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Fortuna schmeißt Anfang raus – jetzt soll Ende retten, was vom Anfang übrig ist

planet_fox (CC0), Pixabay
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Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Fußball.
Und dann gibt es Geschichten, bei denen selbst ein durchschnittlicher Karnevalsprinz sagen würde:

„Leute, das ist selbst mir zu albern.“

Fortuna Düsseldorf hat Markus Anfang rausgeworfen.
Und der Nachfolger steht schon fest:

Alexander Ende.

Ja, wirklich.

Fortuna beendet Anfang – und setzt jetzt auf Ende.

Mehr deutsche Fußball-Poesie war seit „Kaiserslautern verpflichtet Lautern-Legende“ nicht mehr möglich.

Der Anfang war… nun ja… eher der Anfang vom Ende

Als Markus Anfang im Oktober kam, wurde in Düsseldorf vollmundig vom „Neu-Anfang“ gesprochen.

Einige Fans ahnten damals schon, dass es vielleicht eher der „Anfang vom Ende“ werden könnte.

Spoiler:

Es wurde sogar schlimmer.

Nach vier Pleiten in Folge, einer Bilanz zum Fremdschämen und dem dezenten Gefühl, dass man statt Aufstieg plötzlich lieber mal die Tabelle nach unten lesen sollte, hat Fortuna nun die Reißleine gezogen.

Oder besser gesagt:

Sie hat den Anfang beendet, bevor das Ende ohne sie kam.

22 Spiele, 60 Prozent Niederlagen – das ist keine Trainerbilanz, das ist ein Kündigungsgrund mit Statistik

Nach nur 22 Pflichtspielen ist Schluss.

Die Zahlen lesen sich ungefähr so motivierend wie ein Kontoauszug nach dem Derby-Wochenende:

  • fast 60 Prozent Niederlagen
  • in der 2. Liga im Schnitt ein Punkt pro Spiel
  • vier Pleiten am Stück
  • Aufstiegsträume pulverisiert
  • Abstiegsangst inklusive

Anders formuliert:

Aus „Wir greifen oben an“ wurde ziemlich schnell „Bitte nicht durchgereicht werden“.

Wenn man in Düsseldorf eine Treppe hoch wollte, hat Anfang es geschafft, dass plötzlich der Keller näher wirkte als die Bundesliga.

Fortuna in dieser Saison: vom Aufstieg reden, den Abstieg fühlen

Eigentlich sollte Markus Anfang den Klub zurück in Richtung Bundesliga führen.

Stattdessen entwickelte sich das Projekt ungefähr so:

  1. Neuer Trainer
  2. Große Worte
  3. Schlechte Ergebnisse
  4. Noch größere Ausreden
  5. Panik
  6. Trainer weg

Also klassischer Zweitliga-Realismus.

Fairerweise:
Der Kader gilt als unerquicklich zusammengestellt, Verletzungen gab’s obendrauf, und die sportliche Führung hat an dieser Saison ungefähr so viel Anteil wie ein Koch an einer versalzenen Suppe.

Aber während andere Trainer aus einem Trümmerhaufen wenigstens eine halbwegs wacklige Hütte bauen, hat Anfang eher den Eindruck hinterlassen:

„Ja, schwierig alles. Aber ich erkläre euch gern nochmal, warum ich wirklich nichts dafür kann.“

Und jetzt kommt… Ende. Natürlich kommt Ende.

Man kann sich diese Sitzung im Fortuna-Vorstand nur so vorstellen:

„Leute, wir brauchen einen neuen Trainer.“
„Wen nehmen wir?“
„Ist mir egal, Hauptsache der Name macht die Überschrift von allein.“

Und so kam es, wie es kommen musste:

Auf Anfang folgt Ende.

Das ist so perfekt, dass man fast glaubt, die Saison sei von einem schlecht gelaunten Kabarettisten geschrieben worden.

  • Erst kam Anfang.
  • Dann kam das Ende des Anfangs.
  • Jetzt kommt Ende.
  • Und alle hoffen, dass das nicht das Ende von Fortuna ist.

Fortuna rettet sich jetzt mit einem Namen, der jede Schlagzeile alleine gewinnt

Alexander Ende übernimmt – und hat damit vermutlich schon vor dem ersten Training mehr Sympathiepunkte gesammelt als sein Vorgänger nach 22 Spielen.

Nicht wegen der Taktik.
Nicht wegen des Systems.
Nicht wegen des Pressings.

Sondern wegen der Namensdramaturgie.

Der deutsche Fußballjournalismus liegt jetzt kollektiv sabbernd auf dem Boden, weil in den nächsten Wochen Schlagzeilen möglich sind wie:

  • „Ende gut, alles gut?“
  • „Ist Ende die Rettung?“
  • „Fortuna hofft auf Happy End(e)“
  • „Wird Ende zum Anfang einer neuen Serie?“
  • „Nach Anfang nun Ende – aber bitte nicht endgültig“

Selbst die Überschriften schreiben sich gerade mit einem Freudentränen-Emoji.

Kein Feuerwehrmann, sondern ein Langzeitprojekt – im Abstiegskampf, natürlich

Besonders charmant ist die Begründung:

Fortuna holt mit Ende keinen klassischen Feuerwehrmann, sondern einen Trainer für sofortigen und langfristigen Erfolg.

Das ist in etwa so, als würde man bei einem Küchenbrand sagen:

„Wir löschen jetzt nicht hektisch – wir planen hier ein nachhaltiges Wärmemanagement bis 2028.“

Fünf Spieltage vor Schluss, mit dem Keller in Sichtweite, will man also nicht nur retten, sondern gleich strategisch sanieren.

Mutig.
Oder wahnsinnig.
Oder beides.

Das wahre Kunststück: Fortuna hat aus einer Trainerentlassung ein Karnevalsprogramm gemacht

Andere Vereine feuern Trainer.

Fortuna Düsseldorf liefert:

eine komplette sprachliche Dramaturgie in drei Akten.

Akt 1:

Neu-Anfang!

Akt 2:

Anfang vom Ende!

Akt 3:

Ende übernimmt!

Wenn jetzt noch der Klassenerhalt gelingt, heißt die Doku auf Amazon Prime garantiert:

„Vom Anfang bis zum Ende – und trotzdem nicht abgestiegen“

Fazit

Fortuna Düsseldorf trennt sich von Markus Anfang – sportlich nachvollziehbar, sprachlich ein Geschenk.

Denn mal ehrlich:

Wann bekommt man im Fußball schon die Chance, einen Trainer namens Anfang zu feuern und ihn durch einen Trainer namens Ende zu ersetzen?

Das ist keine Personalie mehr.

Das ist Literatur.

 

 

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