Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch mit deutlichen Verlusten eröffnet. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Handelsminuten um 0,73 Prozent auf 24.246 Punkte. Damit vergrößerte sich der Abstand zum Rekordhoch von Mitte Juli bei 24.639 Zählern. Auch der MDax mit den mittelgroßen Werten kam unter Druck und sank um 0,98 Prozent auf 30.680 Punkte.
Schwache Vorgaben aus den USA
Die Vorgaben von der Wall Street waren alles andere als ermutigend. Vor allem die Technologiewerte hatten es im späten US-Handel schwer. Der Grund: Anleger zweifeln zunehmend daran, dass die US-Notenbank Fed schon bald die Zinsen senken wird. Analyst Frank Sohlleder von ActivTrades erklärt:
„Der Optimismus für eine schnelle geldpolitische Lockerung in den USA ist spürbar geschwunden. Das belastet insbesondere Wachstumswerte.“
Denn: Höhere Zinsen verteuern Investitionen und Kredite, was gerade bei Technologie- und Wachstumswerten stärker ins Gewicht fällt.
Ukraine-Krieg bleibt Unsicherheitsfaktor
Zusätzlich wirken geopolitische Spannungen auf die Stimmung. Die jüngsten internationalen Gipfeltreffen zum Ukraine-Krieg hätten Anlegern keine klaren Perspektiven eröffnet. Viele Marktteilnehmer bewerteten die dort gemachten Aussagen als „politische Lippenbekenntnisse“, ohne greifbare Fortschritte für Wirtschaft und Sicherheit.
Anleger im Wartemodus
Im Fokus stehen nun anstehende Konjunkturdaten aus den USA und der Eurozone. Besonders aufmerksam verfolgen Investoren die Inflations- und Arbeitsmarktzahlen, da sie entscheidenden Einfluss auf die Zinsentscheidungen der Notenbanken haben könnten.
Zudem rückt die laufende Berichtssaison in den Blick: Unternehmenszahlen könnten kurzfristig für Bewegung sorgen – sowohl nach oben als auch nach unten.
Fazit
Der Handelsauftakt zeigt einmal mehr, wie sensibel die Märkte derzeit auf Zinsfantasien und geopolitische Entwicklungen reagieren. Während sich der Dax weiter von seinem Allzeithoch entfernt, dürfte die Volatilität in den kommenden Wochen hoch bleiben.
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