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Chicago-Vorort wehrt sich gegen ICE-Einsätze: Bürgermeisterin spricht von „Krieg gegen die Gemeinde“

12019 (CC0), Pixabay
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Der kleine Vorort Broadview bei Chicago steht seit Wochen im Zentrum von Präsident Donald Trumps Einwanderungsoffensive „Operation Midway Blitz“. Dort befindet sich die zentrale Einrichtung der US-Einwanderungsbehörde ICE für die Region – und das einst ruhige Dorf mit rund 8.000 Einwohnern ist zum Schauplatz teils heftiger Auseinandersetzungen geworden.

Bürgermeisterin Katrina Thompson erhob nun schwere Vorwürfe gegen die Bundesbehörden. In einem Brief an das Heimatschutzministerium schrieb sie: „Sie führen Krieg gegen meine Gemeinde. Und das muss aufhören.“ Bei einer Pressekonferenz sprach Thompson von einem „Belagerungszustand“, unter dem die Bewohner litten.

Tränengas in Wohngebieten

Immer wieder kam es in den vergangenen Wochen zu Konfrontationen zwischen ICE-Beamten und Demonstrierenden, die gegen die Festnahmen protestieren. Laut Thompson wurden dabei Tränengas und Pfefferspray auch in Wohngegenden eingesetzt. Anwohner klagen, dass die Gase bis in ihre Häuser wehen. „Das macht mir Sorgen um meine jüngeren Geschwister“, sagte der 20-jährige Silas Lopez.

Spannungen zwischen Lokal- und Bundesbehörden

Broadviews Polizeichef Thomas Mills warf ICE-Beamten vor, ihn persönlich beschimpft und bedroht zu haben, nachdem er ihre Einsatzmethoden kritisierte. Das Heimatschutzministerium wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer „Schmutzkampagne“ lokaler Politiker.

ICE-Direktor Todd Lyons konterte in einem Schreiben: „Nicht wir belagern Broadview, sondern Randalierer belagern die Vereinigten Staaten.“ Laut Behördenangaben wurden bisher 34 Personen bei Protesten festgenommen, darunter auch drei mit geladenen Schusswaffen.

Alltag im Ausnahmezustand

Für die Bewohner von Broadview hat sich das Leben spürbar verändert. „Niemand hier will dieses ICE-Zentrum in unserer Nachbarschaft“, sagte eine Anwohnerin. Andere wiederum ärgern sich über die blockierten Straßen und fehlende Parkplätze durch die Proteste.

Die Bürgermeisterin betont dennoch, es gehe um mehr als Unannehmlichkeiten: „Unsere Bürger bitten inständig um Schutz. Das DHS muss diese Eskalation beenden.“

Der Konflikt zeigt exemplarisch, wie Trumps verschärfte Migrationspolitik nicht nur Migranten, sondern auch ganze Gemeinden in den USA massiv verändert.

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