euro beziehungsweise rund 42 Prozent gewachsen.

Das ist enorm.

Die Expansion hängt sowohl mit der Ausweitung des Handelsgeschäfts als auch mit der Konsolidierung und Entwicklung eigener Bergbauaktivitäten zusammen.

Für Anleger bedeutet eine größere Bilanz allerdings nicht automatisch mehr Sicherheit.

Entscheidend ist, aus welchen Vermögenswerten dieses Wachstum besteht und wie es finanziert wurde.

Eigenkapital steigt auf knapp 155 Millionen Euro

Positiv ist zunächst die Entwicklung des Eigenkapitals.

Zum Jahresende 2025 verfügte der Konzern über rund 132,64 Millionen Euro Eigenkapital.

Zum 30. Juni 2026 waren es rund 154,92 Millionen Euro.

Das entspricht einem Anstieg von gut 22 Millionen Euro.

Die Eigenkapitalquote ist trotzdem gefallen.

Sie sank von rund 37 Prozent auf etwa 30,5 Prozent.

Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die Bilanz insgesamt noch wesentlich schneller gewachsen ist als das Eigenkapital.

Eine Eigenkapitalquote von rund 30 Prozent bedeutet allerdings weiterhin einen erheblichen bilanziellen Risikopuffer.

Von einer bilanziell extrem dünnen Kapitalisierung kann auf Basis dieser Halbjahreszahlen nicht gesprochen werden.

Knapp 50 Millionen Euro Liquidität

Auch die liquiden Mittel sind gestiegen.

Zum Jahresende 2025 verfügte HMS über rund 37,10 Millionen Euro Zahlungsmittel.

Am 30. Juni 2026 waren es bereits 49,94 Millionen Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von knapp 12,84 Millionen Euro.

Für Anleihegläubiger ist das grundsätzlich positiv.

Allerdings sollte man diese Zahl nicht isoliert betrachten.

Den knapp 50 Millionen Euro Liquidität stehen erhebliche operative und finanzielle Verpflichtungen gegenüber.

Und insbesondere das Handelsgeschäft benötigt viel Working Capital.

Der größte Bilanzposten sind inzwischen Forderungen

Genau hier liegt einer der wichtigsten Punkte des Halbjahresabschlusses.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen stiegen innerhalb von sechs Monaten von rund 137,61 Millionen Euro auf 217,64 Millionen Euro.

Das ist ein Anstieg um rund 80 Millionen Euro beziehungsweise 58 Prozent.

Damit bestehen rund 43 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus Forderungen.

HMS erklärt diese Entwicklung vor allem mit dem stark gestiegenen Handelsvolumen.

Das ist plausibel.

Der Umsatz ist schließlich ebenfalls massiv gewachsen.

Für Anleger bleibt die Forderungsqualität trotzdem ein wichtiger Prüfpunkt.

Konzentration auf wenige große Kunden

Der Halbjahresbericht enthält hierzu eine relevante Risikoinformation.

HMS weist auf eine Konzentration des Kreditrisikos auf eine relativ kleine Zahl großer Kunden aus dem Energie- und Rohstoffhandel hin.

Das Unternehmen begegnet diesem Risiko nach eigenen Angaben unter anderem durch Warenkreditversicherungen, Akkreditive, Vorauszahlungen und laufende Kreditlimitüberwachung.

Zum Halbjahresstichtag sah HMS keine wesentliche Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeiten.

Das ist positiv.

Trotzdem gilt:

217,6 Millionen Euro Forderungen sind nicht dasselbe wie 217,6 Millionen Euro Bankguthaben.

Die Forderungen müssen zunächst bezahlt werden.

Gerade bei einem international tätigen Rohstoffhändler ist deshalb die Entwicklung der Forderungslaufzeiten und Forderungsausfälle von besonderer Bedeutung.

Gleichzeitig explodieren die Lieferantenverbindlichkeiten

Die andere Seite der Working-Capital-Entwicklung ist mindestens genauso interessant.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten stiegen von rund 102 Millionen Euro Ende 2025 auf 220,20 Millionen Euro zum 30. Juni 2026.

Das ist ein Zuwachs von rund 118 Millionen Euro.

Damit zeigt die Bilanz sehr deutlich, wie stark das Handelsvolumen inzwischen geworden ist.

HMS finanziert einen erheblichen Teil seines operativen Geschäfts über Lieferanten- beziehungsweise Handelsverbindlichkeiten.

