Die FIFA hat offiziell klargestellt, dass die Sicherheitsverantwortung für die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Zuständigkeitsbereich der US-Regierung fällt. Anlass für die Stellungnahme waren Äußerungen von Präsident Donald Trump, der damit gedroht hatte, Spiele aus bestimmten Städten abzuziehen.
Trump hatte Anfang der Woche behauptet, Teile von Boston seien durch jüngste Unruhen „übernommen“ worden. Im selben Atemzug erklärte er, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino problemlos dazu bringen könne, Spiele aus bestimmten Austragungsorten abzuziehen – sollten diese „unsicher“ erscheinen.
FIFA reagiert diplomatisch – verweist auf Regierung
In einer offiziellen Stellungnahme erklärte ein FIFA-Sprecher:
„Sicherheit und Schutz haben bei allen FIFA-Veranstaltungen weltweit oberste Priorität. Die Verantwortung dafür liegt eindeutig bei den Regierungen der Gastgeberländer, die im Sinne der öffentlichen Sicherheit entscheiden.“
Die FIFA äußerte sich nicht zu einzelnen Städten oder Stadien, die Trump erwähnt hatte. Auch direkte Konsequenzen seiner Aussagen wurden nicht kommentiert.
Boston wehrt sich: „Nicht einmal der Präsident kann das stoppen“
Die Bürgermeisterin von Boston, Michelle Wu, reagierte entschlossen auf Trumps Bemerkungen. In einem lokalen Interview sagte sie:
„Ein Großteil davon ist vertraglich gesichert – nicht einmal jemand, der derzeit im Weißen Haus sitzt, kann das rückgängig machen.“
Die Spiele in der Region Boston sollen im Gillette Stadium in Foxborough stattfinden. Wu betonte, Boston werde seine Werte verteidigen – auch wenn dies bedeute, ins politische Visier zu geraten.
2026: Größte WM aller Zeiten – USA mit 78 Spielen
Die Fußball-WM 2026 wird die erste mit 48 teilnehmenden Teams und umfasst insgesamt 104 Spiele. Die USA richten allein 78 dieser Spiele aus, der Rest verteilt sich auf Kanada und Mexiko.
Trump ließ in seiner Rede auch anklingen, dass er überlege, die Olympischen Sommerspiele 2028 aus Los Angeles zu verlegen, sollte er Zweifel an der Vorbereitung haben:
„Wenn ich denke, dass L.A. nicht gut vorbereitet ist, würde ich es verlegen – wenn nötig.“
Politischer Druck auf internationale Sportveranstaltungen
Trumps Aussagen sorgen für Unruhe, sowohl auf kommunaler als auch auf internationaler Ebene. Beobachter sehen darin den Versuch, weltweite Sportereignisse politisch zu instrumentalisieren, insbesondere im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2028.
Die FIFA versucht bislang, sich aus der innenpolitischen Debatte herauszuhalten – und verweist nüchtern auf Verträge, Sicherheitsstandards und die Zuständigkeit der jeweiligen nationalen Behörden.
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