Parndorf, das neue Bordeaux der Blockchain. Was früher in dunklen Kellergewölben bei Kerzenschein ruhte, liegt heute klimakontrolliert und versichert in einem Hightech-Lager in Parndorf – verwaltet per Mausklick. Die niederösterreichische Landwirtschaftskammer hat mit ihrer Plattform Wine Wallet das geschafft, was so mancher Winzer für unmöglich hielt: Wein wird nicht mehr getrunken, sondern gehandelt. Und zwar digital, als sei ein Bordeaux ein Bitcoin mit Korken.
Vom Fass zur Finanzanlage
Was 2021 mit der etwas wild klingenden Vorgänger-App Cryptowine begann, hat sich in vier Jahren zu einem Zehn-Millionen-Euro-Unternehmen gemausert. Der Grundgedanke: Warum auf Dividenden warten, wenn der Blaufränkische reift? Mit aktuell 30.000 gelagerten Flaschen (Durchschnittswert 170 Euro) und einem Lagerbestand von fünf Millionen Euro bietet Wine Wallet genau das: Die Dividende in Flaschenform. Die Lagerbedingungen sind besser als in manchem Airbnb: perfekte Temperatur, Luftfeuchtigkeit – und Versicherung, falls der Merlot mal Panik bekommt.
Wein, der nie das Regal verlässt
Das System ist simpel wie dekadent: Wer möchte, kauft online einen Wein, der dann professionell eingelagert wird. Trinken? Eher zweitrangig. Der wahre Kick liegt im Handel: Wein kaufen, digital handeln – und irgendwann vielleicht verkaufen, ohne die Flasche je in Händen gehalten zu haben. Wer jetzt denkt, das sei nur etwas für Nerds mit Weinkeller-Phobie, irrt: Die 100 aktuellen Kund:innen kommen fast alle aus Österreich, wobei erste internationale Anfragen bereits eintrudeln. Die nächste Mission: „Globaler Rollout der Rebsorte Riesling auf der Datenautobahn“, wie man sich das im Parndorfer Hochsicherheitslager wohl vorstellt.
Wein trifft NFT – digitale Veredelung deluxe
Besonders ambitioniert: Hochpreisige Sammlerweine sollen bald per NFT gehandelt werden. Man stelle sich vor: Eine Flasche Château Pétrus, sicher verwahrt, aber virtuell mit Eigentumszertifikat auf der Blockchain veredelt – quasi der digitale Weingott-Vollbart. Derzeit sei das zwar nur für Flaschen jenseits der 10.000-Euro-Marke interessant (also nichts für die Afterwork-Spritzerfraktion), aber immerhin: Die Zukunft des Weins liegt offenbar im Code.
Und wenn man doch mal kosten will?
Keine Sorge: Wer den Reiz des Digitalen mit dem Bedürfnis nach echtem Rausch kombinieren möchte, kann sich seinen Wein auch nach Hause schicken lassen – per Knopfdruck. Das dauert zwar ein paar Tage, aber dafür trinkt man mit dem guten Gefühl, dass das Glas Merlot womöglich mehr Rendite gebracht hat als ein Jahrzehnt Sparbuch.
Fazit: Wine Wallet zeigt: In Parndorf reift nicht nur der Zweigelt, sondern auch eine Idee, bei der sich Bacchus und Blockchain zuprosten. Wer sagt da noch, Geld verdirbt den Charakter – beim Wein veredelt es ihn.
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