Startseite Allgemeines Die Bilanzanalyse der Steucap Capital GmbH zum Geschäftsjahr 2024 ergibt ein vielschichtiges Bild, das sich wie folgt kritisch, aber fair zusammenfassen läss
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Die Bilanzanalyse der Steucap Capital GmbH zum Geschäftsjahr 2024 ergibt ein vielschichtiges Bild, das sich wie folgt kritisch, aber fair zusammenfassen läss

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Kritische und faire Bilanzanalyse (31.12.2024)

Unternehmen: Steucap Capital GmbH
Bilanzsumme: CHF 11,1 Mio. (Vj. CHF 17,4 Mio.)
Jahresgewinn: CHF 191.335 (Vj. Verlust: CHF -302.893)


Stärken / positive Entwicklungen

  1. Rückkehr in die Gewinnzone
    – Nach einem Verlust von rund CHF 303.000 im Vorjahr erzielte die GmbH 2024 wieder einen Gewinn von CHF 191.335.
    – Dies resultiert u.a. aus einem deutlichen Anstieg des Finanzergebnisses auf über CHF 843.000 (Vj. CHF 259.000).

  2. Erhöhte Umsätze
    – Die Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen wurden mehr als verdoppelt: CHF 1,61 Mio. (Vj. CHF 787.263).
    – Dies spricht für eine deutlich verbesserte operative Geschäftsentwicklung.

  3. Beteiligungsportfolio ausgebaut und diversifiziert
    – Die Bilanz zeigt ein umfangreiches Beteiligungsnetzwerk in Deutschland und der Schweiz mit zahlreichen Projektgesellschaften.
    – Einige Beteiligungen scheinen wertstabil oder leicht gewachsen zu sein.

  4. Solides Eigenkapital
    Eigenkapitalquote liegt bei ca. 22,5 % (CHF 2,5 Mio. auf CHF 11,1 Mio. Bilanzsumme) – für eine GmbH im Bereich Projektentwicklung ist das ein brauchbarer Puffer.


⚠️ Kritische Punkte / Risiken

  1. Bilanzsumme stark geschrumpft (−36 %)
    – Die Bilanzsumme fiel von CHF 17,4 Mio. auf CHF 11,1 Mio. – ein Rückgang um rund CHF 6,3 Mio.
    – Vor allem die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte (z. B. CHF −6,1 Mio. bei sonstigen Vermögensgegenständen) haben stark abgenommen.
    – Es stellt sich die Frage: Wurden hier Positionen ausgebucht, verkauft, abgeschrieben oder übertragungsbedingt angepasst?

  2. Hohe kurzfristige Verbindlichkeiten
    – Mit CHF 6,9 Mio. ist das kurzfristige Fremdkapital dreimal so hoch wie die liquiden Mittel.
    – Die Zahlungsfähigkeit hängt also stark davon ab, ob Forderungen eintreibbar und Finanzmittel schnell mobilisierbar sind.

  3. Hohe Verschuldung gegenüber verbundenen Unternehmen
    CHF 4,07 Mio. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werfen Fragen zur Konzernfinanzierung, Abhängigkeit und Rückzahlungsfähigkeit auf.

  4. Abschreibungen sehr hoch
    – Abschreibungen in Höhe von CHF 568.454 auf ein Gesamtanlagevermögen von rund CHF 5,1 Mio. sind nicht unerheblich (über 11 %) und drücken das operative Ergebnis deutlich.
    – Hier sollte geprüft werden, ob es sich um Einmaleffekte oder regelmäßige Wertminderungen handelt.


🧾 Weitere Anmerkungen / Empfehlungen

  • Stille Reserven & Bewertungsspielräume:
    Die Vielzahl an Beteiligungen bietet Spielräume bei der Bewertung, aber auch Risiken, wenn es zu Wertberichtigungen kommt.
    Einzelbewertungen der Beteiligungen wären wichtig, um die Werthaltigkeit und zukünftige Ertragserwartung besser beurteilen zu können.

  • Verzicht auf Ausschüttung = sinnvoll
    Die vollständige Thesaurierung des Gewinns stärkt das Eigenkapital – eine richtige Entscheidung angesichts der angespannten Bilanzrelationen.

  • Liquiditätsmanagement im Blick behalten
    Das Verhältnis von kurzfristigen Schulden zu liquiden Mitteln ist kritisch (6,9 Mio. vs. 0,49 Mio.).
    → Empfehlung: Liquiditätsplan / Cashflow-Analyse dringend erforderlich, um Engpässe frühzeitig zu erkennen.


⚖️ Fazit: Solide operative Erholung, aber strukturell noch angespannt

Die Steucap Capital GmbH hat 2024 den operativen Turnaround geschafft, weist aber weiterhin ein enges Verhältnis zwischen kurzfristigen Schulden und verfügbaren Mitteln auf. Die positive Ergebnisentwicklung ist erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bilanzstruktur Risiken birgt – insbesondere in der Abhängigkeit von verbundenen Unternehmen, dem Beteiligungswert und dem Liquiditätspolster.

Eine Fortsetzung des positiven Trends, gepaart mit Bilanzstrukturverbesserung und weiterer Eigenkapitalstärkung, wäre mittelfristig notwendig, um die finanzielle Stabilität nachhaltig zu sichern.

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