Startseite Allgemeines Fox News setzt Maria Bartiromo überraschend vor die Tür – langjährige Trump-Verbündete
Allgemeines

Fox News setzt Maria Bartiromo überraschend vor die Tür – langjährige Trump-Verbündete

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
Teilen

Fox News hat sich überraschend von Maria Bartiromo getrennt. Die langjährige Moderatorin gehörte seit Jahren zu den bekanntesten Gesichtern des Senders und galt zugleich als eine der prominentesten Unterstützerinnen von US-Präsident Donald Trump innerhalb des Fox-Netzwerks.

Die Entscheidung sorgte nicht nur in der Medienbranche für Aufsehen. Auch Trump selbst zeigte sich überrascht. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, er könne kaum glauben, dass Bartiromo ihre Sendungen bei Fox News und Fox Business nicht mehr fortsetzen werde. Er würdigte sie als professionelle Journalistin und politische Kämpferin und machte deutlich, dass ihre zahlreichen Anhänger mit der Entscheidung kaum zufrieden sein dürften.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Senders soll die Führung von Fox bereits im August beschlossen haben, Bartiromo aus dem Programm zu nehmen. Ausschlaggebend soll unter anderem gewesen sein, dass sie interne und vertrauliche Informationen des Senders an Mitarbeiter des Weißen Hauses weitergegeben habe.

Der Vorgang soll auf den Juli zurückgehen. Damals hielt Trump eine Fernsehansprache, in der er erneut umstrittene Behauptungen zum US-Wahlsystem, zu China und zur Präsidentschaftswahl 2020 aufgriff. Bartiromo wollte diese Aussagen offenbar in ihren Sendungen thematisieren.

Innerhalb von Fox wurde jedoch entschieden, bestimmten Verschwörungserzählungen keine zusätzliche Sendezeit einzuräumen. Nach den vorliegenden Informationen soll Bartiromo eine entsprechende interne Anweisung beziehungsweise deren Inhalt an Vertreter des Weißen Hauses weitergeleitet haben. Offenbar wollte sie damit deutlich machen, dass nicht sie persönlich dafür verantwortlich sei, dass Trumps Behauptungen im Programm nicht ausführlich behandelt würden.

Als die Senderführung davon erfuhr, wurde der Vorgang nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person als Verstoß gegen Bartiromos arbeitsvertragliche Verpflichtungen bewertet.

Dass die Trennung keineswegs harmonisch verlaufen sein dürfte, lässt sich auch an ihrer abrupten Umsetzung erkennen. Fox erklärte, Bartiromos Ausscheiden gelte mit sofortiger Wirkung. Damit erhielt die Moderatorin keine Gelegenheit, sich in einer letzten Sendung von ihrem Publikum zu verabschieden.

Bartiromo selbst äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu den Hintergründen ihres Abgangs. Auch in den sozialen Netzwerken veröffentlichte sie zunächst keine Stellungnahme.

Tatsächlich war sie bereits seit mehreren Wochen nicht mehr auf Sendung. Ihr letzter Auftritt bei Fox News fand am 9. August statt, als sie „Sunday Morning Futures“ moderierte. Zusätzlich war sie werktags Gastgeberin der Sendung „Mornings with Maria“ bei Fox Business sowie am Freitagabend von „Maria Bartiromo’s Wall Street“.

Auch Patrick Ignozzi, der ausführende Produzent von „Mornings with Maria“, musste den Sender dem Bericht zufolge zur selben Zeit verlassen.

Warum Fox die Trennung erst Wochen später öffentlich bekannt gab, blieb zunächst offen. In sozialen Netzwerken kursierten rasch Spekulationen darüber, Bartiromo könne möglicherweise eine Position im Weißen Haus übernehmen. Unter anderem wurde über den Posten der Pressesprecherin spekuliert. Belastbare Hinweise dafür lagen jedoch nicht vor.

Fox News selbst bemühte sich in seiner offiziellen Erklärung um einen versöhnlichen Ton. Der Sender dankte Bartiromo für ihre Arbeit während der vergangenen zwölfeinhalb Jahre und wünschte ihr für ihre weitere berufliche Zukunft alles Gute.

Hinter den Kulissen dürfte die Lage allerdings komplizierter gewesen sein. Bartiromos Vertrag hatte offenbar noch eine beträchtliche Restlaufzeit. Ihre Entlassung gilt daher als eine der bedeutendsten personellen Veränderungen bei Fox seit dem überraschenden Ausscheiden von Tucker Carlson im April 2023.

Bartiromo war 2014 zu Fox gewechselt. Zuvor hatte sie sich vor allem als renommierte Finanzjournalistin einen Namen gemacht. Bei Fox sollte sie insbesondere den Wirtschaftssender Fox Business stärken, der damals im Wettbewerb mit CNBC deutlich zurücklag.

Dieses Ziel erreichte sie zumindest teilweise. Fox Business wurde mit Bartiromo bekannter und konkurrenzfähiger. Gleichzeitig veränderte sich jedoch auch ihr öffentliches Profil erheblich.

Während Bartiromo früher vor allem für ihre Berichterstattung über Börsen, Unternehmen und die Wall Street bekannt war, wurde sie in den vergangenen zehn Jahren zunehmend durch ihre Nähe zu Donald Trump und dessen MAGA-Bewegung geprägt.

Ehemalige Weggefährten und Kollegen beschrieben diese Entwicklung teilweise mit Verwunderung. Aus der einstigen Ikone des US-Finanzfernsehens wurde eine der sichtbarsten medialen Unterstützerinnen Trumps.

