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Dynamo Dresden: Ich habe keine Lust mehr auf Durchhalteparolen und Abstiegskampf

qimono (CC0), Pixabay
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Ein Kommentar aus Fansicht für diebewertung.de

Ganz ehrlich: Ich sitze inzwischen vor diesen Dynamo-Spielen und schüttle nur noch den Kopf. Wieder eine Führung, wieder Hoffnung, wieder die Enttäuschung kurz vor Schluss. Das 1:1 in Osnabrück fühlt sich für mich wie eine Niederlage an. Weil erneut ein Spiel aus der Hand gegeben wurde, das Dynamo hätte gewinnen können.

Was ist bloß los mit dieser Mannschaft?

Eine ordentliche erste Halbzeit macht noch keinen erfolgreichen Spieltag. Wenn nach der Pause die Sicherheit schwindet und am Ende der Ausgleich fällt, bleibt von der schönen Anfangsphase vor allem Frust. Als Fan wartet man irgendwann nicht mehr auf das zweite Tor, sondern fürchtet schon das nächste Gegentor. Dieses Gefühl hätte ich gern endlich wieder los.

Ich erwarte keine Wunder. Niemand muss mir Champions League versprechen. Aber ich möchte eine Mannschaft sehen, die eine Führung verteidigen kann, auf Schwierigkeiten reagiert und über ein ganzes Spiel hinweg einen erkennbaren Plan verfolgt. Das sollte in der zweiten Liga möglich sein.

Und ja: Ich habe keinen Bock auf den nächsten Abstiegskampf.

Natürlich unterstütze ich Dynamo auch dann, wenn es schwierig wird. Gerade deshalb ärgert mich, wie schnell man sich offenbar wieder mit kleinen Fortschritten zufriedengeben soll. Ein bisschen Spielkontrolle hier, eine gute Phase dort – das klingt nach jedem enttäuschenden Ergebnis irgendwann erschreckend ähnlich.

Wenn Trainer Thomas Stamm in einem solchen Spiel einen Schritt nach vorn erkennt, darf er das erklären. Ich sehe zunächst einmal zwei verlorene Punkte. Ich sehe eine Mannschaft, die sich die Chance auf einen wichtigen Sieg erarbeitet und sie anschließend wieder hergibt. Beides muss sich ansprechen lassen.

Auch die Wechsel werfen Fragen auf. Wenn Spieler müde wirken und der Gegner Räume anbietet, erwarte ich eine rechtzeitige Reaktion von der Bank. Frische Kräfte können Entlastung schaffen, einen Konter ermöglichen oder helfen, wieder Zugriff zu bekommen. Ob ein früherer Wechsel den Ausgleich verhindert hätte, weiß niemand. Aber genau diese Entscheidungen gehören zur Verantwortung des Trainers.

Dabei geht es mir nicht darum, nach jedem schlechten Ergebnis einen neuen Trainer zu verlangen. Dieser Reflex löst allein überhaupt nichts. Stamm muss jedoch zeigen, wie er das wiederkehrende Problem beheben will. Wenn die Mannschaft nach guten Phasen regelmäßig nachlässt, reicht die Feststellung, es habe am Ende an Mut gefehlt, irgendwann nicht mehr aus.

Woran liegt es? An der Belastung? An der Absicherung? An den Entscheidungen mit dem Ball? An der Angst, einen Vorsprung zu verlieren? Die Antworten müssen auf dem Platz sichtbar werden.

Und die sportliche Führung darf sich ebenfalls angesprochen fühlen. Passt der Kader zu den Anforderungen? Gibt es genügend Alternativen, wenn ein Spiel kippt? Welche Unterstützung braucht die Mannschaft? Verantwortung endet nicht beim Trainerstuhl.

Niklas Hauptmann kann schließlich auch nicht jedes Problem allein lösen. Sein Einsatz verdient Anerkennung. Umso bitterer ist es, wenn eine Führung am Ende wieder nicht zum Sieg reicht.

Vor dem Duell mit Magdeburg möchte ich deshalb keine großen Versprechen hören. Ich möchte sehen, dass Dynamo aus seinen Fehlern lernt. Dass auf eine gute erste Hälfte eine belastbare zweite folgt. Dass die Mannschaft auch unter Druck handlungsfähig bleibt.

Wir Fans kommen, hoffen und tragen diesen Verein durch schwierige Zeiten. Aber wir dürfen verlangen, dass die Verantwortlichen die Probleme ebenso ernst nehmen wie wir auf den Rängen.

Ich will mich wieder auf Dynamo freuen. Auf Fußball, auf Siege, auf eine Mannschaft, die einem Zuversicht gibt. Im Moment bleibt zu oft nur dieses fassungslose Kopfschütteln – und die Frage, warum wir schon wieder über Abstiegskampf reden müssen.

2 Kommentare

  • Als Trainer Stamm verpflichtet wurde, hatte ich persönlich schon grosse Bedenken. Dann der Hype um Ihn, als er mit einem Top Kader aufstieg. Dort wurde Ihm etwas angedichtet, was er noch nie bewiesen hatte.

    Wer die Geschichte ausgedacht hat, dass Stamm im Gespräch für die Bundesliga in Freiburg war, kann ich nicht beweisen. Aber eine dunkle Ahnung bleibt. Und nun beweist Stamm, der inzwischen gut gelernt hat, sich hier zu inszenieren, dass er nichts drauf hat. Zum wiederholten Male reagiert er nicht oder nur halbherzig, auf frisch eingewechselte Power von neuen Spielern unserer Gegner.

    Aus Arroganz, Überheblichkeit, oder einfach aus Dummheit? Jagt ihn zum Teufel, oder besser zurück nach Freiburg. Nicht in die Bundesliga. Und holt endlich einen Trainer, der etwas vorzuweisen hat. Nicht mir der Klappe, sondern mit Erfolgen in Liga 2. Aber wer im Aufsichtsrat soll diese Kompetenz haben. Denen geht es doch hauptsächlich um die kostenlose VIP Karte für sich und ihre Partnerin.

    Ende, Dynamo wie immer seit 30 Jahren.

  • Ein sehr guter Kommentar, der den Nagel auf dem Kopf trifft. Wirklich sehr gut analysiert. Mit dem Kommentar spricht man den Fans aus der Fußballseele.

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