Seit Jahren nährt der ehemalige US-Präsident Donald Trump das Verschwörungsdenken seiner Anhänger – nun kehrt es mit voller Wucht zu ihm zurück. Im Zentrum steht erneut der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, eine Schlüsselfigur der berüchtigten QAnon-Bewegung.
Als Trump kürzlich die Forderungen aus seiner eigenen Basis, weitere Epstein-Dokumente zu veröffentlichen, als „Bullshit“ abtat, war die Empörung groß. Der Präsident sprach in einem Truth-Social-Beitrag sogar von „Schwächlingen“, die auf die „Lügen der Demokraten“ hereinfielen – und erklärte, er wolle deren Unterstützung nicht länger.
Für viele seiner loyalsten Unterstützer kam diese Abkehr überraschend – und als Verrat. Denn gerade sie sahen in Trump stets den Helden im Kampf gegen ein angeblich globales Netzwerk pädokrimineller Eliten, zu dessen angeblichen Enthüllungen Epstein zentral gehört.
Trump hat QAnon jahrelang mit Memes bedient
Die QAnon-Bewegung, die seit 2017 unter dem Decknamen „Q“ Verschwörungsbotschaften im Netz verbreitet, baute Epstein in ihre Narrative fest ein. Die Theorie: Eine geheime Elite missbrauche Kinder, kontrolliere Regierungen und Medien – und nur Trump könne sie entlarven.
Obwohl Trump immer behauptete, nichts über QAnon zu wissen, postete er über 1.000 Mal Inhalte mit QAnon-Symbolik auf seiner Plattform Truth Social, wie das Watchdog Media Matters dokumentierte. Viele Anhänger werteten das als Zustimmung.
Ein Kontrollverlust über die eigene Anhängerschaft?
Dass Trump nun plötzlich das Thema kleinzureden versucht, ist für viele im „MAGA“-Lager ein Schock – und politisch riskant. Denn QAnon-Anhänger zählen zu seiner lautstärksten und treuesten Basis.
Einige republikanische Abgeordnete wie Marjorie Taylor Greene oder Thomas Massie fordern inzwischen öffentlich, dass sämtliche Epstein-Dokumente veröffentlicht werden. Der Druck auf Trump wächst – nicht von den Demokraten, sondern aus dem eigenen Lager.
Ein Präsident gefangen im Netz der Verschwörungen
Trump verdankt seinen politischen Aufstieg auch dem Umstand, dass er radikale Erzählungen nie verurteilt, sondern sie geschickt für sich genutzt hat. Nun wird klar: Diese Strategien lassen sich nicht beliebig zurückdrehen.
Was für viele Außenstehende wie lächerliche Fantastereien wirkt, ist für Millionen seiner Anhänger ein zentrales Weltbild, das sie nicht aufgeben. Und für Trump könnte genau das nun zum Problem werden.
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