Startseite Allgemeines Dynamo Dresden:Als Dynamo-Fan fragt man sich: Wie können diese Ex-Dresdner plötzlich alle ohne Job sein?
Allgemeines

Dynamo Dresden:Als Dynamo-Fan fragt man sich: Wie können diese Ex-Dresdner plötzlich alle ohne Job sein?

jorono (CC0), Pixabay
Teilen

Das Transferfenster ist zu, das Karussell steht – und ein paar ehemalige Dynamos stehen daneben und gucken offenbar genauso verwundert wie wir.

Denn wenn man sich anschaut, welche Ex-Dresdner aktuell ohne Verein sind, kann man als Dynamo-Fan schon mal die Stirn runzeln. Da ist mit Dzenis Burnic sogar ein Spieler dabei, der gerade noch bei einer Weltmeisterschaft auf dem Platz stand. Und jetzt? Vertragslos. Fußball kann manchmal wirklich schneller drehen als ein Schiedsrichter nach VAR-Hinweis.

Burnic: Von der WM direkt ins Wartezimmer

Dzenis Burnic ist wohl der größte Name auf der Liste.

28 Jahre alt, Marktwert laut Bericht 1,2 Millionen Euro, 187 Zweitliga-Spiele auf dem Buckel – und bei der WM für Bosnien-Herzegowina sogar zweimal eingewechselt.

Eigentlich denkt man da: Den nimmt doch irgendeiner.

Offenbar nicht.

Die Angebote sollen ziemlich überschaubar gewesen sein. Und so führt der Karriereweg vorerst nicht von der WM zum neuen Verein, sondern eher von der WM zum Handy:

„Hallo Berater, hat sich jemand gemeldet?“

„Noch nicht.“

„Auch keiner aus Liga zwei?“

„Nein.“

„Liga drei?“

„Äh … auch nicht.“

Das ist schon erstaunlich.

Kraulich: Linksfuß, 1,91 Meter – und trotzdem will ihn keiner?

Noch rätselhafter ist die Situation bei Tobias Kraulich.

27 Jahre alt, Innenverteidiger, Linksfuß, 1,91 Meter groß und Ende Mai noch in beiden Zweitliga-Relegationsspielen für Essen in der Startelf.

Normalerweise müsste ein Sportdirektor bei „linksfüßiger Innenverteidiger“ schon anfangen, hektisch nach dem Kugelschreiber zu suchen.

Aber offenbar herrschte diesmal kollektive Zurückhaltung.

Kein Drittligist griff zu.

Als Dynamo-Fan fragt man sich da schon:

Was genau suchen die Vereine eigentlich noch? Einen Innenverteidiger, der linksfüßig ist, zwei Meter groß, 23 Jahre alt, Nationalspieler und am besten noch selbst den Mannschaftsbus fährt?

Toni Leistner: Der Flirt mit Dynamo blieb ein Flirt

Und dann wäre da natürlich Toni Leistner.

36 Jahre alt, robust, erfahren und einer, bei dem man als Stürmer vermutlich schon beim Einlaufen merkt: Heute wird’s körperlich.

Nach seinem Aus bei Hertha war klar, dass die ganz großen Verträge nicht mehr Schlange stehen würden.

Aber Dynamo war tatsächlich wieder im Spiel.

Es gab ein Angebot.

Am Ende blieb es allerdings – wie es im Bericht so schön heißt – beim „heißeren Flirt“.

Als Dynamo-Fan kennt man das.

Man trifft sich.

Man redet.

Man findet sich eigentlich ganz sympathisch.

Und irgendwann schreibt einer:

„War schön mit dir, aber ich glaube, wir wollen gerade unterschiedliche Dinge.“

Fußballromantik 2026.

Vielleicht landet Leistner jetzt ausgerechnet in Cottbus

Und als wäre das alles nicht schon pikant genug, taucht Leistners Name offenbar immer wieder bei Energie Cottbus auf.

Seine Familie lebt in Potsdam, Cottbus will sich bei vertragslosen Spielern noch umsehen – und Leistner könnte dort als erfahrener Verteidiger durchaus ins Profil passen.

Nun gut.

Als Dynamo-Fan muss man ja nicht bei jeder Personalie sofort nervös werden.

Aber ein ehemaliger Dynamo-Spieler bei Energie Cottbus?

