Nach einem eindrucksvollen Höhenflug haben Gold und Silber am US-Markt kräftig nachgegeben. Die Preise für beide Edelmetalle rutschten am Donnerstag spürbar ab – und das trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten.
Der Preis für eine Feinunze Gold (ca. 31,1 Gramm) fiel zeitweise unter die Marke von 4.700 US-Dollar. Zuletzt stabilisierte sich der Kurs leicht auf rund 4.760 Dollar, bleibt damit aber deutlich unter dem Wochenhoch. Seit Jahresbeginn ergibt sich dennoch ein respektables Plus von etwa zehn Prozent.
Noch stärker unter Druck stand Silber: Nachdem das Edelmetall am Mittwoch mit 121,65 Dollar pro Feinunze ein neues Allzeithoch markiert hatte, folgte ein kräftiger Rücksetzer. Am Donnerstagabend notierte Silber bei rund 74 Dollar – ein Rückgang von über 35 Prozent innerhalb eines Tages. Auf das Jahr gesehen bleibt lediglich ein mageres Plus von vier Prozent übrig.
Trump’s Fed-Nominierung sorgt für Zins-Zweifel
Hauptgrund für den plötzlichen Preisrutsch ist laut Analysten die Unsicherheit rund um die künftige Geldpolitik der US-Notenbank (Fed). US-Präsident Donald Trump hat überraschend den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell ins Spiel gebracht.
Warsh gilt als geldpolitischer Falke – also als jemand, der eher für stabile Zinsen und eine straffe Linie steht. Das passt so gar nicht zu den Hoffnungen vieler Anleger, die fest mit baldigen Zinssenkungen gerechnet hatten. Gerade diese Erwartungen hatten die Rally bei Gold und Silber zuletzt befeuert. Mit der neuen Personalie wackelt nun dieses Fundament – und die Preise reagieren prompt.
Bitcoin trotzt der Korrektur
Während die Edelmetalle taumeln, zeigt sich der Bitcoin vergleichsweise stabil. Die älteste Kryptowährung notiert aktuell bei rund 42.180 US-Dollar (Stand: 30. Januar 2026, 10:00 Uhr MEZ). Damit hat sich der Kurs im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert – auch wenn das Niveau deutlich unter dem Allzeithoch von über 50.000 Dollar liegt, das im Herbst 2025 erreicht wurde.
Bitcoin bleibt damit für viele Anleger eine Alternative zum klassischen „sicheren Hafen“ Gold – wenn auch mit deutlich höherer Volatilität.
Fazit:
Die Edelmetallmärkte zeigen sich momentan extrem nervös. Der plötzliche Richtungswechsel in der US-Zinspolitik könnte zur Belastungsprobe für Gold- und Silber-Investoren werden. Wer auf Stabilität hofft, schaut derzeit auch zunehmend auf Kryptowährungen wie Bitcoin – zumindest solange dort kein neuer politischer Tweet für Turbulenzen sorgt.
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