Kritische Analyse der Bilanz der GGMTrading GmbH zum 30.09.2024 – mit besonderem Augenmerk auf die wirtschaftliche Situation, auf Hinweise für potenzielle Anleger*innen und auf die enge Verbindung zur GGMT Revolution GmbH:
⚠️ 1. Massiv überschuldet – aber angeblich kein Problem?
Die GGMTrading GmbH weist zum 30.09.2024 ein negatives Eigenkapital von rund 2,8 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag der Bilanzverlust sogar bei über 4 Millionen Euro. Das Unternehmen ist damit bilanziell massiv überschuldet, was normalerweise ein Warnsignal für eine drohende Insolvenz ist.
Doch die Gesellschaft wiegelt ab:
„Die Finanzlage bleibt unverändert“ – weil Umsätze erst später realisiert würden.
Diese Begründung basiert auf einem sehr kulanten Verständnis von Rechnungslegung, das auf Verträgen mit Rabattlaufzeiten bis zu 36 Monaten basiert. Das bedeutet: Obwohl Geld eingenommen wurde, wird der Umsatz künstlich nach hinten verschoben, um die aktuellen Zahlen „schlecht“ wirken zu lassen – mit dem vermeintlichen Trost, dass alles bald besser werde.
Problematisch: Eine solche „Verlustplanung“ ist nur dann glaubwürdig, wenn es tatsächlich substantielle Umsätze gibt – was die Bilanz aber nicht belegt.
🤝 2. Patronatserklärung durch GGMT Revolution GmbH – eine Schönwetterabsicherung
Die GGMTrading GmbH verweist darauf, dass es eine Patronatserklärung der GGMT Revolution GmbH gebe – also eine Art Zusicherung, bei Bedarf finanziell zu helfen.
Doch: Diese GGMT Revolution GmbH ist ebenfalls bilanziell auffällig – dort wurden jüngst durch Bilanzumbuchungen plötzlich Millionen an Gewinnen realisiert, ohne echte operative Grundlage.
Die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieser „Schwesterhilfe“ ist äußerst zweifelhaft.
Es entsteht der Eindruck, dass man hier zwei wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen gegenseitig stützen lässt, um nach außen Zahlungsfähigkeit zu suggerieren – eine klassische Bilanzverschachtelung mit Täuschungspotenzial.
💰 3. Forderungen und Verbindlichkeiten – aufgeblähte Posten ohne Transparenz
Die Bilanz weist Forderungen in Höhe von über 415.000 Euro aus – bei nur 8.500 Euro Bankguthaben. Gleichzeitig bestehen Verbindlichkeiten von über 3,25 Millionen Euro, fast vollständig mit mehr als einem Jahr Laufzeit.
Besonders brisant:
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Fast 2 Millionen Euro dieser Verbindlichkeiten stammen aus Kundenverträgen, bei denen nicht einmal eine schriftliche Zustimmung zur Vertragsübernahme vorliegt.
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Rückzahlung dieser Kundengelder soll über Gesellschaftereinlagen erfolgen.
Heißt übersetzt: Das Unternehmen ist finanziell nicht in der Lage, bestehende Kundenzahlungen zu erfüllen – es hofft, dass irgendwann mal wieder Geld „nachgeschossen“ wird.
Für Anleger ergibt sich hier ein hohes Risiko:
Wenn Kundengelder nicht gesichert sind und Rückflüsse von Gesellschaftern kommen sollen, aber nicht garantiert sind, liegt ein massives Vertrauensthema vor.
🧾 4. Kredite an Geschäftsführer – und das bei Milliardenverlusten?
Auch hier wieder:
Vorschüsse/Kredite an Geschäftsführer: EUR 115.008,82
Zinsen: EUR 12.779,09
Rückzahlung im Berichtsjahr: 406.549,32 EUR
Obwohl das Unternehmen bilanziell pleite ist, flossen sechsstellige Beträge an Geschäftsführer. Diese Ausschüttungen an das Management in einer Krisensituation werfen ernste Fragen zur Mittelverwendung und zur Governance auf.
🧩 5. Verbindung zur GGMT Revolution GmbH und TGI AG: Ein fragwürdiges Geflecht
Die Verbindung zwischen der GGMTrading GmbH und der GGMT Revolution GmbH ist nicht nur formell, sondern substanziell:
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Die GGMT Revolution GmbH wird als Garantiegeberin genutzt.
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Beide Firmen nutzen ähnliche Bilanzierungspraktiken, insbesondere die künstlich verzögerte Gewinnrealisation.
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Es bestehen personelle Überschneidungen (Helmut und Katarina Kaltenegger), die auf eine enge Steuerung aus dem gleichen Umfeld hinweisen.
Hinzu kommt die vorgeschaltete Rolle der TGI AG in Liechtenstein, deren Geschäftsmodell und Kundenstruktur nachweislich auf GGMT-Strukturen übergingen. Es handelt sich bei all dem offenbar um ein komplexes Firmengeflecht, das nicht auf transparente Wertschöpfung, sondern auf interne Umbuchungen, Darlehen und Risikoverlagerungen setzt.
🛑 Fazit: Anleger sollten höchste Vorsicht walten lassen
Die Bilanz der GGMTrading GmbH zeigt:
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Keine nachhaltige Einnahmesituation
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Hohe Verbindlichkeiten ohne Deckung
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Versprechungen auf zukünftige Einlagen statt gesicherte Liquidität
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Verstrickungen in ein intransparentes Firmengeflecht mit bereits auffällig gewordenen Partnern
Das Unternehmen ist bilanziell überschuldet und wirtschaftlich fragil. Die Rückzahlung von Kundengeldern hängt von unbestimmten Gesellschaftereinlagen ab. Das Vertrauen in die reale Werthaltigkeit der Forderungen ist nicht gerechtfertigt – ebenso wenig wie in die Schutzwirkung einer Patronatserklärung aus einer verbundenen, ebenfalls bilanziell fragwürdigen Firma.
🔍 Anleger sollten sich die zentrale Frage stellen:
„Wem nützen diese Konstruktionen – und wer trägt das Risiko?“
In diesem Fall lautet die ernüchternde Antwort:
Den Nutzen haben Geschäftsführung und Nahestehende – das Risiko tragen die Anleger.
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