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„Digitaler Wutanfall“: ChatGPT-Chef Sam Altman flippt wegen Superbowl-Werbung aus

googles (CC0), Pixabay
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Was passiert, wenn man einem Tech-CEO den Humor raubt? Man bekommt 420 Wörter pure Empörung auf X (ehemals Twitter). Sam Altman, der Chef von OpenAI, hat sich am Wochenende öffentlich über die Werbepläne seines Rivalen Anthropic ausgelassen – und sich damit selbst zur Zielscheibe gemacht.

Der Auslöser: Anthropic will beim Super Bowl, Amerikas heiligem Werbetempel, satirische Spots ausstrahlen, in denen sich die Firma über mögliche Werbeinblendungen in ChatGPT lustig macht. Der Slogan: „Ads are coming to AI. But not to Claude.“ Die Message ist klar: Claude, der Chatbot von Anthropic, bleibt werbefrei – ganz im Gegensatz zu ChatGPT.

Altman, dem diese subtile Spitzen offenbar so gar nicht gefielen, reagierte… nun ja, wie ein Mann, dem man den Lieblingsalgorithmus geklaut hat:

„Doppeldenk! Täuschung! Unwahrheiten!“, wetterte der sonst als nüchtern bekannte OpenAI-Chef in einem langen, leidenschaftlichen Post. Der Vorwurf: Anthropic sei „unehrlich“ und betreibe „Täuschung“ – und zwar, weil die Werbepläne von OpenAI angeblich gar nicht so real seien, wie im Spot dargestellt.

Doch das Netz zeigte sich unbeeindruckt von Altmans Aufschrei.

„Das digitale Äquivalent eines Wutanfalls im Supermarkt“, schrieb ein User.
Ein anderer: „Wenn du Satire mit einem Aufsatz konterst, hast du verloren.“

Sogar Nikita Bier, Produktchef bei X, gab Altman Nachhilfe in Online-Kommunikation:

„Nie mit einem Essay auf einen Witz antworten.“

David gegen Goliath – mit Werbeplatz für 10 Millionen Dollar

Dass Anthropic beim Superbowl gleich mit Millionen-Dollar-Spots auffährt, zeigt allerdings: Der angeblich „verspielte“ Ton ist durchaus kalkuliert. Humor als PR-Waffe – und Altman hat sich prompt freiwillig in die Schusslinie gestellt.

Eine der Werbungen zeigt eine Therapie-Szene: Ein Mann sucht Rat für ein Gespräch mit seiner Mutter. Der Chatbot gibt zuerst vernünftige Tipps – und beginnt dann plötzlich, für eine Dating-Plattform für Ü60er zu werben. Der Subtext: So könnte KI mit Werbung aussehen. Cringe garantiert.

Altman hingegen verteidigte OpenAIs Pläne mit dem Argument, Werbung ermögliche freien Zugang für alle – und warf Anthropic vor, „ein teures Produkt für Reiche“ zu machen. Der „Robin Hood der KI“, sozusagen. Nur eben leicht gereizt.

Ein Werbespot mit Nebenwirkung

Während OpenAI versucht, sich als inklusiver Technologieanbieter zu positionieren, scheint Anthropic mit Ironie und medienwirksamen Seitenhieben zu punkten. Die Satire sitzt, der Konkurrent tobt – und das Publikum amüsiert sich köstlich.

Oder wie ein besonders treffender Kommentar unter Altmans Posting zusammenfasste:

„Anthropic hat offenbar genau den Nerv getroffen, den du dir mit GPT-4 selbst bloßgelegt hast.“

Bleibt nur noch eine Frage offen: Kommt als Nächstes ein Spot, in dem Claude Altman tröstet?

 

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