Da bekommt das Wort „Nachbarschaftshilfe“ plötzlich einen ganz eigenen Klang.

Auch Marvin Stefaniak wartet noch

Auch Marvin Stefaniak hat bislang keinen neuen Verein gefunden.

31 Jahre alt, Dynamo-Vergangenheit, technisch stark – und ebenfalls noch auf Jobsuche.

Da merkt man wieder, wie brutal dieses Geschäft sein kann.

Gestern noch jubeln dir Tausende zu.

Heute sitzt du zu Hause und der größte Transfer des Tages ist vielleicht der Wechsel vom Sofa zum Kühlschrank.

Ceka wollte weg – durfte aber nicht

Jason Ceka hat dagegen einen Vertrag.

Nur wollte er offenbar gerne einen anderen.

Der 26-Jährige, der Dresden bis Mai noch beim Klassenerhalt geholfen hatte, verhandelte längere Zeit mit Fortuna Düsseldorf.

Auch Dynamo war offenbar ein Thema.

Am Ende kam mit beiden Klubs keine Einigung zustande und Ceka blieb bei Elversberg.

Das ist auch so eine klassische Transfergeschichte.

Spieler will wechseln.

Verein verhandelt.

Interessent verhandelt.

Berater verhandelt.

Alle verhandeln.

Und am Ende passiert:

Nichts.

Außer wahrscheinlich sehr vielen Telefonaten.

Julian Pauli schafft noch den Absprung

Einer hat den Ausgang des Transferkarussells dagegen noch rechtzeitig gefunden: Julian Pauli.

Der 21-jährige Innenverteidiger des 1. FC Köln wird bis zum kommenden Sommer nach Odense in Dänemark verliehen.

Nach seinem Jahr in Dresden ist es für ihn die erste Auslandsstation. Er selbst spricht von einer neuen Erfahrung und dem nächsten Schritt seiner Entwicklung.

Da kann man als Dynamo-Fan eigentlich nur sagen:

Viel Erfolg, Junge.

Und denk dran: Wenn es in Dänemark mal kalt und ungemütlich wird – in Dresden haben wir dich schließlich auch auf schwierige Bedingungen vorbereitet.

Der Fußball vergisst verdammt schnell

Das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Liste ist aber etwas anderes.

Burnic: WM-Spieler.

Kraulich: gerade noch Zweitliga-Relegation.

Leistner: jahrelange Erfahrung auf hohem Niveau.

Stefaniak: bekanntes Gesicht im Profifußball.

Und plötzlich stehen mehrere von ihnen ohne Vertrag da.

Das zeigt, wie schnell sich die Fußballwelt dreht.

Heute bist du Stammspieler.

Morgen Ergänzungsspieler.

Übermorgen ablösefrei.

Und am Freitag fragt der Berater:

„Hättest du grundsätzlich auch Interesse an Österreich?“

Vertragslose Spieler dürfen zwar weiterhin verpflichtet werden, und in einigen Ländern ist das Transferfenster noch geöffnet. Trotzdem werden die Optionen jetzt kleiner und die Verhandlungen schwieriger.

Als Dynamo-Fan bleibt deshalb nur festzustellen:

Manche ehemaligen Schwarz-Gelben suchen gerade einen neuen Verein. Und wenn wir ehrlich sind, würden wir bei dem einen oder anderen Namen zumindest kurz überlegen, ob im Rudolf-Harbig-Stadion nicht doch noch irgendwo ein Spind frei ist.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Wer das Stromnetz sprengen will, sollte vielleicht mal ohne Steckdose nachdenken

Zwölf selbst gebaute Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen. Zwölf Versuche, eine Infrastruktur anzugreifen, von...

Allgemeines

Dynamo Dresden, das war wieder zu billig: 1:2 gegen Bochum und schon steckt Dresden im Tabellenkeller

Es gibt Niederlagen, bei denen man nach Hause geht und sagt: Kann...

Allgemeines

Schalke04-Kein Ball? Kein Problem! Schalke nervt die Bayern in den Wahnsinn

0:0 gegen den Rekordmeister – und plötzlich fühlt sich ein Unentschieden an...

Allgemeines

James Bond vor dem Neustart: Wer wird der nächste 007?

Kaum eine Filmrolle wird mit so viel Spannung neu besetzt wie James...