Kurzfristige Verbindlichkeiten fast verdoppelt

Insgesamt stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 124,77 Millionen Euro auf 242,66 Millionen Euro.

Das entspricht einem Plus von etwa 94 Prozent.

Damit sind inzwischen knapp 48 Prozent der gesamten Bilanzsumme kurzfristig finanziert.

Dem stehen allerdings auch erhebliche kurzfristige Vermögenswerte gegenüber.

Das Umlaufvermögen betrug rund 319,03 Millionen Euro.

Rein bilanziell übersteigt das Umlaufvermögen damit die kurzfristigen Verbindlichkeiten deutlich.

Das ist ein wichtiger positiver Faktor.

Aber wiederum gilt:

Ein großer Teil dieses Umlaufvermögens besteht aus Forderungen.

Interessant: Forderung gegenüber einem Gesellschafter

Unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten findet sich außerdem ein bemerkenswerter Posten.

HMS weist zum 30. Juni 2026 eine Forderung gegenüber Gesellschaftern von rund 13,87 Millionen Euro aus.

Ende 2025 bestand dieser Posten noch nicht.

Zusätzlich bestanden kurzfristige Darlehensforderungen von rund 7,84 Millionen Euro.

Für Anleger ist die Gesellschafterforderung deshalb ein Posten, dessen weitere Entwicklung beobachtet werden sollte.

Kapital, das als Forderung gegenüber einem Gesellschafter gebunden ist, steht zunächst nicht als freie Bankliquidität zur Verfügung.

HMS besitzt inzwischen erhebliche eigene Rohstoffwerte

Die Aktivseite besteht allerdings längst nicht mehr nur aus Forderungen und Liquidität.

Die Sachanlagen stiegen auf 159,36 Millionen Euro.

Davon entfielen rund 109,88 Millionen Euro auf Mineralressourcen.

Weitere rund 41,58 Millionen Euro steckten in geleisteten Anzahlungen beziehungsweise Anlagen im Bau.

HMS hat sich damit deutlich vom reinen Rohstoffhändler in Richtung eines vertikal integrierten Rohstoffkonzerns entwickelt.

Das Unternehmen hält Beteiligungen beziehungsweise Mehrheiten an Minenprojekten in Botswana und Südafrika.

Diese Vermögenswerte können langfristig erhebliche wirtschaftliche Bedeutung besitzen.

Sie sind allerdings naturgemäß weniger liquide als Bankguthaben.

1,119 Milliarden Euro Umsatz in sechs Monaten

Operativ ist das Wachstum beeindruckend.

HMS erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 1,119 Milliarden Euro.

Im Vergleichszeitraum 2025 waren es rund 643 Millionen Euro.

Das entspricht einem Umsatzanstieg von etwa 74 Prozent.

Das Unternehmen hat damit innerhalb eines Halbjahres bereits nahezu den gesamten Jahresumsatz früherer Geschäftsjahre erreicht.

Aber die Handelsmarge bleibt dünn

Der enorme Umsatz darf nicht mit entsprechend hohen Gewinnmargen verwechselt werden.

Den 1,119 Milliarden Euro Umsatz standen Materialaufwendungen von rund 1,093 Milliarden Euro gegenüber.

Das ist typisch für ein großvolumiges Rohstoffhandelsgeschäft.

Schon geringe Veränderungen der Margen können deshalb erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

Das operative Ergebnis betrug rund 22,11 Millionen Euro.

22,5 Millionen EBITDA – davon 8,4 Millionen Sondereffekt

HMS kommuniziert für das erste Halbjahr ein EBITDA von 22,5 Millionen Euro.

Diese Zahl benötigt allerdings eine wichtige Ergänzung.

Darin enthalten ist ein positiver einmaliger Effekt von rund 8,4 Millionen Euro aus der Erstkonsolidierung von Hoshoza Resources Vryheid in Südafrika.

Bereinigt um diesen Effekt beträgt das operative EBITDA nach Angaben des Unternehmens rund 14,1 Millionen Euro.

Für Anleihegläubiger ist eher diese bereinigte Zahl interessant.

Denn Zinsen müssen aus nachhaltig erwirtschafteter Liquidität bezahlt werden und nicht aus einmaligen bilanziellen Konsolidierungsgewinnen.

Konzerngewinn von 16,1 Millionen Euro

Unter dem Strich erzielte HMS im ersten Halbjahr einen Periodengewinn von rund 16,10 Millionen Euro.

