New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani gibt sich gern als progressiver Vordenker.
Seine musikalischen Vorlieben hingegen wirken erstaunlich – konventionell.
Auf die Frage nach seinen fünf Lieblingsrappern nennt der 34-Jährige:
Nas, Jay-Z, Notorious B.I.G., Common und Lupe Fiasco.
Eine Auswahl, die kaum aneckt – und eher nach Konsens als nach Provokation klingt.
Zwischen Systemkritik und Mainstream
Dabei passt die Mischung durchaus ins politische Bild:
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Common und Lupe Fiasco stehen für sozialkritischen, eher progressiven Hip-Hop
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Nas, Jay-Z und Biggie verkörpern die klassische New Yorker Erfolgserzählung – oft eng verbunden mit Kapitalismus und Aufstieg
Gerade Letztere sind nicht unbedingt das, was man von einem selbsternannten Sozialisten erwarten würde.
Politische Strategie statt Zufall?
Mamdani begründet seine Auswahl teilweise geografisch:
New Yorks Ikonen „müsse man einfach nennen“, sagt er.
Doch die Liste wirkt auch wie ein politisches Signal.
Der einst als radikal geltende Politiker hat zuletzt mehrfach Positionen abgeschwächt:
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Distanz zu Forderungen nach Polizeikürzungen
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Annäherung an das politische Establishment
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demonstrative Gesprächsbereitschaft, auch gegenüber Gegnern
Sein Musikgeschmack scheint diesen Kurs zu spiegeln.
Keine echten Provokationen
Auffällig ist vor allem, wer fehlt:
Radikalere Stimmen des Hip-Hop – etwa dezidiert antikapitalistische oder systemkritische Künstler – tauchen nicht auf.
Stattdessen dominiert eine Auswahl, die anschlussfähig ist:
für die eigene Basis – und für politische Gegner.
Fazit
Mamdani zeigt mit seiner Playlist, was viele Politiker früher oder später lernen:
👉 Zu viel Kante kann schaden
👉 Zu viel Anpassung aber auch
Seine Lieblingsrapper wirken daher weniger wie ein persönliches Bekenntnis –
sondern wie ein politisch sorgfältig austarierter Soundtrack.
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