Bei Fox verschaffte ihr diese Nähe zunächst erhebliche Vorteile. Bartiromo erhielt regelmäßig exklusive Interviews und besaß Zugang zu Personen aus Trumps engstem Umfeld. Im vergangenen Jahr wurde sie sogar in das Führungsgremium des Kennedy Centers berufen.

Trump lobte Bartiromo immer wieder öffentlich. Umgekehrt äußerte sich auch die Moderatorin regelmäßig ausgesprochen positiv über den Präsidenten.

Genau diese Nähe entwickelte sich für Fox jedoch zunehmend zu einem Problem.

Besonders deutlich wurde das nach der Präsidentschaftswahl 2020. Bartiromo gehörte zu den ersten prominenten Fox-Moderatoren, die falschen Behauptungen über angebliche Manipulationen der Wahlmaschinen breiten Raum gaben.

Diese Berichterstattung hatte erhebliche rechtliche Folgen. Der Wahlmaschinenhersteller Dominion verklagte Fox wegen Verleumdung. Im Zuge des Verfahrens wurden interne E-Mails und Textnachrichten des Senders öffentlich, aus denen hervorging, dass Führungskräfte bei Fox mit Bartiromos Berichterstattung teilweise ausgesprochen unzufrieden waren.

Interne Nachrichten zeigten, dass Verantwortliche des Senders ihre Sendungen unmittelbar nach Trumps Wahlniederlage als problematisch empfanden und sich über die dort verbreiteten Behauptungen sorgten.

Im April 2023 einigten sich Fox und Dominion schließlich auf einen Vergleich in Höhe von 787,5 Millionen Dollar.

Damit waren die juristischen Probleme für den Sender allerdings nicht beendet. Der Wahltechnologieanbieter Smartmatic führt weiterhin ein eigenes Verfahren gegen Fox. Auch Bartiromos Sendungen und Äußerungen spielen in diesem Rechtsstreit eine bedeutende Rolle.

Zusätzlichen Ärger gab es in diesem Sommer. Im Juni gehörte Bartiromo zu mehreren Moderatoren von Fox News und Fox Business, die sich während einer Sendung öffentlich entschuldigen mussten. Hintergrund waren Äußerungen des Unternehmers und regelmäßigen Fox-Gastes Kevin O’Leary über Rechenzentren im US-Bundesstaat Utah.

Auch daraus entwickelte sich ein weiterer Rechtsstreit wegen angeblich rufschädigender Aussagen.

Mit Bartiromos Ausscheiden ordnet Fox nun mehrere Sendungen neu.

Die bisherige Morgensendung „Mornings with Maria“, die täglich von 6 bis 9 Uhr ausgestrahlt wurde, wird durch „Mornings with FOX Business“ ersetzt. Die Moderation soll zunächst von wechselnden Gastgebern übernommen werden.

Auch die Freitagsendung „Maria Bartiromo’s Wall Street“ erhält einen neuen Namen. Sie soll künftig als „FBN’s Wall Street“ ausgestrahlt werden. Zunächst übernimmt Cheryl Casone die Moderation, anschließend sollen ebenfalls verschiedene Moderatoren zum Einsatz kommen.

Bei Fox News wird „Sunday Morning Futures“ vorerst von Jason Chaffetz präsentiert. Der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete arbeitet mittlerweile als politischer Analyst für Fox. Eine dauerhafte Nachfolge für Bartiromo will der Sender zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

Die Entlassung Bartiromos zeigt einmal mehr die schwierige Gratwanderung von Fox News zwischen politischer Nähe, publizistischer Linie und rechtlichen Risiken.

Über Jahre hinweg war die Moderatorin gerade wegen ihrer guten Beziehungen zu Trump für den Sender besonders wertvoll. Sie verfügte über außergewöhnlichen Zugang zum Präsidenten und dessen Umfeld und konnte dadurch Interviews liefern, die anderen Journalisten kaum möglich waren.

Doch dieselben Beziehungen scheinen schließlich zu einem wesentlichen Belastungsfaktor geworden zu sein.

Sollten die Berichte über die Weitergabe interner Informationen zutreffen, wäre ausgerechnet Bartiromos unmittelbare Verbindung zum Weißen Haus zum entscheidenden Problem geworden.

Damit endet vorerst eine bemerkenswerte Karriereetappe: Die Frau, die einst als eine der bekanntesten Finanzjournalistinnen Amerikas galt und später zu einer der wichtigsten medialen Verbündeten Donald Trumps wurde, verlässt Fox nicht mit einer Abschiedssendung, sondern abrupt und ohne öffentliches Schlusswort.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Ex-BND-Chef unter Spionageverdacht: Wenn der Geheimnisträger plötzlich selbst zum Geheimdienstfall wird

Ausgerechnet August Hanning: Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes sitzt nach Medienberichten im...

Allgemeines

Frankfurter Börse: DAX legt zu – bei Nebenwerten gibt es deutliche Gewinner und Verlierer

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag, 6. Oktober 2026, freundlich präsentiert....

Allgemeines

Cyberangriff auf ASOS? Hacker verschicken offenbar Erpresserbotschaft direkt über die Shopping-App

Ein möglicher Cyberangriff auf den Online-Modehändler ASOS sorgt für Aufsehen. Nutzer erhielten...

Allgemeines

Trauer um „Lord of the Dance“-Star Niamh O’Brien – Ehefrau von Michael Flatley stirbt mit nur 52 Jahren

Die Welt des irischen Tanzes trauert um Niamh O’Brien. Die Ehefrau des...