Davon entfielen etwa 16,17 Millionen Euro auf die Aktionäre der Muttergesellschaft; Minderheitsanteile wirkten leicht gegenläufig.

Im ersten Halbjahr 2025 hatte der Gewinn lediglich rund 5,65 Millionen Euro betragen.

Auch hier ist die Entwicklung also deutlich positiv.

Allerdings ist auch der Periodengewinn durch den genannten Konsolidierungseffekt beeinflusst.

Das Finanzergebnis verschlechtert sich deutlich

Für Anleihegläubiger ist eine andere Zahl besonders interessant.

Die Finanzaufwendungen stiegen von rund 1,22 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 4,89 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026.

Das Nettofinanzergebnis verschlechterte sich von minus 490.000 Euro auf minus 4,30 Millionen Euro.

Damit wird bereits sichtbar, was die stärkere Fremdfinanzierung kostet.

Und hierbei ist die zusätzliche Aufstockung der 10%-Anleihe auf 95 Millionen Euro nach dem 30. Juni noch gar nicht vollständig enthalten.

Der operative Cashflow ist positiv – aber man muss genau hinsehen

Besonders wichtig ist die Kapitalflussrechnung.

Im ersten Halbjahr 2025 hatte HMS noch einen negativen operativen Cashflow von rund minus 21,99 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2026 drehte dieser Wert auf positive 35,42 Millionen Euro.

Das ist zunächst eine deutliche Verbesserung.

Allerdings sollte man sich anschauen, wie dieser Cashflow entstanden ist.

Der massive Forderungsanstieg entzog dem operativen Cashflow rund 77,32 Millionen Euro.

Gleichzeitig sorgte der Anstieg der Lieferanten- und sonstigen Verbindlichkeiten für einen positiven Cashflow-Effekt von rund 113,61 Millionen Euro.

Der positive operative Cashflow ist damit wesentlich durch die Entwicklung des Working Capitals geprägt.

Das ist bei einem Handelsunternehmen nicht ungewöhnlich.

Für die Analyse bedeutet es aber:

Die 35,4 Millionen Euro operativer Cashflow sollten nicht einfach als dauerhaft frei verfügbarer Zahlungsmittelüberschuss interpretiert werden.

23,8 Millionen Euro Investitionen in Sachanlagen

Parallel investiert HMS erheblich in den Aufbau eigener Rohstoffaktivitäten.

Im ersten Halbjahr flossen rund 23,83 Millionen Euro in Sachanlagen.

Unter Berücksichtigung weiterer Investitionsbewegungen ergab sich ein negativer Cashflow aus Investitionstätigkeit von rund 23,40 Millionen Euro.

Damit wird ein erheblicher Teil des operativ erwirtschafteten Cashflows unmittelbar wieder investiert.

Diese Investitionen sollen zukünftig zusätzliche Erträge aus eigenen Rohstoffquellen ermöglichen.

Kurzfristig beanspruchen sie aber Liquidität.

Finanzierungscashflow nahezu ausgeglichen

Aus Finanzierungstätigkeit ergab sich im ersten Halbjahr ein leichter Mittelabfluss von rund 0,51 Millionen Euro.

HMS nahm rund 12,78 Millionen Euro neue Darlehen auf und zahlte gleichzeitig rund 12,76 Millionen Euro zurück.

Hinzu kamen Zinszahlungen und Leasingzahlungen.

Die große Anleiheaufstockung im Juli liegt allerdings außerhalb dieses Berichtszeitraums.

Nach dem Bilanzstichtag kamen weitere 25 Millionen Euro Anleihevolumen hinzu

Das ist für die Interpretation der Bilanz entscheidend.

Am 30. Juni 2026 betrug das nominal ausstehende Volumen der 10%-Anleihe 78 Millionen Euro.

Erst danach wurde die Anleihe um weitere 25 Millionen Euro aufgestockt.

Zum Zeitpunkt der Freigabe des Halbjahresabschlusses waren insgesamt 95 Millionen Euro nominal platziert.

Die zusätzlichen Mittel sollen nach Angaben des Unternehmens insbesondere zur Finanzierung weiteren Wachstums, zur Vorfinanzierung von Produktionsvolumina und zum Ausbau des Geschäfts mit Flüssigbrennstoffen und Schmierstoffen verwendet werden.

Die Bilanz vom 30. Juni zeigt deshalb noch nicht die vollständige Finanzierungsstruktur, die Ende September tatsächlich bestand.

