Die FIA hat mal wieder das getan, was sie am besten kann: den eigenen Ruf gegen die Wand fahren – dieses Mal mit Vollgas. Ex-Formel-1-Pilot und Le-Mans-Sieger Derek Warwick wurde als Rennsteward für den Kanada-GP suspendiert. Sein Vergehen? Nein, kein unfaires Safety-Car oder falsch abgegebener Kaffee – sondern ein Interview. Ja, richtig gelesen: Er hat geredet. Öffentlich. Ohne Genehmigung. Skandal!
Die Ausgangslage:
Warwick sagte in einem Interview auf einer Glücksspielseite (wo sonst?), dass Max Verstappen in Spanien George Russell „absolut nicht“ hätte rammen sollen – und dass die Strafe der FIA „richtig“ gewesen sei. Klingt vernünftig? Falsch gedacht! Vernunft ist in der FIA-Regelstruktur ein nicht homologierter Bestandteil.
Die Strafe:
Warwick darf seinen Steward-Schal für Kanada ablegen und wird ausgerechnet durch Enrique Bernoldi ersetzt – per Fernbedienung aus dem FIA-Hauptquartier in Genf. Bernoldi, der sich jetzt fragt, wie man von der Ersatzbank in Brasilien zur FIA-Cloud aufsteigt, darf nun aus dem Homeoffice über Grid-Strafen und Track-Limits richten. Willkommen in der Formel Netflix.
Das Statement der FIA (frei übersetzt):
„Derek hat zugegeben, dass es ungünstig war, eine Meinung zu haben. Er hat sich brav entschuldigt und darf ab Österreich wieder mitspielen – sofern er sein Mikrofon vorher abgibt.“
Hintergrundrauschen:
Warwick ist der zweite FIA-Steward in sechs Monaten, der für eine Meinung geschasst wird. Im Januar wurde Johnny Herbert schon abserviert – offenbar war die Kombination „FIA-Schiedsrichter und Mensch mit Mikrofon“ zu explosiv.
Aber Moment, da ist mehr:
Die FIA-Generalversammlung hat – ganz zufällig – genau einen Tag vor Warwicks Rauswurf neue Statuten beschlossen. Kritiker nennen das Ganze einen weiteren Schritt auf dem FIA-Masterplan zur Schaffung eines Motorsport-Königreichs unter Mohammed „Alle Macht dem Präsidenten“ Ben Sulayem. Transparenz? Accountability? Bitte warten, dieser Service ist derzeit nicht verfügbar.
Fazit:
Ein Steward mit eigener Meinung ist bei der FIA in etwa so willkommen wie ein regennasses Qualifying ohne rote Flagge. Wer trotzdem redet, bekommt Hausarrest in Genf – und darf beim nächsten Rennen wieder still nicken.
Und wenn’s nach der FIA geht, ist bald auch das Denken genehmigungspflichtig.
Kommentar hinterlassen