28. März 2017

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Dreist und unverschämt?

Eigentlich müsste man hinter diese Aussage ein Ausrufezeichen setzen, denn was sich das Unternehmen Briese hier gegenüber den Anlegern erlaubt, verdient eigentlich gar keine andere Bezeichnung. Worum geht es, was die Anleger so verärgert? Es dreht sich hierbei um den Verkauf des Sachwertes einer notleidenden Schifffahrtsgesellschaft, der Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG: Die MS „BBC SkySails“, das Seeschiff, welches die Geschäftsgrundlage der Gesellschaft bildet.

Die GmbH informierte ihre Anleger im November mittels Gesellschafterrundschreiben, dass man beabsichtige, das Schiff zu veräußern. Neben dem aktuellen Stand über den Verkauf gab es zusätzliche Informationen über eine Beteiligungsmöglichkeit an der Emerald Schifffahrts UG (haftungsbeschränkt) Co. KG MS „Narvik“. Geht’s denn noch, fragen uns hier erzürnte Anleger? Dreister kann man scheinbar gar nicht mehr sein.

Erklärt wurde in dem Schreiben, dass die Geschäftsführung derzeit in den finalen Gesprächen mit den schiffsfinanzierenden Banken stecke, mit dem Ziel, einen Verkauf des MS „BBC SkySails“ zu einem Preis von rund vier Millionen USD zu vereinbaren. So könne zwar eine insolvenzfreie Abwicklung der Schiffsgesellschaft umgesetzt werden, allerdings würden aus dem Verkauf des Schiffs keine Auszahlungen an die Gesellschafter mehr erfolgen können, da die zur Verfügung stehende Vermögensmasse zur teilweisen Begleichung der Verbindlichkeiten genutzt werde. Nach derzeitigem Stand würde es bei einem Gesamtrückfluss der Investitionen in Höhe von ca. 10,5 % für die Gesellschafter verbleiben, der „nach vorläufigem Stand“ nicht mehr an die Gesellschaft zurück gezahlt werden müsste.

Ob diese Einschätzung richtig ist, wird man abwarten müssen. Tatsache ist allerdings, das Anleger dann rund 90 % des von ihnen eingezahlten Kapitals verlieren würden. Man kann somit sicherlich schon fast von einem Totalverlust sprechen.

Weiterhin ist anvisiert, dass die Emerald Schifffahrts UG (haftungsbeschränkt) Co. KG MS „Narvik“ in Abstimmung mit der Oltmann Gruppe das Schiff kauft und den Gesellschaftern die Möglichkeit angeboten wird, sich an dieser neuen Schiffsgesellschaft zu beteiligen. Die Anleger könnten ihre neue Beteiligung entweder proportional zu ihrer Altkommanditeinlage oder individuell mit einem beliebigen Betrag darüber hinaus vornehmen.

Anleger sollten von diesem Angebot aber doch Abstand nehmen, da maritime Investments in den letzten Jahren sich als nicht erfolgreich herausstellten; im Gegenteil, sie gehörten eher zu den größten Geldvernichtern im Kapitalmarkt. Nicht der Preis für ein Schiff ist das wichtigste Kriterium aus unserer Sicht, sondern die Hoffnung, dass das Schiff dauerhaft zu auskömmlichen Konditionen an zahlungsfähige Unternehmen vermietet werden kann. Das zu gewährleisten, ist wohl derzeit eher unsicher. Ob sich diese Situation zukünftig rändert, wird man sehen. Sein Geld zumindest sollte man in solche Investments nicht investieren.

 

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