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F1:Kanada-Quali: Mercedes verteilt Hoffnungsschläge – an die Konkurrenz

Photoshoot4You (CC0), Pixabay
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Die Formel 1 hatte sich Kanada eigentlich als großes Comeback-Wochenende der Spannung vorgestellt. McLaren kam mit frischem Optimismus, Ferrari mit neuen Teilen und Red Bull zumindest mit Restwürde. Doch nach wenigen Runden in Montréal stellte Mercedes höflich klar: „Danke fürs Mitspielen.“

George Russell durfte sich dabei wie ein Mann fühlen, der nach monatelangem Familienchaos endlich wieder den WLAN-Router kontrolliert. Der Engländer schnappte sich die Pole für den Sprint und wirkte dabei fast emotional. „Es war schwer zuletzt“, sagte er. Übersetzung: Teamkollege Kimi Antonelli hatte ihn in den vergangenen Wochen aussehen lassen wie einen Fahrlehrer mit Handbremse.

Denn der eigentliche Star bei Mercedes heißt weiterhin Antonelli. Der Teenager fährt derzeit mit der Gelassenheit eines Menschen, der noch nie eine Stromrechnung bezahlen musste. In der WM liegt er komfortabel vorne und hat Russell intern längst vom Silberpfeil-Chef zum Mitfahrer degradiert. Umso wichtiger war dieser kleine Prestige-Erfolg für Russell. Wenigstens im teaminternen Psychokrieg darf er jetzt wieder kurz mitreden.

Die Konkurrenz? Kam mit Hoffnung nach Kanada und fuhr mit der Erkenntnis zurück, dass Mercedes offenbar heimlich ein anderes Regelbuch benutzt. Im Training lagen Antonelli und Russell zeitweise eine Sekunde vor dem Rest des Feldes – in der Formel 1 entspricht das ungefähr einem höflichen öffentlichen Demütigungsritual.

McLaren durfte immerhin Schadensbegrenzung betreiben. Lando Norris wurde Dritter und erklärte wahrscheinlich zum zwölften Mal in dieser Saison, dass man „positive Ansätze“ sehe. Ferrari landete ebenfalls irgendwo zwischen „solide“ und „bitte bald Regen“. Lewis Hamilton fährt inzwischen Rennen mit der Aura eines Mannes, der auf einer Familienfeier höflich zuhört, obwohl er längst gehen möchte.

Max Verstappen wurde Siebter und wirkte dabei ungefähr so begeistert wie jemand, der feststellt, dass der Lieblingsdöner plötzlich 11 Euro kostet. Beim Weltmeister läuft derzeit wenig zusammen – außer Beschwerden über Balance, Reifen und vermutlich die Erdrotation.

Nico Hülkenberg wiederum blieb seiner Saison treu: knapp draußen, aber immerhin konstant knapp draußen. Rang elf ist inzwischen fast schon seine persönliche Komfortzone.

Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf dem Wetter. Für Sonntag sind Regen und Temperatursturz angekündigt. Die Konkurrenz betet bereits für Chaos, denn bei trockener Strecke sieht es aktuell so aus, als würde Mercedes in Kanada nicht gegen andere Teams fahren – sondern höchstens gegen Langeweile.

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