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„Hatte absolut keine Ahnung“ – Erinnerungen offenbar ebenfalls abgereist

johnhain (CC0), Pixabay
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Hillary Clinton hat im Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses mit bemerkenswerter Klarheit festgestellt, dass sie von den Straftaten Jeffrey Epsteins „keine Ahnung“ gehabt habe. Begegnungen? Keine Erinnerung. Flüge? Nie passiert. Privatinsel? Nie gesehen. Anwesen? Fremdwort.

Kurz gesagt: Falls es Jeffrey Epstein in ihrem Kalender gab, muss er sich unsichtbar eingetragen haben.

In einem ausführlichen, vorsorglich bereits auf X veröffentlichten Eröffnungsstatement erklärte die ehemalige Außenministerin, sie habe weder Epsteins Flugzeuge bestiegen noch dessen Insel betreten. Entsprechend könne sie leider – man möchte fast sagen: bedauerlicherweise – keinerlei zusätzliche Erkenntnisse beitragen.

Stattdessen schlug sie vor, doch lieber Donald Trump unter Eid zu den Epstein-Akten zu befragen. Eine klassische politische Variante von: „Warum reden wir eigentlich über mich?“

Hinter verschlossenen Türen – Erinnerungen ebenfalls

Die Befragung fand diskret hinter verschlossenen Türen in Chappaqua statt – also dort, wo die Clintons leben. Monate zuvor hatten sie eine Aussage noch verweigert, bis ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses drohte. Man könnte sagen: Die Bereitschaft zur Kooperation wuchs proportional zum Druck.

Der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer betonte vorsorglich, den Clintons werde aktuell kein Fehlverhalten vorgeworfen. Man wolle lediglich klären, wie Epstein zu Reichtum, Einfluss und bemerkenswert langlebigen Netzwerken kam. Also zu allem – nur nicht zu Schuldfragen. Noch nicht.

Demokraten wiederum sehen in der Befragung ein politisches Theaterstück mit vorhersehbarer Dramaturgie.

Kampf gegen Sexhandel – seit jeher Herzensangelegenheit

Clinton nutzte ihr Statement, um ihr jahrzehntelanges Engagement gegen Menschenhandel hervorzuheben. Das sei nie ein „politisches Schlagwort“ gewesen, sondern Kernanliegen ihrer Arbeit.

Dass sie gleichzeitig von den Machenschaften eines der prominentesten Sexualstraftäter mit besten politischen Kontakten nichts gewusst haben will, ist – je nach Blickwinkel – entweder beruhigend oder erstaunlich.

Sie warf den Republikanern vor, mit der Befragung von der vollständigen Veröffentlichung der Epstein-Akten ablenken zu wollen. Transparenz sei schließlich wichtig – nur bitte in die richtige Richtung.

Vertuschung? Auswahl? Natürlich nicht.

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sprach von einer „massiven Vertuschung“ im Justizministerium – zugunsten Trumps und anderer Personen mit Epstein-Verbindung. Das Ministerium bestreitet das selbstverständlich und erklärt, man habe lediglich doppelte, privilegierte oder laufende Ermittlungen betreffende Dokumente zurückgehalten.

Mit anderen Worten: Alles ganz normal.

Trump selbst hatte sich lange gegen eine vollständige Veröffentlichung ausgesprochen, später dann doch ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Zuvor lenkte er die Aufmerksamkeit regelmäßig auf Bill Clinton – selbstverständlich ohne Belege.

Und sonst so?

Bill Clinton soll ebenfalls aussagen.
Ein durchgestochenes Foto sorgte für kurze Aufregung.
Und Harvard beurlaubte unterdessen den Biomathematiker Martin Nowak wegen seiner Verbindungen zu Epstein – der ihn in seinem Testament bedacht hatte.

Epstein selbst? Tot seit 2019.
Fragen? Weiterhin zahlreich.
Erinnerungen? Selektiv verteilt.

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