Es klingt wie ein Drehbuch aus einem mittelmäßigen Heist-Movie, das nie den Sprung auf Netflix geschafft hat: Vier als „internationale Investoren“ getarnte Betrüger wollten in Wien angeblich drei Kilogramm Gold im Wert von über 300.000 Euro kaufen – geliefert wurde das Edelmetall tatsächlich. Das Geld? Leider nur auf dem Papier wertvoll: Denn statt harter Währung gab’s weichgezeichnete Fälschungen.
Der Trick nennt sich „Rip-Deal“ – und ist so alt wie das Misstrauen selbst. Funktioniert so: Man gibt sich als reicher Geschäftsmann aus, trägt eventuell ein zu großes Sakko und lässt Begriffe wie „Privatbank“ und „Direktanlage“ fallen. Das Opfer denkt: Jackpot! Der Täter denkt: Nur noch kurz die Kohle austauschen.
Während also die Wiener Brüder artig ihre Goldbarren in einem Innenstadt-Hotel überreichten, lief in Mailand der Hollywood-reife Teil des Coups ab: Echtes Bargeld wurde noch schnell vor der vermeintlichen Übergabe durch Spielgeld ersetzt – vermutlich handlich verpackt in der „Deluxe-Monopoly-Edition“.
Zwei Täter (29 und 32 Jahre jung, aus Italien, vermutlich mit Erfahrung in Zaubertricks) wurden bereits nahe Turin verhaftet. Zwei weitere – darunter ein 21-Jähriger mit vermutlich sehr großer Klappe – sind noch auf freiem Fuß und laut Polizei möglicherweise „sogar noch in Hemd und Krawatte unterwegs“.
Die „Rip-Deal Unit Vienna“, seit 2020 im Einsatz, klingt zwar wie eine Crime-Serie aus dem Vorabendprogramm, ist aber bitterer Ernst. Sie verfolgt Fälle, bei denen Menschen gegen Gold, Uhren oder Immobilien vorgeblich echtes Geld bekommen – aber am Ende nur mit bedrucktem Papier und einem Trauma heimreisen.
Die Polizei warnt eindringlich: Wenn jemand ohne Preisverhandlung Gold kaufen will, ist Vorsicht angesagt. Denn echte Investoren handeln – Fälscher lassen nur den Drucker laufen.
Fazit: Wenn jemand Luxus will und dafür bar zahlt, aber nur außerhalb des Landes, ohne Quittung, mit Sonnenbrille im Konferenzraum – dann hilft nur eins: Lächeln, höflich nicken – und rückwärts aus dem Raum gehen. Mit dem Gold.
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