Wieder eine Niederlage. Wieder dieselben Probleme. Wieder dieselbe Ratlosigkeit. Als Borussia-Mönchengladbach-Fan fragt man sich inzwischen ernsthaft: Soll das nächste Saison wirklich genauso weitergehen?
Das 1:3 beim FC Augsburg war nicht einfach nur eine schlechte Leistung. Es war ein weiterer Offenbarungseid einer Mannschaft, die seit Monaten keinen echten Fortschritt erkennen lässt. Und das Schlimmste daran: Man hatte zu keiner Phase des Spiels das Gefühl, dass Gladbach wirklich Kontrolle, Leidenschaft oder eine klare Idee auf den Platz bringt.
Augsburg war nicht überragend. Aber Augsburg war organisiert, aggressiv, zielstrebig – und genau das fehlt Borussia inzwischen fast komplett.
Schon in der ersten Halbzeit war zu sehen, wohin die Reise geht. Gladbach spielte viel zu passiv, bekam keinen Zugriff im Mittelfeld und ließ Augsburg immer wieder über die linke Seite gefährlich werden. Das 0:1 durch Gregoritsch war die logische Folge. Noch schlimmer war allerdings die Reaktion danach: nämlich keine.
Die Mannschaft wirkte verunsichert, langsam und ideenlos. Kaum Tempo. Kaum Präzision. Kaum Gegenwehr.
Und dann dieses ewige Alibi-Geschiebe. Querpass. Rückpass. Fehlpass. Während Augsburg mutig nach vorne spielte, wirkte Gladbach wie ein Team, das einfach nur irgendwie durch das Spiel kommen wollte.
Das 0:2 durch Fellhauer war dann endgültig verdient. Augsburg kontert – Gladbach schaut zu. Wieder einmal stimmte die Restverteidigung nicht. Wieder einmal fehlte die Zuordnung. Wieder einmal hatte man das Gefühl, dass jeder Angriff des Gegners gefährlicher ist als alles, was Gladbach selbst offensiv zustande bringt.
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem:
Diese Mannschaft entwickelt sich seit langer Zeit nicht weiter.
Wie oft hat man in dieser Saison dieselben Dinge gesehen?
- Keine Stabilität.
- Keine Konstanz.
- Keine Mentalität in schwierigen Phasen.
- Defensive Fehler ohne Ende.
- Offensiv zu harmlos.
Und wenn es mal läuft, bricht das Team beim ersten Gegentor sofort auseinander.
Besonders enttäuschend ist dabei, dass selbst ein Dreifachwechsel mit Reyna, Hack und Bolin kaum neue Impulse brachte. Auch das ist bezeichnend. Es fehlt nicht nur an Form – es fehlt an Struktur.
Die Wahrheit ist:
Borussia Mönchengladbach steckt sportlich fest.
Und deshalb muss man jetzt endlich die unangenehme Frage stellen:
Reicht das mit diesem Trainer überhaupt noch?
Denn Woche für Woche sieht man dieselben Probleme:
- fehlende Intensität,
- fehlende defensive Ordnung,
- fehlende Weiterentwicklung.
Andere Mannschaften mit deutlich kleineren Budgets wirken taktisch klarer und gefestigter als Gladbach. Das darf eigentlich nicht passieren.
Natürlich tragen auch die Spieler Verantwortung. Einige Leistungen sind schlicht nicht bundesligatauglich. Zu viele Akteure tauchen regelmäßig komplett ab. Zu viele Fehler passieren ohne Druck. Und offensiv fehlt seit Monaten echte Durchschlagskraft.
Wenn Borussia nächste Saison nicht erneut gegen den Abstieg spielen will, dann muss im Sommer endlich konsequent gehandelt werden.
Die Mannschaft braucht:
- neue Führungsspieler,
- mehr Tempo,
- mehr Mentalität,
- bessere Zweikampfführung,
- und endlich wieder Spieler, die das Gladbach-Trikot wirklich leben.
Vor allem aber braucht dieser Verein wieder eine klare sportliche Idee.
Denn aktuell wirkt Gladbach wie ein Traditionsverein ohne Richtung.
Die Fans haben genug von Ausreden. Genug von Durchschnitt. Genug davon, jede Saison zu hoffen, dass es „irgendwie reicht“.
Borussia Mönchengladbach gehört nicht in den Abstiegskampf. Aber wenn man ehrlich ist:
Genau dort bewegt sich dieser Verein sportlich inzwischen immer öfter.
Und wenn sich im Sommer nichts Grundlegendes ändert, dann wird die nächste Saison genauso bitter weitergehen wie diese.
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