95 Millionen Euro müssen 2030 grundsätzlich zurückgezahlt werden

Und damit kommen wir zur wichtigsten Frage für Anleihegläubiger.

Am 2. Juni 2030 wird die Anleihe grundsätzlich fällig.

Bis dahin muss HMS nicht nur die laufenden Zinsen bedienen.

Bei weiterhin 95 Millionen Euro ausstehenden Schuldverschreibungen muss das Unternehmen auch eine Lösung für die Rückzahlung beziehungsweise Refinanzierung des Nominalbetrags finden.

Aus heutiger Sicht kann niemand seriös sagen, wie diese Finanzierung 2030 konkret aussehen wird.

Mögliche Quellen wären beispielsweise operative Cashflows, vorhandene Liquidität, Verkäufe von Vermögenswerten, Bankfinanzierungen, Eigenkapitalmaßnahmen oder eine Anschlussfinanzierung am Kapitalmarkt.

Entscheidend ist deshalb, wie sich HMS bis 2030 entwickelt.

Wie komfortabel ist die Zinsdeckung?

Ein grober Vergleich verdeutlicht die Größenordnung.

Das bereinigte EBITDA des ersten Halbjahres 2026 betrug rund 14,1 Millionen Euro.

Auf ein Gesamtjahr hochgerechnet wären das – rein rechnerisch und ohne Prognosecharakter – rund 28,2 Millionen Euro.

Die 95-Millionen-Euro-Anleihe verursacht bei vollständigem Fortbestand rechnerisch 9,5 Millionen Euro Kuponzahlungen pro Jahr.

Allein daraus ergibt sich:

Der Anleihekupon ist für HMS keine Nebensache.

Gleichzeitig zeigen die bisherigen Zahlen, dass das operative Geschäft grundsätzlich Größenordnungen erreicht, aus denen die laufenden Zinsen bedient werden können.

Ob dieser Puffer dauerhaft ausreichend ist, hängt vor allem von den zukünftigen Handelsmargen, Working-Capital-Schwankungen, Investitionen und der Entwicklung der Minenaktivitäten ab.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zu problematischen Mittelstandsanleihen

Bei HMS steht den Anleiheverbindlichkeiten ein inzwischen relativ großer operativer Konzern gegenüber.

Zum 30. Juni 2026 betrugen:

Bilanzsumme rund 507 Millionen Euro,

Eigenkapital rund 155 Millionen Euro,

liquide Mittel rund 50 Millionen Euro,

Forderungen rund 218 Millionen Euro,

Sachanlagen rund 159 Millionen Euro,

und der Halbjahresumsatz lag bei rund 1,12 Milliarden Euro.

Damit besteht eine erheblich andere Ausgangslage als bei Emittenten, deren Anleihekapital überwiegend zur Finanzierung eines noch aufzubauenden Geschäftsmodells verwendet wird.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Anleihe risikolos wäre.

Die größten Punkte, die Anleger beobachten sollten

Das wesentliche Risiko liegt aus unserer Sicht weniger in einer aktuell erkennbaren bilanziellen Unterkapitalisierung.

Interessanter sind die Dynamik und die Qualität der Bilanz.

Die Bilanzsumme ist innerhalb eines halben Jahres um rund 42 Prozent gestiegen.

Die Forderungen haben sich um rund 80 Millionen Euro erhöht.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind um rund 118 Millionen Euro gestiegen.

HMS investiert gleichzeitig erhebliche Beträge in eigene Bergbauaktivitäten.

Und nach dem Bilanzstichtag kamen weitere Anleiheverbindlichkeiten hinzu.

Das Unternehmen befindet sich damit in einer Phase sehr schnellen Wachstums.

Schnelles Wachstum kann Werte schaffen.

Es kann aber auch sehr viel Liquidität binden.

Hinzu kommt das Rohstoff- und Länderrisiko

HMS ist international tätig.

Ein erheblicher Teil des Geschäfts findet in Schwellen- und Entwicklungsländern statt.

Eigene Rohstoffprojekte befinden sich unter anderem in Botswana und Südafrika.

Damit bestehen neben klassischen Unternehmensrisiken zusätzliche Abhängigkeiten von Rohstoffpreisen, Logistik, Wechselkursen, politischen Rahmenbedingungen, internationalen Sanktionen und der Zahlungsfähigkeit großer Handelspartner.

Für einen Anleihegläubiger ist deshalb nicht nur die heutige Bilanz entscheidend.

