Startseite Allgemeines Drohgebärden der USA gegenüber Venezuela wecken Erinnerungen an vergangene Interventionen
Allgemeines

Drohgebärden der USA gegenüber Venezuela wecken Erinnerungen an vergangene Interventionen

toushirou_px (CC0), Pixabay
Teilen

Die Lage in der Karibik spitzt sich zu: Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region unter dem Vorwand des „War on Drugs“ massiv ausgebaut. Laut dem Atlantic handelt es sich um die größte Aufrüstung seit der Kubakrise 1962. Rund 15 US-Kriegsschiffe, darunter der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, B-52-Bomber und Spezialeinheiten operieren derzeit nahe Venezuela. Seit September wurden bei Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote über 70 Menschen getötet – vielfach ohne klare Rechtsgrundlage. Kritiker sprechen von völkerrechtswidrigen Exekutionen.

US-Präsident Donald Trump, der lateinamerikanische Drogenkartelle zu „ausländischen Terrororganisationen“ erklärte, weist Kriegspläne zurück. Dennoch sehen Beobachter in der massiven Präsenz eine Machtdemonstration und ein mögliches Druckmittel gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro, den die USA als „Terroristen“ und Drogenhändler einstufen. Das Kopfgeld auf Maduro wurde kürzlich auf 50 Millionen Dollar erhöht.

Die Spannungen erinnern an frühere US-Interventionen, etwa in Panama 1989, als unter Präsident George Bush senior der Diktator Manuel Noriega nach ähnlichen Vorwürfen gestürzt wurde. Experten wie der Historiker Michael Grow warnen, Washington habe nun auch gegenüber Venezuela einen „bequemen Vorwand“ geschaffen.

Trump genehmigte laut Berichten zudem verdeckte CIA-Operationen im Land, offiziell zur Wahrung der „nationalen Sicherheit“. Fachleute wie Christopher Sabatini vom Thinktank Chatham House sehen darin vor allem psychologischen Druck: Die USA wollten „Angst und Unsicherheit“ im venezolanischen Machtapparat erzeugen, um einen internen Machtwechsel zu provozieren.

Maduro, seit 2013 an der Macht und trotz internationaler Kritik 2024 bis 2031 wiedergewählt, sucht Unterstützung bei Russland. Eine kürzlich unterzeichnete Kooperation umfasst Energie, Bergbau und Sicherheit – aber offiziell keine militärische Hilfe. Dennoch soll Maduro Präsident Wladimir Putin um Flugabwehrsysteme gebeten haben.

Ob es bei Drohgebärden bleibt oder die Lage erneut eskaliert, ist ungewiss. In Lateinamerika wächst jedenfalls die Sorge, dass sich Geschichte wiederholen könnte.

 

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

China richtet elf Mitglieder einer Betrüger-Mafia aus Myanmar hin

China hat elf Angehörige der berüchtigten Ming-Familie hingerichtet, die jahrelang groß angelegte...

Allgemeines

SIGNA:Konkurs im Konkurs – oder: Wenn der Pleitegeier auch noch Anwaltskosten frisst

Während bei Signa die Insolvenzlawine schon längst alles unter sich begraben hat...

Allgemeines

Streets of Minneapolis

Inhaltliche Zusammenfassung von „Streets of Minneapolis“ (bezogen auf Alex Pretti): Der Song...

Allgemeines

Was passiert, wenn die USA den Iran angreifen? Sieben denkbare Szenarien aus meiner Sicht

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind erneut auf einem...