Der US-Softwareriese Microsoft hat ein drohendes Wettbewerbsverfahren der Europäischen Union mit weitreichenden Zugeständnissen abgewendet. Die EU-Kommission teilte mit, dass das Unternehmen sich verpflichtet habe, seine Office-Pakete künftig auch ohne die Kommunikationsplattform Teams anzubieten – und zwar für einen Zeitraum von mindestens sieben Jahren.
Hintergrund: Kritik an Marktverzerrung
Auslöser des Verfahrens waren Beschwerden von Wettbewerbern, insbesondere des Konkurrenten Slack, der Microsoft vorwarf, Teams unfair mit Office zu bündeln und so den Wettbewerb im Markt für Kollaborations- und Kommunikationssoftware zu verzerren. Die Kommission leitete daraufhin eine wettbewerbsrechtliche Prüfung ein, die zu empfindlichen Geldstrafen hätte führen können.
Zugeständnisse von Microsoft
Mit den nun vereinbarten Änderungen will Microsoft die Bedenken ausräumen:
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Office ohne Teams: Unternehmen können künftig Pakete mit Word, Excel, PowerPoint und Outlook auch ohne Teams erwerben.
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Preisreduzierung: Die Varianten ohne Teams sollen zu einem vergünstigten Preis angeboten werden.
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Wahlfreiheit für Kunden: Nutzer sollen leichter zu Paketen ohne Teams wechseln können.
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Kompatibilität: Ein verbesserter Datenaustausch mit Konkurrenzprodukten wird zugesichert, um Wettbewerbern gleichen Zugang zu ermöglichen.
Bedeutung für den Markt
Mit diesem Schritt versucht Microsoft, Strafen in Milliardenhöhe zu vermeiden und zugleich die seit Jahren anhaltende Debatte um die Vormachtstellung des Unternehmens im Bürosoftware-Bereich zu entschärfen. Die EU-Kommission kündigte an, die Umsetzung der Verpflichtungen über den gesamten Zeitraum streng zu überwachen.
Reaktionen
Branchenexperten bewerten den Schritt als Erfolg für die Wettbewerbshüter, da er anderen Anbietern mehr Chancen auf dem europäischen Markt verschaffen dürfte. Microsoft wiederum betont, dass die Änderungen im Sinne der Kunden seien und deren Wahlmöglichkeiten erweitern sollen.
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