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Brasilien verklagt chinesischen Autobauer BYD wegen „sklavenähnlicher“ Arbeitsbedingungen

geralt (CC0), Pixabay
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Die brasilianische Arbeitsstaatsanwaltschaft (MPT) hat Klage gegen den chinesischen Elektroautobauer BYD und zwei seiner Auftragnehmer eingereicht. Der Vorwurf: Menschenhandel und „sklavenähnliche“ Arbeitsbedingungen auf einer Baustelle für eine neue Fabrik im Bundesstaat Bahia.

Laut MPT wurden 220 chinesische Arbeiter gerettet, nachdem die Behörde einer anonymen Beschwerde nachgegangen war. Sie fordert nun Schadensersatz in Höhe von 257 Millionen Reais (rund 45,5 Mio. US-Dollar bzw. 33,7 Mio. Pfund) von den beteiligten Unternehmen.

Unwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen

Die Behörden hatten den Bau der geplanten Autofabrik bereits Ende 2024 gestoppt, nachdem sie „unzumutbare Wohnbedingungen“ festgestellt hatten. Nach Angaben der MPT schliefen einige Arbeiter auf Betten ohne Matratzen, 31 Menschen teilten sich eine einzige Toilette. Die Unterkünfte wiesen „minimale Komfort- und Hygienestandards“ auf.

Außerdem sollen die chinesischen Arbeitskräfte ihre Pässe abgeben müssen und unter Verträgen mit rechtswidrigen Klauseln gearbeitet haben – mit überlangen Arbeitszeiten und ohne wöchentliche Ruhezeiten. Bis zu 70 % der Löhne seien einbehalten worden, der Ausstieg aus dem Arbeitsverhältnis sei mit hohen Kosten verbunden gewesen.

Nach brasilianischem Recht zählen unter anderem Schuldknechtschaft und Arbeitsbedingungen, die die Menschenwürde verletzen, zu den „sklavenähnlichen“ Verhältnissen.

BYD: Expansion in Brasilien unter Druck

Die betroffene Fabrik in der Stadt Camaçari im Nordosten Brasiliens sollte ursprünglich im März 2025 eröffnet werden und wäre BYDs erste Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge außerhalb Asiens gewesen.

Das Unternehmen „Build Your Dreams“ (BYD) gehört zu den weltweit größten Herstellern von Elektroautos. Laut der Marktforschungsfirma Jato Dynamics verkaufte BYD im April 2025 erstmals mehr Fahrzeuge in Europa als der Konkurrent Tesla.

Brasilien ist für BYD ein besonders wichtiger Auslandsmarkt. Bereits 2015 eröffnete das Unternehmen dort ein Werk zur Herstellung von Fahrgestellen für Elektrobusse im Großraum São Paulo.

Unternehmensreaktion steht noch aus

Auf eine Anfrage der BBC reagierte BYD zunächst nicht. In früheren Stellungnahmen hatte der Konzern jedoch betont, dass man eine „Null-Toleranz-Politik gegenüber Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen“ verfolge.

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