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Gefängnisskandal in Alabama: Häftling stirbt nach zwei Wochen in eiskalter Zelle – Sheriff bleibt im Amt

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Im US-Bundesstaat Alabama sorgt der Tod eines Gefangenen für landesweite Empörung. Der 33-jährige Anthony „Tony“ Mitchell starb im Januar 2023 im Gefängnis von Walker County an Unterkühlung und Sepsis, nachdem er zwei Wochen lang in einer kargen Beton-Zelle festgehalten worden war. Trotz zahlreicher Anklagen gegen Gefängnismitarbeiter ist Sheriff Nick Smith weiterhin im Amt und kandidiert erneut.

Tod in einer Zelle ohne Bett, Toilette oder Wasser

Mitchell war nach einem Notruf seines Cousins festgenommen worden. Der Mann litt offenbar unter einer schweren psychischen Krise. Statt medizinische Hilfe zu erhalten, wurde er in eine Zelle mit der Bezeichnung „BK 5“ gebracht – einen kahlen Raum ohne Bett, Waschbecken oder Toilette.

Dort blieb er 14 Tage lang eingesperrt. Laut Gerichtsunterlagen war Mitchell vollständig von den Wärtern abhängig, um Wasser, Nahrung oder Zugang zur Toilette zu bekommen. Häufig wurde ihm dies jedoch verweigert. Seine Zelle verschmutzte mit Fäkalien, und Mitchell musste oft nackt auf dem kalten Betonboden liegen.

Schließlich wurde er ins Krankenhaus gebracht – allerdings erst Stunden nachdem eine Krankenschwester festgestellt hatte, dass er dehydriert und unterkühlt war. Als Mitchell im Krankenhaus ankam, hatte er keinen Puls mehr. Seine Körpertemperatur lag bei nur 22 Grad Celsius.

Zahlreiche Mitarbeiter angeklagt

Der Fall löste eine umfassende Bundesuntersuchung aus. Insgesamt mehr als zwei Dutzend Personen, darunter Gefängniswärter und medizinisches Personal, wurden angeklagt. Viele haben bereits eingeräumt, Mitchells Bürgerrechte verletzt zu haben.

Gerichtsunterlagen zeichnen ein Bild systematischer Misshandlungen im Gefängnis. Wärter sollen Mitchell verspottet haben, während er vor Kälte zitterte. Einer der beteiligten Beamten sagte später gegenüber Ermittlern:
„Wir haben es gemeinsam getan. Wir haben ihn getötet.“

Sheriff weist Verantwortung zurück

Trotz der zahlreichen Anklagen wurde Sheriff Nick Smith selbst bisher nicht strafrechtlich belangt. In Interviews betont er, keine direkte Verantwortung zu tragen. Smith erklärte außerdem, er habe sich bewusst nicht alle Videoaufnahmen aus dem Gefängnis angesehen.

Der Sheriff räumt jedoch ein, dass Mitchell möglicherweise gar nicht in die Haftanstalt hätte eingeliefert werden dürfen. Heute hängt am Eingang des Gefängnisses ein Schild, das festlegt, dass Personen mit schweren gesundheitlichen oder psychischen Problemen zunächst medizinisch untersucht werden müssen.

Politischer Rückhalt trotz Skandal

Obwohl der Fall national für Schlagzeilen sorgte, bleibt Smith politisch relativ stabil. In Alabama ist es äußerst schwierig, einen gewählten Sheriff aus dem Amt zu entfernen. Selbst eine Verurteilung wegen kleinerer Delikte würde nicht automatisch zur Amtsenthebung führen.

Smith kandidiert nun für eine dritte Amtszeit. Beobachter gehen davon aus, dass er trotz der Vorwürfe gute Chancen auf einen Wahlsieg hat.

Kritik von Aktivisten

Lokale Aktivisten sehen in dem Fall ein Beispiel für eine problematische Gefängniskultur. Der Pastor und Bürgerrechtsaktivist Ryan Cagle sagt, der Tod Mitchells sei nicht das Ergebnis fehlender Technik oder Ausstattung gewesen, sondern eines Systems von Misshandlung und Gleichgültigkeit.

„Das Problem war nicht mangelnde Ausrüstung“, sagte Cagle. „Das Problem war eine Kultur der Gewalt.“

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