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Ecuadors Präsident Noboa: „Wir brauchen ausländische Armeen im Kampf gegen die Kartelle“

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Ecuadors Präsident Daniel Noboa fordert internationale Unterstützung im Kampf gegen die organisierte Kriminalität in seinem Land. In einem Interview mit der BBC rief er die USA, Europa und Brasilien dazu auf, ihre Armeen in den Kampf gegen Drogenkartelle einzubinden.

Zudem will Noboa, dass US-Präsident Donald Trump die größten ecuadorianischen Banden – Los Lobos, Los Choneros und Los Tiguerones – als terroristische Organisationen einstuft. Dies würde US-Behörden mehr Handlungsspielraum geben, um gegen sie vorzugehen.

Mit seiner harten Linie gegen die Banden macht Noboa Sicherheit zum zentralen Thema vor der Stichwahl am 13. April. Kritiker werfen ihm jedoch übermäßige Gewaltanwendung vor, insbesondere nach Fällen von Misshandlungen durch Sicherheitskräfte.

Ecuador als globaler Drogenumschlagplatz

Ecuador spielt eine zentrale Rolle im weltweiten Drogenhandel: Rund 70 % des globalen Kokainhandels laufen über ecuadorianische Häfen. Die Banden, die sich die Kontrolle über diese Routen liefern, seien laut Noboa „internationale Narco-Terroristen“ mit rund 14.000 bewaffneten Mitgliedern.

Die Bilanz seiner Präsidentschaft ist durch eine verstärkte Militarisierung des Landes geprägt. Tatsächlich sank die Mordrate von 2023 auf 2024 um 16 %, doch im Januar 2025 erreichte die Gewalt einen traurigen Rekord: 781 Morde in einem Monat.

Erik Prince: Militärhilfe oder riskanter Partner?

Zusätzlich sorgt Noboa mit seiner Zusammenarbeit mit Erik Prince, dem umstrittenen Gründer der privaten Sicherheitsfirma Blackwater, für Diskussionen. Prince soll Ecuadors Armee und Polizei beraten – ein Schritt, den viele Ecuatorianer kritisch sehen.

Prince wurde durch seine Söldnertruppen in Irak und Afghanistan bekannt, insbesondere durch das Massaker von Nisour Square 2007, bei dem Blackwater-Söldner 14 irakische Zivilisten töteten. Die Verantwortlichen wurden später von Donald Trump begnadigt.

Noboa verteidigt die Zusammenarbeit: „Wir führen einen unkonventionellen Krieg, und er hat Erfahrung.“ Gleichzeitig betont er, dass Ecuadors Gesetze respektiert werden müssen.

Braucht Ecuador ausländische Militärbasen?

Neben direkter Unterstützung durch ausländische Truppen will Noboa auch die Rückkehr ausländischer Militärbasen in Ecuador ermöglichen – etwas, das 2009 vom damaligen Präsidenten Rafael Correa verboten wurde. Dafür müsste er jedoch nicht nur die Verfassung ändern, sondern auch Partner finden, die bereit sind, Truppen zu entsenden.

Besonders Donald Trump könnte dabei eine Schlüsselfigur sein. Noboa muss ihn und andere internationale Akteure überzeugen, dass es auch in ihrem Interesse ist, die Drogenkartelle zu bekämpfen.

Hoffnung für Ecuador? Oder ein gescheiterter Ansatz?

Trotz Noboas harter Maßnahmen bleibt die Gewalt in Ecuador hoch. Kritiker argumentieren, dass eine rein militärische Lösung nicht ausreicht. Seine linke Herausforderin Luisa González wirft ihm vor, seine Wahlversprechen nicht eingelöst zu haben.

Für viele Ecuadorianer ist die Entscheidung klar: Bleiben oder fliehen. Die Zahl der Menschen, die über die gefährliche Darien-Lücke Richtung Nordamerika fliehen, wächst rasant.

Noboa appelliert an seine Landsleute, in Ecuador zu bleiben: „Die Wirtschaft erholt sich, Unternehmen stellen ein. Es wird besser.“ Doch ob die Ecuadorianer ihm glauben, wird sich erst bei der Stichwahl im April zeigen.

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