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Donald Trump und Jeffrey Epstein: Fünf zentrale Fragen zu einer alten Verbindung mit neuer Brisanz

chenspec (CC0), Pixabay
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Ein neuer Bericht des Wall Street Journal hat die Debatte um die Beziehung zwischen Ex-Präsident Donald Trump und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut entfacht. Im Zentrum steht ein angeblich von Trump verfasster Brief zum 50. Geburtstag Epsteins – mit anzüglichen Inhalten und einer gezeichneten nackten Frau. Trump bestreitet, jemals einen solchen Brief verfasst zu haben, und hat eine Verleumdungsklage eingereicht.

Doch das erneute öffentliche Interesse wirft zentrale Fragen auf, die weit über ein einzelnes Dokument hinausgehen:


1. Wie eng war das Verhältnis zwischen Trump und Epstein?

Trump versuchte stets, das Verhältnis herunterzuspielen: Man habe sich gekannt, wie „alle in Palm Beach“ Epstein kannten – ein flüchtiger Bekannter, kein Freund. Doch Fotos, Flugprotokolle und frühere Aussagen zeigen ein anderes Bild: Die beiden waren über Jahre hinweg soziale Weggefährten, besuchten gegenseitig ihre Anwesen und flogen zusammen.

2002 lobte Trump Epstein in einem Interview sogar offen: „Ein toller Kerl… er liebt schöne Frauen, viele davon auf der jüngeren Seite.“


2. Was steckt hinter dem angeblich von Trump stammenden Geburtstagsbrief?

Laut Wall Street Journal hatte Ghislaine Maxwell, Epsteins enge Vertraute, Prominente gebeten, Briefe für ein Geburtstagsalbum zu schreiben. Der mutmaßliche Trump-Brief enthält eine anzügliche Zeichnung und die Worte: „Möge jeder Tag ein weiteres wundervolles Geheimnis sein.“

Trump bestreitet jegliche Urheberschaft und bezeichnet den Bericht als „völlig erfunden“. Dabei existieren nachweislich signierte Trump-Skizzen aus anderen Kontexten – was seine pauschale Aussage „Ich zeichne nicht“ fragwürdig macht.


3. Ist Trumps Name in den berüchtigten Epstein-Akten zu finden?

Trump war nachweislich in Epsteins Flugprotokollen vermerkt und taucht in dessen Adressbüchern mit mehreren Telefonnummern auf. Auch von Epsteins Anwesen in Palm Beach gibt es Hinweise auf telefonische Kontakte mit Trump.

Während seiner Anhänger lautstark die Veröffentlichung der Epstein-Akten fordern, ist Trump nun zurückhaltender geworden. Zwar hat das Justizministerium auf seine Anweisung hin beantragt, einige Grand-Jury-Protokolle freizugeben – doch diese sind rechtlich schwer zugänglich und oft unergiebig.


4. Was wusste Trump über Epsteins Machenschaften?

Unklar. Trump behauptete, Epstein bereits früh aus seinem Club Mar-a-Lago verbannt zu haben – angeblich, weil dieser sich gegenüber einer minderjährigen Angestellten unangemessen verhalten habe. Ein ehemaliger Organisator eines „Calendar Girl“-Wettbewerbs sagte 2019, er habe Trump gewarnt, Epstein möge „jüngere Mädchen“. Trump habe damals geantwortet: „Ich will keinen Skandal.“

Allerdings: Konkrete Aussagen oder Verhöre Trumps im Rahmen der Ermittlungen gab es nie.


5. Warum wünschte Trump Ghislaine Maxwell „alles Gute“?

2020, nach Maxwells Verhaftung wegen Menschenhandels und Missbrauchs Minderjähriger, sagte Trump auf einer Pressekonferenz: „Ich wünsche ihr alles Gute.“ Trotz massiver Kritik bekräftigte er später mehrfach, dies sei eine höfliche Floskel gewesen – nichts weiter.

Doch ausgerechnet bei einem so sensiblen Thema erstaunte diese Aussage viele, zumal Trump sich ansonsten wenig zimperlich bei der Kommentierung von Justizfällen zeigt.


Fazit

Trumps Beziehung zu Epstein ist vielschichtig und voller Widersprüche. Der neue Bericht und Trumps vehemente Reaktionen wecken mehr Fragen als sie beantworten. Inmitten des Wahlkampfs 2024/25 dürfte das Thema weiter an Brisanz gewinnen – nicht zuletzt, weil es Trump selbst ist, der mit halbwahren Dementis und demonstrativer Abwehr die Aufmerksamkeit darauf lenkt.


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