Die jüngste Rallye am Edelmetallmarkt hält an. Sowohl Gold als auch Silber konnten ihre Gewinne zum Wochenbeginn weiter ausbauen. Hintergrund ist vor allem die Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Zinspolitik in absehbarer Zeit lockern könnte.
Gold und Silber werfen im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren keine laufenden Erträge ab. In Zeiten hoher Leitzinsen verlieren sie daher oft an Attraktivität, da Anleger in Anleihen oder Tagesgeld eine sichere Verzinsung erhalten. Dreht sich jedoch die Zinspolitik – wie es derzeit viele Marktteilnehmer erwarten –, gewinnen die Edelmetalle als wertstabile Anlageform wieder an Reiz.
Am Montag stieg der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) zeitweise bis auf 3.490 US-Dollar, was umgerechnet rund 2.300 Euro entspricht. Damit fehlten nur noch rund zehn Dollar zum bisherigen Allzeithoch, das Ende April bei etwa 3.500 Dollar erreicht worden war. Zwar gab ein Teil der Tagesgewinne im weiteren Verlauf wieder nach, zuletzt notierte Gold bei rund 3.472 Dollar, doch die psychologisch wichtige Rekordmarke bleibt in Reichweite.
Auch Silber profitierte von der allgemeinen Edelmetallstärke und legte im Zuge der Goldrallye ebenfalls zu. Marktbeobachter verweisen darauf, dass gerade in unsicheren Marktphasen Anleger verstärkt in Edelmetalle investieren, um sich gegen Währungs- und Konjunkturrisiken abzusichern.
Sollten die Zinssenkungserwartungen weiter anhalten, könnte der Goldpreis in den kommenden Wochen einen erneuten Versuch unternehmen, das bisherige Rekordniveau zu übertreffen. Für Investoren gilt das Edelmetall daher einmal mehr als ein zentraler Indikator für die Stimmung an den Finanzmärkten.
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