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Daniel Blazek zum Thema Nordic Oil – die Gefahr für den Vertrieb!

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Sehr geehrter Herr Bremer,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich habe leider noch keine näheren wirtschaftlichen Informationen zu den Nordic Oil-Publikumsfonds; bislang liegt mir ein Schreiben auch nicht vor, in welchem eine Umwandlung der Anleger-Beteiligungen in Aktien thematisiert werden soll. Ich würde mich freuen, wenn es ein User Ihnen oder mir mailt, damit ich einen kritischen Blick darauf werfen kann.  Immerhin allgemein zugänglich ist, dass im USA 1-Fonds und im USA 3-Fonds mit ziemlich hohen Renditen geworben wurde und es allmählich bei USA 1 und 2 darum gehen dürfte, die Beteiligungen zu beendeten und mit den Anlegern abzurechnen. Das ist immer eine interessante Phase für alle Beteiligten.

Wie der Kollege Herr Dr. Schulte bereits andeutete, ist es – allgemein – am Markt nicht selten zu beobachten, dass dann, wenn es um die Erfüllung von Verbindlichkeiten oder gesellschaftsrechtlichen Ansprüchen von Anlegern geht, eine Umwandlung von Unternehmensbeteiligungen in Aktien diskutiert wird. Das kann natürlich die unterschiedlichsten Gründe haben, neben mangelnder Liquidität z.B. auch den Grund, dass bei dem KAGB unterfallenden Investmentvermögen künftig regelmäßig auch Wertmitteilungen hinsichtlich der Anlegerbeteiligungen machen müsste. Wer weiß? Ich meine allerdings, dass derjenige Emittent, der die Prognosen oder Ansprüche gegenüber den Anlegern gut oder gut genug erfüllen kann, es sich normalerweise zweimal überlegt, ob er diesen Erfolg nutzt oder lieber eine Umwandlungsaktion fährt.
Ich kann jedem Anlagevermittler und Anlageberater nur empfehlen, sich aus einer aufklärenden oder beratenden Funktion bei der Umwandlung von Beteiligungen an Publikumspersonengesellschaften in Aktien strikt heraus zu halten. Das Risiko, den Anleger hierbei nicht richtig aufzuklären, ist hoch. Darüber hinaus ist es regelmäßig der Emittent oder das Management, welches beim Anleger Überzeugungsarbeit leisten muss (und nicht der Vertrieb), und für mich ist kein Grund ersichtlich, warum dies auf die Finanzdienstleister abgewälzt werden sollte. Diese haben mit der strategischen Ausrichtung oder operativen Tätigkeit von Fonds grundsätzlich nichts zu tun. Gleichwohl werden sie gerne vom Emittenten eingespannt für die Übernahme von Teilen der – mitunter sehr riskanten – Kommunikation mit dem Anlegern (Kunden). Dies gilt umso mehr, als die Haftungsrisiken bei der ursprünglichen Vermittlung oder Beratung bestehen bleiben, unabhängig von einem Tausch in Aktien. Es wäre also denkbar, dass der Finanzdienstleister sein Haftungsrisiko in etwa verdoppelt, wenn er sich aus einer solchen Tausch-Aktion nicht heraus hält.
Was Nordic Oil betrifft, rate ich den Finanzdienstleistern dazu, erst einmal heraus zu finden, was dort genau im Hinblick auf die Anleger geplant sein soll und sich dann gut beraten zu lassen, wie es um die Risiken bei einer etwaigen Kommunikation mit dem Anleger steht. Dasselbe gilt im Grunde auch für die Anleger, sofern sie einen entsprechenden Vorschlag von den Fonds überhaupt unterbreitet bekommen werden oder bekommen haben. Auch wenn der Kunde bzw. Anleger dann direkt bei dem Finanzdienstleister nachfragt, was es mit einer solchen – hier bislang hypothetischen – Aktion überhaupt auf sich habe und was er machen soll, würde ich als Finanzdienstleister konsequent auf das Fondsmanagement oder dessen Berater verweisen. Zudem kann es nie schaden, von dem Emittenten, dem man beim Einwerben des Anlegerkapitals half und dabei als Finanzdienstleister ebenfalls das Vertrauen in den Emittenten setzte, dass die Empfehlung nicht zum Boomerang im Verhältnis zum Kunden wird, vom Fondsmanagement mit Nachdruck Rechenschaft zu verlangen und sich nicht abwimmeln zu lassen.
Sobald mir hier mehr Informationen vorliegen, komme ich gerne wieder auf die Angelegenheit zurück.
Mit freundlichen Grüßen

Daniel Blazek

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

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