Wichtig ist, wie widerstandsfähig das Geschäftsmodell in einem schwächeren Rohstoffmarkt wäre.

Kein Prüfungsurteil zum Halbjahresbericht

Auch dieser Punkt gehört zu einer vollständigen Anlegeranalyse.

Der Halbjahresbericht 2026 ist kein geprüfter Jahresabschluss.

HMS weist ausdrücklich darauf hin, dass die im Halbjahresbericht enthaltenen Informationen und Zahlen keiner Prüfung durch einen Abschlussprüfer unterzogen wurden.

Das bedeutet nicht, dass die Zahlen falsch sind.

Es bedeutet lediglich, dass Anleger dem Halbjahresbericht nicht dieselbe Prüfungssicherheit beimessen sollten wie einem testierten Jahresabschluss.

Unser Fazit: Substanz vorhanden – aber 10 Prozent Zinsen gibt es nicht ohne Grund

Die Halbjahresbilanz der HMS Bergbau AG unterscheidet sich deutlich von vielen problematischen Anleiheemittenten.

Zum 30. Juni 2026 verfügte der Konzern über knapp 155 Millionen Euro Eigenkapital und rund 50 Millionen Euro liquide Mittel.

Das Unternehmen erwirtschaftete im ersten Halbjahr mehr als 1,1 Milliarden Euro Umsatz und einen Konzerngewinn von rund 16 Millionen Euro.

Auch der operative Cashflow war mit rund 35 Millionen Euro positiv.

Damit steht hinter der Anleihe ein reales und inzwischen sehr großes operatives Handelsgeschäft sowie ein wachsendes Portfolio eigener Rohstoffaktivitäten.

Aber die Analyse zeigt gleichzeitig mehrere Punkte, die Anleihegläubiger nicht ignorieren sollten.

Die Forderungen sind auf fast 218 Millionen Euro gestiegen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich auf rund 243 Millionen Euro nahezu verdoppelt.

Ein erheblicher Teil des positiven operativen Cashflows resultierte aus dem starken Aufbau von Lieferantenverbindlichkeiten.

Das ausgewiesene EBITDA enthält einen einmaligen positiven Konsolidierungseffekt von 8,4 Millionen Euro.

Die Finanzaufwendungen steigen bereits deutlich.

Und nach dem Bilanzstichtag wurde die hochverzinste Anleihe auf insgesamt 95 Millionen Euro aufgestockt.

Bei zehn Prozent Kupon bedeutet dies rechnerisch bis zu 9,5 Millionen Euro jährliche Zinszahlungen allein für diese Anleihe.

Am 2. Juni 2030 steht darüber hinaus grundsätzlich die Rückzahlung beziehungsweise Refinanzierung des Nominalbetrags an.

Damit lautet die zentrale Frage für Anleger nicht, ob HMS heute über ein operatives Geschäft und bilanzielle Substanz verfügt.

Das tut das Unternehmen nach den vorliegenden Halbjahreszahlen eindeutig.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr:

Kann HMS das sehr schnelle Wachstum in dauerhaft hohe freie Cashflows übersetzen, die nicht nur Investitionen und Working Capital finanzieren, sondern auch jährlich 9,5 Millionen Euro Anleihezinsen und 2030 die Rückzahlung beziehungsweise Refinanzierung von bis zu 95 Millionen Euro ermöglichen?

Genau daran sollten die kommenden Jahres- und Halbjahresabschlüsse gemessen werden.

Die wesentlichen Bilanzzahlen stammen aus dem am 30. September 2026 veröffentlichten Halbjahresbericht; HMS selbst bestätigt 1,1 Mrd. Euro Umsatz, 22,5 Mio. Euro EBITDA einschließlich 8,4 Mio. Euro Sondereffekt und 14,1 Mio. Euro bereinigtes EBITDA. HMS Bergbau AG Die Detailzahlen zeigen 507,18 Mio. Euro Bilanzsumme, 154,92 Mio. Euro Eigenkapital, 49,94 Mio. Euro Cash sowie 217,64 Mio. Euro Forderungen.

Für die Anlegeranalyse besonders relevant: Die Anleihe ist unbesichert und nicht nachrangig; sie läuft bis 2. Juni 2030. Nach der Aufstockung waren bei Freigabe des Halbjahresberichts 95 Mio. Euro platziert. Die Anleihebedingungen enthalten unter anderem Mindest-Eigenkapital und Mindest-Eigenkapitalquote. FinancialFilings

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