Es ist mal wieder so weit: Eine Eskalation, die natürlich niemand wollte, aber irgendwie dann doch alle bekommen haben. Ergebnis: Dutzende Verletzte, zerstörte Gebäude – und die Erkenntnis, dass „Vergeltung“ selten zur Deeskalation beiträgt.
Nach einem Angriff auf die iranische Atomanlage Natans fühlte sich Teheran bemüßigt, zurückzuschlagen – und schickte Raketen Richtung Israel. Getroffen hat es unter anderem die Gegend rund um Dimona, ausgerechnet dort, wo Israels gut geschützter Atomreaktor steht. Ironie der Geschichte: Der blieb offenbar unversehrt, dafür traf es Wohnhäuser und Menschen.
Abwehr? Prinzip Hoffnung
In Dimona und der nahegelegenen Stadt Arad schlugen Raketen direkt ein – trotz Abfangsystemen, die laut Feuerwehr ihre Ziele eher als grobe Orientierung verstanden. Zwei Treffer, mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff pro Rakete, über 90 Verletzte. Aber immerhin: Das System hat es versucht.
Die Bilanz liest sich nüchtern: Schwerverletzte, zahlreiche Leichtverletzte, dazu Menschen im Schockzustand. Also genau das, was man landläufig als „Kollateralschaden“ verharmlost, wenn man weit genug weg sitzt.
„Sehr schwerer Abend“ – understatement des Tages
Israels Premier Netanjahu sprach von einem „sehr schweren Abend“. Man könnte auch sagen: eine weitere Runde in einem Konflikt, der sich zuverlässig selbst am Leben hält.
Währenddessen meldet die Internationale Atomenergiebehörde beruhigend: keine erhöhten Strahlungswerte. Immerhin etwas – die nukleare Katastrophe hat diesmal Pause.
Eskalation mit Ansage
Parallel feuert auch die Hisbollah aus dem Libanon mit, Raketenalarm gibt es bis in den Süden Israels. Und weil regional offenbar nicht mehr reicht, testet man gleich die große Bühne: Langstreckenraketen Richtung Indischer Ozean. Verfehlt, aber die Botschaft zählt.
Fazit: Alle überrascht, niemand unschuldig
Am Ende bleibt ein altbekanntes Muster: Angriff, Gegenangriff, Empörung, nächste Eskalationsstufe. Alle betonen, wie notwendig ihr jeweiliges Handeln war – und wundern sich anschließend über die Konsequenzen.
Oder, um es weniger diplomatisch zu sagen: Die Geister, die man ruft, kommen selten allein – und sie bringen meistens Raketen mit.
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