Ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter der US-amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) hat eingeräumt, die US-Regierung um nahezu 194 Millionen Dollar betrogen zu haben. Zu den veruntreuten Vermögenswerten gehörten unter anderem rund 600 Pfund Goldbarren. Weitere Gelder sollen für Luxusautos, hochwertige Immobilien, Uhren und Schmuck ausgegeben worden sein.
David J. Rush aus Ashburn im US-Bundesstaat Virginia bekannte sich am Dienstag des sogenannten Wire Fraud, also eines Betrugs unter Nutzung elektronischer Kommunikationsmittel, schuldig. Das teilte das US-Justizministerium mit.
FBI-Direktor Kash Patel erklärte, Rush habe nach eigenem Eingeständnis die Regierung um Hunderte Millionen Dollar betrogen und die Gelder anschließend für extravagante Anschaffungen missbraucht.
„Rush hat seinen Eid, seine Kollegen und das amerikanische Volk verraten und wird sich nun für seine Taten verantworten müssen“, erklärte Patel laut einer Mitteilung des US-Justizministeriums.
Rush war bereits im Mai festgenommen worden. Bei der Durchsuchung seines Hauses in Virginia fanden Bundesermittler große Mengen Goldbarren. Allein der dort entdeckte Goldbestand soll einen Wert von mehr als 40 Millionen Dollar gehabt haben.
Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass der 49-Jährige eine leitende Position innerhalb einer US-Bundesbehörde innehatte. Er verfügte über eine streng geheime Sicherheitsfreigabe und hatte damit Zugang zu klassifizierten Informationen.
Nach Angaben des US-Senders NBC war Rush als hochrangiger Mitarbeiter im Directorate of Science and Technology der CIA tätig. Dort soll er unter anderem als Verbindungsperson zum US-Verteidigungsministerium für sensible militärische Programme gearbeitet haben.
Nach Angaben des Justizministeriums wurde zudem eine Untersuchung dazu angestoßen, wie es Rush über einen längeren Zeitraum gelungen sein soll, eine der wichtigsten US-Nachrichtendienstbehörden zu täuschen. Der Generalinspekteur der US-Geheimdienstgemeinschaft soll die Vorgänge überprüfen.
Seinen Zugang zu besonders sensiblen Bereichen soll Rush teilweise durch falsche Angaben über seine akademische und militärische Vergangenheit erhalten haben.
Den Gerichtsunterlagen zufolge soll er unter anderem wahrheitswidrig behauptet haben, aktives Mitglied der Navy Reserve zu sein. Auf dieser Grundlage soll er militärischen Sonderurlaub im Wert von rund 77.000 Dollar erhalten haben.
Anschließend soll Rush seine dienstliche Position genutzt haben, um gefälschte staatliche Einrichtungen und Programme zu schaffen. Dazu habe auch ein angebliches Programm gehört, das eine besonders hohe Sicherheitsfreigabe erforderte und vermeintlich dem Schutz geheimer Informationen dienen sollte.
Über diese Strukturen habe Rush Goldbarren und Bundesmittel angefordert. Das Geld soll anschließend unter anderem für hochwertige Immobilien, Luxusuhren und mindestens ein Fahrzeug verwendet worden sein.
Laut einer eidesstattlichen Erklärung des FBI-Spezialagenten Matthew Johnson forderte Rush zwischen November 2025 und März 2026 erhebliche Mengen ausländischer Währungen sowie Goldbarren im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar für angebliche dienstliche Ausgaben an.
Eine spätere Kontrolle des staatlichen Lagerbereichs, in dem sich das Gold und das Bargeld eigentlich hätten befinden sollen, ergab den Ermittlern zufolge, dass ein Großteil der Vermögenswerte verschwunden war.
Insgesamt beziffern die US-Bundesbehörden den durch das Vorgehen entstandenen Schaden auf mehr als 193,6 Millionen Dollar.
Bei der Durchsuchung von Rushs Wohnhaus fanden FBI-Ermittler laut Gerichtsunterlagen 298 Goldbarren, mehr als 2,1 Millionen Dollar Bargeld, mehrere Dutzend Rolex-Uhren und weitere Luxusuhren sowie rund 105.000 Euro.
Nach einem Bericht von CNN soll Rush außerdem die Überweisung von 145 Millionen Dollar an eine unter seiner Kontrolle gegründete Holdinggesellschaft veranlasst haben. Mit dem Geld seien anschließend vier hochpreisige Immobilien in Südflorida erworben worden.
Im Rahmen seiner Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft erklärte sich Rush bereit, die beschlagnahmten Goldbarren und Bargeldbestände ebenso abzugeben wie die mutmaßlich mit den Betrugserlösen erworbenen Immobilien.
Darüber hinaus sollen 30 Luxusuhren sowie zwei BMW Alpina aus dem Modelljahr 2026 eingezogen werden. Eines dieser Fahrzeuge wurde vom US-Justizministerium mit einem Wert von 172.000 Dollar angegeben.
Das Strafmaß soll am 28. Januar 2027 verkündet werden. Rush drohen bis zu 20 Jahre Haft. Zusätzlich sind bis zu drei Jahre überwachte Freilassung, Rückzahlungen sowie Geldstrafen möglich.
Theophani K. Stamos, Erste stellvertretende US-Staatsanwältin für den Eastern District of Virginia, erklärte, die Vereinigten Staaten hätten Rush erhebliche Ressourcen anvertraut, um das Land und seine Bevölkerung zu schützen.
Aus reiner Habgier habe er dieses Vertrauen für seine persönliche Bereicherung missbraucht.
„Er hat sein Land nicht nur um Geld aus der Staatskasse gebracht, sondern auch um Vertrauen“, erklärte Stamos.
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